Nationalteams Nachwuchs • 10.03.2026

Das Schweizer U18-Frauen-Nationalteam hat im Rahmen eines Lehrgangs in der Schweiz zwei internationale Testspiele gegen Ungarn bestritten. Dabei mussten die Schweizerinnen zwar zwei Niederlagen hinnehmen, konnten aber dennoch wertvolle Erkenntnisse für die kommenden Monate gewinnen. Die Partien fanden in besonderem Rahmen statt: Das erste Spiel wurde in der neuen Pilatus-Arena in Kriens als Vorspiel vor dem A-Länderspiel der Frauen gegen die Niederlande ausgetragen.
Für U18-Nationaltrainer Jürgen Fleischmann war allein das Umfeld bereits eine Erfahrung für seine Spielerinnen. «Es war schon cool, in dieser neuen Halle zu spielen. Auch die Ungarinnen waren beeindruckt von der Pilatus-Arena», sagt Fleischmann. Sportlich waren die Resultate für das Schweizer Team enttäuschend. «Ja, wir sind richtig enttäuscht von den Resultaten», sagt Fleischmann offen. In den vergangenen zwei Jahren hatte die Schweiz bereits viermal gegen Ungarn gewonnen und ging deshalb leicht favorisiert in die beiden Begegnungen. Verletzungsbedingte Absenzen sowie das Fehlen von Lisa Herger, die gleichzeitig im Aufgebot des A-Nationalteams stand, konnten jedoch nicht vollständig kompensiert werden. «Wir müssen unser Spiel wieder breiter abstützen können», so der Nationaltrainer. Trotz der Niederlagen zeigte das Team phasenweise, dass es auf internationalem Niveau mithalten kann.
Besonders im ersten Spiel in Kriens überzeugte die Schweiz zunächst mit einer starken Leistung. «In der ersten Halbzeit, als wir mit fünf Toren in Führung lagen, haben wir gezeigt, dass wir uns nicht verstecken müssen. Vor allem in der Deckung war das sehr stark», erklärt Fleischmann. Allerdings gelang es dem Team nicht, das Niveau über die gesamte Spielzeit zu halten. Auch im zweiten Spiel in Schaffhausen hielt die Schweiz bis zur Pause mit, ehe eine Phase mit Strafen und technischen Fehlern den Gegnerinnen Vorteile verschaffte. Ungarn präsentierte sich vor allem in der Breite des Kaders und mit grosser Durchschlagskraft aus dem Rückraum stark. «Sie können ein Spiel fast ohne Leistungsabfall durchspielen», analysiert Fleischmann. Zudem verfügten die Ungarinnen über mehrere Rückraumspielerinnen mit hoher Wurfqualität – ein Element, das dem Schweizer Team derzeit noch fehlt. Gerade deshalb misst der Trainer solchen Spielen grosse Bedeutung bei. «Spiele gegen Topteams sind immer wichtig. Nur wenn wir am Limit spielen müssen, können wir uns als Team und auch individuell verbessern», betont Fleischmann. Viele Spielerinnen, die in den nationalen Ligen zu den Leistungsträgerinnen gehören, würden im internationalen Vergleich an ihre Grenzen kommen.
Mit Blick auf die kommenden Monate richtet sich der Fokus bereits auf das grosse Ziel des Sommers: die U18-Weltmeisterschaft. «Wir müssen im Angriff neue Lösungen finden», sagt Fleischmann. Die Gegnerinnen hätten sich zunehmend auf die Schweizer Stärken eingestellt. Hoffnung setzt der Trainer auch auf die Rückkehr wichtiger Spielerinnen: «Ich hoffe, dass wir mit Nora Heer, Jessica Acklin und Lisa Herger wieder mehr Möglichkeiten haben.» Die beiden Spiele gegen Ungarn liefern damit eine wichtige Standortbestimmung und zugleich wertvolle Hinweise, an welchen Stellschrauben das Team auf dem Weg zur Weltmeisterschaft noch drehen muss.
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