Historie

2004

An der Männer-Europameisterschaft in Slowenien erreicht die Schweiz die Hauptrunde und sichert sich am Schluss den guten 12. Platz.

Die Frauen-Nationalmannschaft qualifiziert sich erstmals für die EM-Playoffs: Nach einem Unentschieden im Hinspiel in Herisau sind die Schwedinnen im Rückspiel vor 11'200 Zuschauern in Göteborg deutlich stärker und qualifizieren sich für die Endrunde in Ungarn.

Am EHF-Kongress auf Zypern wird der Schweiz die Organisation der Männer-Europameisterschaft 2006 zugesprochen.

2005

Wacker Thun gewinnt den EHF Challenge Cup und damit als erste Schweizer Clubmannschaft einen Europacup-Wettbewerb. Im Final setzen sich die Berner Oberländer gegen ABC Braga (POR) durch. Davor kommt es zu einem rein Schweizerischen Halbfinal zwischen Wacker Thun und dem TSV St. Otmar.

2006

Ausgehend von den Vorgaben von Swiss Olympic betreffend Corporate Governance und der immer schwieriger gewordenen Verbandsführung aufgrund der Struktur 2001 entscheidet der Zentralvorstand eine Neuorganisation in zwei Etappen durchzuführen. Die erste Etappe betrifft die Operative Leitung, welche in eine prozessorientierte Struktur unter der Leitung eines angestellten Verbandsdirektors überführt wird. Am 1. April übernimmt der Rekord-Internationale Max Schär die Stelle des Verbandsdirektors.

Die Männer–Europameisterschaft («Euro06») in der Schweiz vom 26. Januar bis 5. Februar stellt neue Rekorde auf: Rund 800 Medienschaffende berichten, 120 TV- und Radiostationen sind anwesend, über 760 Millionen TV-Zuschauer erleben in rund 700 Übertragungsstunden das hochstehende Turnier mit einem verdienten Europameister Frankreich.

An den 20 Spieltagen in den Hallen von Basel, Bern, St. Gallen, Sursee und zum Finale im renovierten Hallenstadion Zürich lag die Hallenauslastung bei über 90 Prozent; an 13 Spieltagen waren die Hallen ausverkauft, darunter die Halbfinal und Finalspiele mit je 11'000 Zuschauern.

Unter der Leitung des OK-Präsidenten Martin Rutishauser haben ein Zentrales OK und die Lokalen OK’s in den Spielorten hervorragend gearbeitet. Besondere Anerkennung von allen teilnehmenden Mannschaften und Funktionären erhielten die rund 1'500 Ehrenamtlichen, welche mit riesigem Engagement und Herzblut aus der «Euro06» ein unvergessliches Erlebnis machten.

Der Wermutstropfen der Heim-Europameisterschaft: Die Schweiz scheitert schon in der Vorrunde an der Ukraine. Ende Juni tritt Arno Ehret als Männer-Nationaltrainer zurück. Sein Nachfolger wird Dragan Djukic (Serbien).

2007

Am 31. Januar beschliessen die Präsidenten der SHL- und NL-Männer-Vereine den Zusammenschluss zu einer Organisation des Spitzenhandballs Männer. Diese wird unter dem Namen Swiss Handball League (SHL) geführt und umfasst die NLA und NLB. Am 21. Mai wird die bisherige Nationalliga aufgelöst und anschliessend die Nationalliga Frauen (NLF) gegründet.

An der Delegiertenversammlung wird die zweite Etappe der neuen Organisation verabschiedet: Der Zentralvorstand besteht neu aus einem Präsidenten und fünf weiteren gewählten Mitgliedern. Die SHL, die NLF und die Regionalpräsidenten-Konferenz (RPK) sind weiterhin selbständige Organisationen innerhalb des SHV und erhalten mehr Kompetenz und Verantwortung im operativen Bereich.

Die seit 2001 bestehende Delegation von Interessenvertretern der verschiedenen Gremien in den Zentralvorstand ist damit beendet. Die strategischem und operativem Kompetenzen und Verantwortungen sind nun klar getrennt. Als neuer Zentralpräsident wird Ulrich Rubeli (Langenthal) gewählt.

