Déjà-vue: Schweiz vergibt klaren Vorsprung und spielt unentschieden

Nationalteam Männer  •  23.01.2026

128 Hauptrundensieg

Die Schweiz startet kontrolliert und setzt sich früh ab, gerät nach der Pause jedoch unter Druck - Déjà-vue!? Mit Stabilität in der Defensive und Geduld im Angriff hält das Team dem ungarischen Comeback lange stand, muss aber kurz vor Schluss den gegnerischen Führungstreffer hinnehmen und spielt unentschieden.

Die Schweiz musste krankheitsbedingt auf Luca Sigrist verzichten, wurde in der Arena aber lautstark von den eigenen Fans unterstützt. Der Start gelang: In der vierten Minute ging die Schweiz mit 4:2 in Führung und Nikola Portner hielt an diesem Resultat fest. Kurz darauf geriet der Spielfluss ins Stocken, Steenaerts stand in der Abwehr dem Gegner auf den Fuss und Aellen sah eine Zeitstrafe. Trotz Unterzahl präsentierte sich die Schweiz weiter konzentriert und geduldig. Wanner traf in seinen ersten Turnierminuten mit dem ersten Flügelwurf, musste wenig später aber ebenfalls für zwei Minuten vom Feld. Ungarn nutzte sogleich ein 7-gegen-6, doch Portner parierte und traf ins verwaiste Tor zum 7:4. Insgesamt nutzte die Schweiz diese eigene Unterzahl für sich und setzte sich auf 8:5 ab. Mit weiterer Geduld im Angriff und einer geschlossenen Abwehr hielt die Schweiz den Vorsprung konstant. Nach technischen Fehlern verkürzte Ungarn zwar auf 13:11, doch Maros überzeugte in der Abwehr und Aellen brachte Ruhe zurück. Letzterer bereitete auch mehrere Treffer von Meister wunderschön vor, Leopold verwandelte sicher vom Siebenmeterstrich und Steenaerts traf nach kurzer Medical-Pause im Gegenstoss zur ersten Fünf-Tore-Führung. Mit einer weiterhin geduldigen 7-gegen-6-Variante der Schweiz und einem starken Portner erhöhte die Schweiz Schritt für Schritt und ging mit 20:14 in die Pause.

Die Schweiz startete mit zwei Fehlwürfen in die zweite Halbzeit, blieb defensiv jedoch stabil und baute den Vorsprung dank eines weiter starken Portner zwischenzeitlich auf sieben Tore aus. Portner zeigte früh einen Fangball, ehe auch der ungarische Torhüter ins Spiel fand und mehrere Schweizer Chancen vereitelte. In der Folge blieb die Schweiz mehrere Minuten ohne Treffer - ein Déjà-vue-Moment?! Ungarn nutzte diese Phase, verkürzte auf 25:21 und zwang Schmid zu einem Team Time-out. Die torlose Phase zog sich weiter, nach einer Zeitstrafe gegen Steenaerts fiel in der 46. Minute der Anschlusstreffer zum 25:24. Nach zehn Minuten ohne Tor erlöste Rubin die Schweiz mit dem Treffer zum 26:24. Mit langen Angriffen und einem verwandelten Siebenmeter durch Leopold zum 27:24 hielt die Schweiz den Vorsprung trotz technischer Unsauberkeiten. Seravalli unterband in dieser Phase einen wichtigen ungarischen Gegenstoss, musste nach einer Zeitstrafe in der Schlussphase aber erneut den Anschlusstreffer hinnehmen, bevor Ungarn in der 57. Minute erstmals die Führung übernimmt. Schlussendlich gibt die Schweizer Auswahl mit zu vielen technischen Fehlern einen wertvollen Punkt her.

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SCHWEIZ - UNGARN 29:29 (20:14)

MEN’S EHF EURO 2026 | Malmø Arena, Malmø | 4’327 Zuschauende | SR: Gebrüder Accoto Martins (POR)

Schweiz: Portner (12 Paraden/1 Tor), Seravalli (1P); Meister (2 Tore), Rubin (7), Zehnder M., Aellen (3), Röthlisberger, Küttel, Maros (2), Steenaerts (2), Laube (1), Wanner (1), Zehnder S., Willecke, Leopold (6), Ben Romdhane (4).

Bemerkungen: 4 x 2 Minuten gegen die Schweiz, 2 x 2 Minuten gegen Ungarn. Die Schweiz spielte ohne Sigrist (krank) und Kusio (überzählig).

So geht es weiter

Nichtsdestotrotz: Die Schweiz espielt sich ihren ersten EM-Hauptrundenpunkt der Geschichte und zeigt eine erwachsenere Leistung als in der EM-Vorrunde. Bereits nach der heutigen Partie richtet sich der Fokus auf die nächste Aufgabe. Am Sonntag steht für die Schweiz das nächste Spiel in der Hauptrunde an, der Gegner wird Kroatien heissen. Der Schwerpunkt liegt nun auf der Regeneration, der gezielten Nachbereitung der heutigen Partie sowie der Anpassung an die Kroaten, die die Auswahl von Andy Schmid im November bei einem Testspiel bezwingen konnte. Das Spiel kann ab 20:05 Uhr live auf SRF zwei verfolgt werden, Anpfiff ist um 20:30 Uhr.

Quelle: SHV / Beni Rachad (Text); kolektiff (Bilder)

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