Nationalteam Frauen • 05.03.2026

Am Montag wurde der grosse Wurf skizziert, am heutigen Donnerstag folgt der erste Härtetest: Nur wenige Tage nach dem offiziellen Startschuss zur «Roadmap 2032», mit der der Schweizerische Handball-Verband das Frauen-Nationalteam langfristig auf Olympia 2032 in Brisbane ausrichten will, wartet in der EM-Qualifikation ein Gegner aus der europäischen Spitze. In der Pilatus Arena in Kriens (19.15 Uhr) trifft die Schweiz auf die Niederlande, ein Handball-Schwergewicht und aktueller WM-Vierter.
Der zeitliche Zusammenhang ist mehr als Symbolik: Die Roadmap setzt bewusst auf Zwischenziele, die messbar sind. Bis 2029 sollen sich die Schweizerinnen regelmässig für Endrunden qualifizieren und sich in Hauptrunden etablieren; für die EHF EURO 2030 wird ein Platz unter den Top 8 anvisiert, an der WM 2031 der Viertelfinal, als Grundlage für eine erfolgreiche Olympia-Qualifikation. SHV-Präsident Pascal Jenny bringt die neue Verbindlichkeit auf den Punkt: Man müsse «heute den Mut haben, gross zu denken und konsequent zu handeln».
Ein Schritt auf einem langen Weg – gegen einen Gegner, der den Massstab setzt
Genau hier liegt die sportliche Einordnung dieses Abends: Die Schweiz will, und muss, künftig häufiger solche Spiele haben. Wer regelmässig an EM- und WM-Endrunden teilnehmen will, braucht die Herausforderung gegen die Weltspitze. Und wer Olympia 2032 als Nordstern definiert, muss akzeptieren, dass dieser Weg nicht linear verläuft. Oder, um es sinngemäss mit Andy Schmid zu sagen: Bäume wachsen nicht in den Himmel. Entscheidend ist das konsequente «Schritt für Schritt», auch dann, wenn der nächste Schritt gegen einen WM-Halbfinalisten führt.
Die Niederlande sind dabei ein idealer Gradmesser. Ihr Tempo im Umschaltspiel, die Athletik und die Breite im Kader stehen für die Intensität, die es im modernen Spitzenhandball braucht. Für die Schweizerinnen wird es darum gehen, Debütantinnen zu integrieren, die eigene Struktur zu halten und in den Phasen ohne Ball mutig zu verteidigen, gerade weil sich Fehler gegen diese Gegner sofort rächen.
Drei Debütantinnen, drei Geschichten und ein klares Signal
Dass der Blick nach vorn nicht nur in PowerPoint-Folien stattfindet, zeigt das Kader. Mit Avril Frei (Tertnes Bergen/NOR) und Giuliana Manduca (Spono Eagles) stehen zwei Spielerinnen im Fokus, die sinnbildlich für die Breite des Schweizer Weges stehen: Talent aus der heimischen Liga, Erfahrung aus dem Ausland und Nachwuchs mit Perspektive.
Avril Frei (Tertnes Bergen) bringt die andere Perspektive mit: Alltag in einer starken Liga, Training in hoher Intensität, internationale Selbstverständlichkeit. Die Rückraumspielerin wurde für die Niederlande-Partien nachnominiert, mit der konkreten Chance auf ihre ersten Länderspiele für die Schweiz. Solche Personalien passen perfekt zur Roadmap-Logik: neue Konstellationen testen, Erfahrungen sammeln, Optionen aufbauen.
Giuliana Manduca (Spono Eagles) steht für das Versprechen der Zukunft. Die Flügelspielerin ist noch jung, hat aber bereits gezeigt, dass sie Tempo, Frechheit und Abschlussqualität mitbringt. Attribute, die auf diesem Niveau nicht verhandelbar sind. Ihre Nominierung zeigt: Der Staff will nicht nur «durchkommen», sondern den Kader aktiv erweitern.
Die drei weiteren Debütantinnen im A-Nationalteam, Lisa Herger (Spono Nottwil), Lea Schärer (GC Amicitia Zürich) und Charlotte Chappuis (Yellow Winterthur), stehen für heute nicht im Aufgebot (alle überzählig).
Natürlich geht es am Ende auch um Punkte in einer Qualifikation. Aber im Kontext dieser Woche ist dieses Spiel mehr: Es ist eine Standortbestimmung im Rampenlicht und eine Chance, das Publikum in der Pilatus Arena mitzunehmen. Wenn die Schweiz den grossen Traum Brisbane ernst meint, dann braucht es genau diese Abende: grosse Gegner, echte Reibung, neue Spielerinnen, die hineinwachsen. Nicht jede Etappe wird glänzen. Aber jede Etappe wird ein nächster Schritt in die richtige Richtung sein.
Die letzten Tickets für das EM-Quali-Spiel gegen die Niederlande in der Pilatus Arena gibt's HIER oder an der Tageskasse.
15:30 Uhr: Türöffnung U18 Länderspiel
16:00 Uhr: Anpfiff U18 Schweiz vs. Ungarn
17:45 Uhr: Türöffnung A-Länderspiel
19:15 Uhr: Anpfiff EM-Quali Schweiz vs. Niederlande
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