Mit einer stark verjüngten Männer-Nationalmannschaft gelingt unter Dragan Djukic eine verlustpunktlose Vorqualifikation zur Europameisterschaft 2008 in Norwegen. Die Chance wird aber im Playoff-Hinspiel in Weissrussland leichtfertig verspielt. Die Schweiz verpasst damit die vierte Teilnahme in Folge am wichtigsten europäischen Grossanlass im Männerbereich.

2008

Der seit einem halben Jahr amtende Zentralvorstand will die Finanzierung des Verbands langfristig sicherstellen und beschliesst einen neuen Vierjahresplan. Die dafür notwendige Erhöhung der Lizenzgebühren wird an einer ausserordentlichen Delegiertenversammlung am 15. März einstimmig bewilligt.

Die Männer-Nationalmannschaft schafft es in der WM-Qualifikation souverän in die Playoffs, scheitert dort aber trotz eines Heimsiegs letztlich deutlich an Vize-Weltmeister Polen. Der Vertrag von Nationaltrainer Dragan Djukic läuft im Sommer aus und wird nicht verlängert. Anfang Juli übernimmt Goran Perkovac als neuer Nationaltrainer.

Die Frauen-Nationalmannschaft scheitert in der WM-Qualifikation deutlich. Als Konsequenz tritt in der Folge der gesamte Trainerstab des Teams geschlossen zurück. Die Mannschaft wird danach interimistisch von U18-Nationaltrainer Guido Frei übernommen.

Die Schweizer Clubmannschaften überzeugen international: Die Kadetten Schaffhausen verpassen in der Champions League nur ganz knapp den Einzug in die Hauptrunde, kämpfen sich danach aber im Cupsieger-Cup bis in den Halbfinal. Ebenfalls in die Runde der besten vier Mannschaften schafft es Pfadi Winterthur im Challenge-Cup.

2009

Die Delegiertenversammlung im Juni beschliesst eine strukturelle Änderung in der Führung des Verbands. Die Funktion des Direktors wird abgeschafft. Neu wird ein gegenüber den Leitern der selbständigen Organisationen gleichberechtigter Geschäftsführer eingestellt. Entsprechend wird die Zusammenarbeit mit Direktor Max Schär beendet. Der neue Geschäftsführer heisst Martin Hegglin; er nimmt seine Arbeit im Januar 2010 auf.

Die Männer-Nationalmannschaft unter Trainer Goran Perkovac scheitert in der EM-Qualifikation trotz guten Ansätzen insgesamt deutlich an Russland, Serbien und Bosnien-Herzegowina.

Die U21-Junioren-Nationalmannschaft vergibt vor heimischem Publikum die Chance, sich für die WM-Endrunde in Ägypten zu qualifizieren. An den drei Spielorten im Kanton Aargau in jeweils vollen Hallen besiegen die jungen Schweizer zuerst Zypern und erkämpfen sich ein Unentschieden gegen Rumänien, ehe im entscheidenden Spiel gegen Estland eine deutliche Niederlage folgt.

Auf europäischer Ebene machen die Schweizer Clubteams im Frühjahr beste Werbung: Mit Amicitia Zürich, den Kadetten Schaffhausen (beide Cupsieger-Cup), dem TSV St. Otmar (EHF-Cup) und dem BSV Bern Muri (Challenge-Cup) qualifizieren sich gleich vier Schweizer Vertreter im Europacup für die Halbfinals.

2010

Das Hauptthema an der Delegiertenversammlung in Liestal sind die gemäss Finanzplan fehlenden Einnahmen, die in der Jahresrechnung zu einem Verlust führen. Eine ausserordentliche Delegiertenversammlung im November verabschiedet einstimmig das überarbeitete Wettspielreglement.

Die Männer-Nationalmannschaft unter Trainer Goran Perkovac schafft es in der WM-Qualifikation dank eines Siegs gegen Weissrussland in die Playoffs. Dort ist gegen Dänemark aber trotz zwei starken Auftritten nichts zu holen.

