U20 Championship: Die Schweiz verliert das Halbfinale gegen Israel

Nationalteams  •  23.07.2022

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Die Schweizer U20 Junioren haben den Einzug ins Finale der Championship in Bulgarien verpasst. Nach einer verkorksten ersten Halbzeit mussten sich die Eidgenossen trotz Aufholjagd Israel mit 29:32 (12:18) geschlagen geben. Nebst dem angestrebten Turniersieg platzt damit auch der Traum vom WM-Ticket. Zum Abschluss geht es am Sonntag noch um Rang 3.

Spielverlauf

Die Schweizer Junioren starteten schwungvoll in die Partie und setzten sich in den Anfangsminuten zunächst auf 3:1 ab (6.). Die Israelis kamen zwar in der Folge zum Ausgleich, bis zur 15. Minute war die Partie dann aber ein Duell auf Augenhöhe mit einem kleinen Vorteil zu Gunsten Israels (9:8). Was folgte waren die wohl schwächsten 15 Minuten der Eidgenossen an diesem Turnier - 15 Minuten, die ihnen letztlich den Einzug ins Endspiel verbauen sollten.

Die Schweiz verlor sowohl den Faden wie auch den Anschluss. Zur Pause stand ein Verdikt von sechs Toren auf der Anzeigetafel und das 12:18 aus Sicht der Junioren von Cheftrainer Marcel Tobler war aus vielerlei Hinsicht bitter. Die Schweizer verwerteten in Durchgang eins nur 46 Prozent ihrer Angriffe und kassierten in 30 Minuten beinahe so viele Treffer wie durchschnittlich in der Vorrunde nach 60 Minuten (20 Tore). 

Trotz der grossen Hypothek war der Glaube im Team an eine Wende noch vorhanden. Entsprechend zielstrebig und deutlich formverbessert in Angriff und Abwehr präsentierten sich die Junioren nach dem Seitenwechsel. Die Schweizer zeigten einmal mehr ein Feuerwerk und in der 41. Minute gelang Jann Bamert der Anschlusstreffer zum 21:22. Israel wankte, hielt dem Druck der Schweiz aber stand.

Obwohl die Eidgenossen alles versuchten um den Rückstand wett zu machen, schaffte es Israel sich bis in die Schlussminuten ein kleines Polster zu erhalten. In der 55. und 56. Minute verkürzte Noam Leopold zweimal innert kürzester Zeit auf 26:28 und 27:29 - die Israelis hatten jedoch stets eine Antwort parat. Der Schweiz fehlte einerseits am Samstagabend das Spielglück, andererseits war die Fehlerquote auch zu hoch, um eine gute, aber keinesfalls unbesiegbare israelische Mannschaft zu bezwingen. Am Ende hiess es 29:32, gleichbedeutend mit dem Aus der Schweiz im Halbfinale. 

Das sagt der Trainer

Marcel Tobler zum Spiel: "Der Start ins Spiel war okay, aber mit zunehmender Spielzeit haben wir in der Abwehr den Zugriff nicht mehr bekommen. Wir haben das Kreisspiel nicht unterbunden und sind generell zu viel hinterher gerannt. Hinzu kam, dass wir vorne zu unvorbereitet geworfen haben und dadurch fehleranfällig wurden. Nach der Pause gelingt uns ein optimaler Start, Mitte der zweiten Halbzeit sind uns dann aber wieder die gleichen Fehler wie schon im ersten Durchgang unterlaufen. Schlussendlich war die Hypothek der ersten Halbzeit zu gross und wir sind zu ängstlich aufgetreten um heute siegen zu können."

Marcel Tobler zum Ausscheiden: "Wir wollten das Turnier gewinnen, haben uns in der Vorrunde stark präsentiert, jetzt aber im entscheidenden Spiel schlicht und ergreifend versagt. Wir alle, Spieler und Staff, haben heute nicht das gezeigt, was es braucht, um den anvisierten Finaleinzug zu schaffen. Entsprechend sind wir alle sehr enttäuscht und geknickt."

Marcel Tobler's Ausblick auf das Abschlussspiel: "Für uns ist klar, dass wir am Sonntag die Bronzemedaille holen und stolz und aufrichtig das Turnier beenden wollen. Wir möchten und werden Charakter zeigen und so zumindest eine kleine Wiedergutmachung für die heutige Niederlage abliefern."

Telegramm

Schweiz: Bachmann, Scheidiger; Aellen, Gomboso, Rinderknecht, Leopold (5), Osterwalder (3), Waldvogel (7/3), Reichmuth, Willecke (1), Schneider (1), Bamert (5), Koc, Mirdita (5), Heinis (1), Sahin (1). 
Bemerkungen: 5x 2min gegen die Schweiz inkl. Disqualifikation Heinis (55./3. Zeitstrafe), 3x 2min gegen Israel. Rinderknecht, Koc und Reichmuth nicht eingesetzt. Best Player Schweiz: Jann Bamert.

So geht es weiter

Zum Abschluss treffen die Schweizer im Spiel um Rang 3 am Sonntag, 24. Juli, auf den Verlierer des Halbfinals Rumänien gegen Griechenland. Anwurf der Partie ist um 14.30 Uhr (live auf EHF TV). Ob dem Aus im Halbfinale ist jedoch schon sicher, dass die Schweiz damit keine Möglichkeit mehr auf ein WM-Ticket hat. Die Chance zu weiteren Ausscheidungsspielen ist dem Turniersieger vorbehalten.

 

Quelle: Matthias Schlageter (Text), Valentin Bamert (Bild)

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