Nationalteam Männer • 08.01.2026

Das Schweizer Nationalteam startet mit einem 38:27-Kantersieg gegen die Ukraine in die diesjährige Ausgabe des Yellow Cups. Manuel Zehnder ist nach langer Verletzungspause zurück im Team und drückt dem Spiel mit acht Treffern seinen Stempel auf.
Die Ukraine ist ein passender Gegner zum Auftakt der EM-Vorbereitung: Die Osteuropäer halten das Tempo zu Beginn hoch, fordern die Schweizer sowohl mit ihrer robusten Abwehr als auch im variablen Angriffsspiel und bleiben über weite Strecken der ersten Hälfte resultatmässig auf Augenhöhe. Während der Schweizer Defensivblock das Kreisspiel rasch unter Kontrolle bekommt, schafft der Gegner es immer wieder, den Ball bis auf die Aussenpositionen laufen zu lassen. Nach einem Schweizer Zwischenspurt steht es zur Halbzeit 19:14.
Im zweiten Durchgang baut die Schweiz dann ihren Vorsprung kontinuierlich aus und übernimmt klar die Kontrolle über das von schnellen Angriffen geprägte Spiel. Immer wieder finden die Schweizer Lösungen gegen die ukrainische Abwehr, Nationaltrainer Andy Schmid wechselt auf nahezu allen Positionen durch. Am Ende eines fairen Matches, in dem die Unparteiischen nur zwei Zeitstrafen vergeben, steht ein verdienter 38:27-Sieg auf der Anzeigetafel.
Comeback nach Mass
Mehrere Akteure ragen aus dem soliden Schweizer Kollektiv hervor. Zum einen der linke Flügel Noam Leopold, der besonders zum Spielauftakt für Furore sorgt und vier der ersten fünf Schweizer Tore trifft. Auch wenn er im Anschluss einige persönliche Fehlwürfe zulässt, ist er in dieser Phase der auffälligste Spieler des Schweizer Nationalteams, das mit jeder Minute besser ins Spiel findet.
Zum anderen steht ab der 20. Minute Manuel Zehnder auf der Platte – genau dort, wo er sich vor einem Jahr eine schwerwiegende Knieverletzung zugezogen hatte. Und das Comeback des Regisseurs, der sich in den letzten Monaten auf Reha und Wiedereinstieg ins Vereinstraining konzentriert hat, ist beeindruckend: Mit seinem unverwechselbar schnellen Antritt erzielt er direkt zwei persönliche Treffer, setzt sich auch in der zweiten Hälfte in 1:1-Situationen durch und trifft insgesamt acht Mal. Sehenswert ist das letzte Schweizer Tor, das als Flieger über die gesamte ukrainische Abwehr von (Samuel) Zehnder zu (Manuel) Zehnder gespielt und verwandelt wird – es zeugt vom Spielwitz und der Abgeklärtheit, die das Nationalteam aktuell ausstrahlt.
«Es ist schön, nach einem Jahr wieder spielen zu können, und dann auch noch genau hier», sagt Manuel Zehnder direkt nach dem Spiel. «Ich hatte mir vorgenommen, zu 100 Prozent wieder dort weiterzumachen, wo ich vor einem Jahr gezwungen war aufzuhören. Ich bin froh, dass es so gut funktioniert hat, werde jetzt aber genügend Zeit für die Regeneration aufbringen.»
Neben Noam Leopold und Manuel Zehnder gilt auch ein Augenmerk der Torhüterleistung: Nikola Portner steht wieder zwischen den Schweizer Pfosten und zeigt über das gesamte Spiel hinweg starke Paraden. Mit 15 gehaltenen Bällen steht er am Ende bei 37 Prozent. Auch Luka Maros (8 Tore) und Samuel Zehnder (4Tore) zeigen im zweiten Durchgang starke Leistungen.
Nächster Gegner ist Bahrain
Was am Schweizer Spiel besonders beeindruckt: Das Kader ist breit aufgestellt, vorbereitet, fokussiert und zeigt in jeglichen Kombinationen Qualität, Druck und Tempo. Gegen die Ukraine, die ebenfalls für die anstehende EM 2026 qualifiziert ist, stellt der 38:27-Kantersieg deshalb ein erstes Signal dar. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Am Freitagabend steht mit Bahrain der nächste Gegner auf dem Yellow Cup-Programm, am Samstag wartet mit Nordmazedonien der letzte Testgegner auf die Schweiz. Tickets für die Spiele in der WIN4 in Winterthur gibt's weiter über Ticketshop (siehe Link unten).
SCHWEIZ - UKRAINE 38:27 (19:14)
Yellow Cup, WIN4, Winterthur, 679 Zuschauende
Schweiz: Portner (15 Paraden), Seravalli; Meister (1 Tor), Rubin (3), Zehnder M. (8), Aellen (1), Kusio (1), Röthlisberger, Maros (8), Steenaerts (3), Laube, Wanner, Sigrist (3), Zehnder S. (4), Willecke, Leopold (6).
Bemerkungen: 1x 2 Minuten gegen die Schweiz, 1x 2 Minuten gegen die Ukraine.
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