Nationalteam Männer • 28.01.2026

Ohne eigenen Halbfinal-Traum, aber mit voller Wirkungskraft: Die Schweiz geht zum Hauptrunden-Abschluss gegen Schweden nicht nur für sich selbst auf die Platte, sondern kann mit ihrem Auftritt entscheidend beeinflussen, welche Teams den Sprung unter die letzten vier der Europameisterschaft schaffen.
Sweden gehört zu den grossen Konstanten des europäischen Handballs. Mit fünf EM-Titeln ist Schweden die erfolgreichste Nation der Turniergeschichte und trat an der EURO 2026 als Co-Gastgeber erneut mit hohen Ambitionen an. In Malmö sollte der Weg bis ins Finalwochenende nach Herning führen. Die schwedische Identität ist klar: eine strukturierte, disziplinierte Abwehr, starke Torhüter und schnelles Umschaltspiel. In der Hauptrunde zeigte sich dieses Bild allerdings nicht durchgehend stabil. Auf den Sieg gegen Slowenien (35:31) folgten eine deutliche Niederlage gegen Island (27:35) und ein Remis gegen Ungarn (32:32). Die Ausgangslage ist damit komplex, Schweden braucht für ein Weiterkommen gegen die Schweiz beide Punkte und zusätzlich günstige Resultate aus den Parallelspielen.
Im Zentrum lenken Felix Claar (19, Topscorer des Teams an der EM) und Jim Gottfridsson das Spiel, letzterer als mehrfacher EM-MVP mit enormer Turniererfahrung. Im Tor steht mit Andreas Palicka (12) ein internationaler Topkeeper, der seit Jahren auf der grossen Bühne liefert. Offensiv zählt Claar zu den auffälligsten Akteuren des Turniers und sorgt aus dem Rückraum für Durchschlagskraft. Unter Headcoach Michael Apelgren setzt Schweden weiterhin auf Klarheit und Stabilität. Nach der Niederlage gegen Island sprach er von einem notwendigen "Weckruf", insbesondere in der Defensive. Ob die Schweden heute nun schon wacher sind als noch gestern? Der Heimvorteil könnte dabei Energie liefern, bringt aber auch spürbaren Erwartungsdruck mit sich.
Auch wenn die Schweiz selbst nicht mehr in den Halbfinal einziehen kann, spielt sie im Kampf um die Final Four eine entscheidende Rolle. Das Duell mit Schweden ist nicht nur der Abschluss der Hauptrunde, sondern ein direktes Schlüsselspiel für die Medaillenvergabe: Mit einem Punktgewinn oder gar einem Sieg könnte die Schweiz den Co-Gastgeber und damit einen weiteren Favoriten empfindlich treffen und die Karten an der Tabellenspitze neu mischen. Für das Team von Andy Schmid geht es darum, noch einmal das eigene Maximum abzurufen, unabhängig von der eigenen Ausgangslage. Die Schweiz hat im Turnierverlauf mehrfach gezeigt, dass sie gegen Topnationen über lange Phasen mithalten und Spiele prägen kann. Genau diese Qualität macht sie nun zum Zünglein an der Waage in einer engen Hauptrundengruppe, in der jedes Resultat zählt. Der Anspruch bleibt derselbe: das eigene Spiel durchziehen, Tempo machen, mutig bleiben und damit nicht nur für sich selbst, sondern auch für den weiteren Turnierverlauf entscheidend Einfluss nehmen.
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