Überzeugender Sieg gegen Italien zum Abschluss der EM-Qualifikation

Nationalteam Frauen  •  12.04.2026

192 Vroni Keller

Bereits am Donnerstag sicherte sich die Mannschaft von Knut Ove Joa die dritte EM-Qualifikation in Folge beim Auswärtsspiel in Bosnien-Herzegowina (13:32). Gegen die Italienerinnen zeigte das Team sein Können vor ausverkaufter Kulisse mit einem 38:19-Sieg.

Dass die Schweizerinnen die EM-Qualifikation aus eigener Kraft erreicht haben, gab es noch nie. Dennoch war es nie Thema, dass die Endrunde im Dezember dieses Jahres ohne die Eidgenossinnen stattfinden könnte. Zu überzeugend waren die Auftritte im vergangenen Oktober, zu dominant auch die beiden Siege in dieser Woche, dies auch ohne die nach wie vor verletzte Topspielerin Tabea Schmid. Der Schweizer Frauenhandball ist im konstanten Aufwind und es macht Freude, diese Entwicklung mitzuerleben.

In der Saalsporthalle in Zürich waren Punkte gegen die Italienerinnen keine Pflicht mehr, dennoch überzeugte das Team insbesondere im zweiten Durchgang. 2400 Zuschauerinnen und Zuschauer, die Halle bis auf den letzten Platz ausverkauft, bekamen ein Schaulaufen zu Gesicht. Auch wenn der Start in die Partie nicht nach Wunsch verlief, wurde die zweite Hälfte zur Gala. 12 Minuten dauerte es, bis Nora Snedkerud zur ersten Führung der Schweizerinnen einnetzen konnte. In der Folge entwickelte sich zunächst ein ausgeglichenes Spiel, in dem sich die Schweizerinnen zwar leichte Vorteile erspielten, sich aber noch nicht entscheidend absetzen konnten. Italien blieb über Rückraumspielerin Dalla Costa gefährlich. Ab der zwanzigsten Minute wuchs die Führung an, bis zum Pausenstand von 14:11.

Nach dem Seitenwechsel verschwanden die Unsicherheiten im Spiel der Schweizerinnen. Gleich acht Tore in Folge erzielte das Heimteam und zog innert sechs Minuten auf 22:11 davon. Damit war das Spiel entschieden und der Staff verschaffte der zweiten Garde seine Einsatzzeit. Besonders überzeugend zeigten sich erneut die Torhüterinnen. Kapitänin Lea Schüpbach, die während rund 45 Minuten eingesetzt wurde, hielt 11 Würfe auf ihr Tor. Damit parierte sie 42% der Bälle, bei Seraina Kuratli war es schlussendlich eine Traumquote von 63%. Offensiv überzeugte Mia Emmenegger als beste Torschützin (7 Treffer), aber auch Avril Frei findet immer besser ins Spiel einer starken Schweizer Mannschaft und netzte selber sechs Mal ein.

Emotionaler Abschied von Vroni Keller als Assistenztrainerin der Nationalmannschaft
Am Ende der Partie erhielt eine Legende des Schweizer Handballs noch ihren mehr als verdienten Abschied. Trainer Knut Ove Joa und ihr Nachfolger, Raphael Kramer, nahmen Platz und überliessen der scheidenden Vroni Keller das Zepter an der Seitenlinie. Trotz 33:17-Führung drückte sie den Timeout-Buzzer und gab den Spielerinnen noch Inputs mit auf den Weg. Nach Abpfiff wurde sie vom ganzen Staff und Team gebührend gefeiert. Als Krönung wurde Vroni Keller als beste Spielerin ausgezeichnet, ein Gänsehautmoment, der symbolisch für ein Leben in den Diensten des Schweizer Handballs steht.

«Das war ein wunderschöner Abschied für mich, was das Team in der zweiten Halbzeit gezeigt hat. Andererseits war es emotional wunderbar, eine Ehrenrunde machen zu dürfen und den Zuschauern und allen Danke zu sagen, für was sie mir alles ermöglicht haben. Ich erachte es als riesige Wertschätzung, dass ich als beste Spielerin ausgezeichnet wurde. Für mich hat sich heute ein Kreis über rund 45 Jahren geschlossen,» so Vroni Keller.

So geht es weiter
Die Europameisterschaft findet vom 3. – 20. Dezember 2026 in Polen, Rumänien, Tschechien, der Slowakei und in der Türkei statt. An welchem Standort und gegen welche Gegnerinnen die Schweiz in der Vorrunde spielen wird, zeigt sich nach der Auslosung. Diese geht bereits kommenden Donnerstag, dem 16. April um 18 Uhr im polnischen Katowice über die Bühne.

Schweiz - Italien 38:19 (14:11)
WOMEN'S EHF EURO 2026 QUALIFIERS | Saalsporthalle, Zürich (2400 Zuschauer, ausverkauft) | SR: Radcenko/Persis (LAT)
Schweiz: Schüpbach (11 Paraden), Kuratli (7); Emmenegger (7), Frei (6), Bucher (4), Gautschi (4), Altherr (4), Manduca (3), Snedkerud (3), Baumann (2), Erni J. (2), Truchot (2), Goldmann (1), Brunett, Kähr, Aellen
Bemerkungen: 4 x 2 Minuten gegen die Schweiz, 2 x 2 Minuten gegen Italien.

Schlussrangliste EM-Qualifikation, Gruppe Schweiz:
1. Niederlande 12 Punkte,
2. Schweiz 8,
3. Italien 2,
4. Bosnien-Herzegowina 2.

Die Niederlande und die Schweiz schaffen die Qualifikation für die EM-Endrunde vom 3. – 20. Dezember 2026. Italien und Bosnien-Herzegowina sind ausgeschieden. 

Quelle: Handballworld (Text); Alexander Wagner (Bild)

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