Die Frauen-Nationalmannschaft gewinnt in der EM-Qualifikation, die erstmals in neuem Modus als Vierergruppe über die ganze Saison ausgetragen wird, zweimal gegen Portugal. Hinter der Ukraine und Rumänien klassiert sich das Team auf Platz 3. Nach dem Rücktritt von Trainer Guido Frei wird die Equipe dabei von Alex Milosevic interimistisch gecoacht, ehe im Sommer die slowenische Ausbildnerin Marta Bon als neue Nationaltrainerin übernimmt.

Die U18-Junioren machen international auf sich aufmerksam: Die Equipe von Trainer Michael Suter qualifiziert sich auswärts gegen Ungarn für die EM-Endrunde. Am Turnier in Montenegro knüpfen die SHV-Junioren an diese Leistung an: Der sechste Platz ist das beste Ergebnis, dass eine SHV-Auswahl an Europameisterschaften bis dato erreichte – und gleichbedeutend mit der Qualifikation für die U19-Weltmeisterschaft im Sommer 2011 in Argentinien.

Im Europacup sorgen die Kadetten Schaffhausen für Furore und qualifizieren sich für den Final im EHF-Cup. Auf ihrem Weg dorthin schalten sie mit Frisch Auf Göppingen und Flensburg-Handewitt gleich zwei Teams aus der Bundesliga aus. Erst im Final gegen Lemgo, den nächsten Bundesligisten, ziehen die Schaffhauser trotz eines weiteren starken Auftritts den Kürzeren.

Im Schweizer Cup der Frauen qualifiziert sich mit Basel Regio (NLB) erstmals eine unterklassige Equipe für den Final. Gegen den LC Brühl gibt es für die Baslerinnen im Endspiel aber nichts zu holen.

2011

An der Delegiertenversammlung in Nyon wird ein Verlust von rund 340‘000 Franken präsentiert, der vorab durch fehlende Sponsoringeinnahmen zustande kam. Dieser Tatsache wird für das neue Verbandsjahr mit einem deutlich angepassten Finanzplan Rechnung getragen. Das Budget sieht nur noch Ausgaben in der Höhe von 3,25 Mio. Franken (statt vorher 3,65 Mio. Franken) vor.

Die Männer-Nationalmannschaft von Trainer Goran Perkovac muss eine Enttäuschung hinnehmen: Sie beendet die EM-Qualifikation ohne Punkte auf dem letzten Platz. Bitter in Erinnerung bleiben die Niederlagen gegen Weissrussland – in beiden Partien wäre deutlich mehr möglich gewesen.

Das Nationalmannschafts-Highlight des Jahres ist die Teilnahme der U19-Junioren an der Weltmeisterschaft in Argentinien. Die SHV-Auswahl von Trainer Michael Suter holt sich in Südamerika den tollen sechsten Platz – und egalisiert damit das Ergebnis der U21-Junioren von 2003 in Brasilien.

Die Kadetten Schaffhausen, die im Herbst die schmucke BBC Arena einweihen und damit über die erste reine Handball-Halle der Schweiz verfügen, sorgen international ein weiteres Mal für ein Ausrufezeichen und qualifizieren sich in der Champions League für die Achtelfinals. Dort scheitern sie trotz eines Heimsiegs am Weltklasse-Team aus Montpellier.

2012

Eine mit intensiven Diskussionen geführte Delegiertenversammlung in Schaffhausen heisst eine vom Zentralvorstand vorgeschlagene Gesamtstrategie für das Handballhaus Schweiz teilweise gut und beauftragt die Regionalpräsidenten-Konferenz (RPK) mit der detaillierten Ausarbeitung von Vorschlägen. Die Notwendigkeit einer Anpassung der Organisation sowie einer einheitlichen Strategie ist unbestritten.

Das Jahr startet für die Männer-Nationalmannschaft mit einer weiteren Enttäuschung: Die Schweiz verpasst in der WM-Qualifikation gegen Litauen den Einzug in die Playoffs. Ein Treffer fehlte; Manuel Liniger scheiterte nach Ablauf der Spielzeit per Siebenmeter an Arunas Vaskevicius.

Die Schweizer Männer müssen darum bereits im Juni die erste Phase der neuen EM-Qualifikation bestreiten und um den Verbleib im oberen Tableau kämpfen. Das Unterfangen gelingt denkbar knapp mit einem Sieg gegen Griechenland und einem Remis gegen Italien. In die EM-Qualifikation im Herbst startet die Nationalmannschaft mit Niederlagen gegen Mazedonien und Spanien.

Mit 1'550 Zuschauern wird im Heimspiel der Frauen-Nationalmannschaft gegen Island in St. Gallen ein Zuschauer-Rekord aufgestellt. Die EM-Qualifikation beendet die SHV-Auswahl von Trainer Marta Bon aber trotz sportlichem Aufwärtstrend ohne Punkte; sie scheitert im Herbst auch in der ersten Phase der WM-Qualifikation knapp an der Slowakei.

Die Schweizer Nachwuchs-Nationalmannschaften sorgen ein weiteres Mal für Furore. Der 1992er-Jahrgang schafft den Sprung an die U20-EM-Endrunde in der Türkei und erreicht dort mit Platz acht erneut eine Klassierung unter den Top-Ten. Die 1994er qualifizieren sich für die U18-EM-Endrunde in Österreich und holen sich dort – gleich ennet der Grenze unterstützt von vielen Schweizer Zuschauern – am Ende den 13. Platz.

2013

Die Delegiertenversammlung in Zürich hält fest, dass die Führung des SHV im Bereich Strategie ausschliesslich beim Zentralvorstand liegen soll. Im Jahr zuvor war die Regionalpräsidenten-Konferenz (RPK) mit der Ausarbeitung von diesbezüglichen Vorschlägen beauftragt worden, was aber zu keinen Ergebnissen führte.

Die Delegierten stimmen der Einführung von Trainerlizenzen auf die Saison 2014/15 mit grosser Mehrheit zu. Ausserdem wird die Einführung von Spielerlizenzen für die Stufe U13 beschlossen. Das Finanzjahr wird mit einem Gewinn von rund 200'000 Franken abgeschlossen; für die neue Saison wird aufgrund der ausserordentlichen Fülle an sportlichen Wettkämpfen ein Verlust von rund 180‘000 Franken budgetiert.

Die Männer-Nationalmannschaft beendet die EM-Qualifikation gegen Spanien, Mazedonien und Portugal auf dem letzten Platz und muss als eine der schlechtesten drei Nationen erneut um den Verbleib im oberen Tableau kämpfen. Als Gegner für diese Barrage im Frühjahr 2014 wird Estland ausgelost.

Nationaltrainer Goran Perkovac und der SHV einigen sich im Sommer im gegenseitigen Einvernehmen auf eine vorzeitige Auflösung des Vertrags. Als neuer Nationaltrainer wird Rolf Brack (Deutschland) verpflichtet. Bis zu seinem Amtsantritt im Sommer 2014 wird eine Übergangslösung mit Trainern von Schweizer Vereinen installiert.

Auch die Frauen-Nationalmannschaft erhält im Jahr 2013 einen neuen Trainer. Per Anfang März ersetzt der Däne Jesper Holmris die Slowenin Marta Bon.

Die U21-Junioren von Trainer Michael Suter sorgen für ein weiteres Highlight: Sie qualifizieren sich für die Weltmeisterschaft in Bosnien-Herzegowina, eliminieren im Achtelfinal den grossen Favoriten Dänemark und sichern sich am Ende den siebten Platz. Die 1992er-Generation hat damit nicht nur an allen vier möglichen EM- oder WM-Endrunden teilgenommen, sondern immer auch den Sprung unter die Top-Ten geschafft.

Die NLA-Meisterschaft der Männer endet mit einer Überraschung: Wacker Thun düpiert Serienmeister Kadetten Schaffhausen im Playoff-Final mit 3:2-Siegen. 2'000 Zuschauer in der ausverkauften Lachenhalle und über 20‘000 Zuschauer am Livestream auf handballTV.ch verfolgen das entscheidende fünfte Spiel. Für Wacker ist es der erste Meistertitel der Vereinsgeschichte.

Der Schweizerische Handball-Verband (SHV) ist der nationale Fachverband und das Kompetenzzentrum für den Handballsport in der Schweiz.
Der SHV ist Mitglied von Swiss Olympic sowie des Handball-Weltverbands IHF und der Europäischen Handball Föderation EHF.

Schweizerischer Handball-Verband ,
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