Nationalteam Männer • 18.01.2026

Die Schweiz dominiert Slowenien über weite Strecken, verpasst es jedoch, den Vorsprung konsequent ins Ziel zu bringen. In einem intensiven Spiel wird aus einem grossmehrheitlich starken Auftritt am Ende erneut ein offener Schlagabtausch, in dem sich die Schweizer schlussendlich bitter geschlagen geben müssen.
Die Schweiz erwischte einen Start nach Mass. Angeführt von Nikola Portner im Tor setzte sich das Team früh mit 3:0 ab. Slowenien zeigte sich in dieser Anfangsphase technisch unsicher und scheiterte wiederholt entweder am stark parierenden Portner oder an der aufmerksamen Abwehrreihe. Beim Stand von 6:2 nahm Slowenien bereits in der 8. Minute ein frühes Team Time-out. Doch auch danach blieb die Schweiz tonangebend. Das Team setzte konsequent das um, was Nationaltrainer Andy Schmid eingefordert hatte: unser Schweizer Spiel spielen. Geduldige Angriffe, mit klaren Chancen und ein sauberes Zusammenspiel prägten den Auftritt. Defensiv stand die Schweiz kompakt, kämpfte füreinander und zwang die Slowenen zu harzigen Abschlüssen oder Distanzwürfen. Auch in Unterzahl blieb das Team stabil. Eine Zeitstrafe gegen Laube überstand die Schweiz ohne Gegentor, ebenso verursachten die nächsten Unterzahlsituationen nur wenig Schaden. Getragen von klar hörbaren Schweizer Fans liess Portner die Slowenen weiter verzweifeln. Mit seiner Haltequote von über 50 Prozent ging die Schweiz verdient mit 20:14 in die Kabine.
Wie schon zu Beginn der Partie erwischte die Schweiz auch nach der Pause einen Traumstart. Mit einem 3:0-Lauf setzte sich das Team auf 23:14 ab. Sinnbildlich für den Auftritt war eine Szene kurz darauf: Nach einem technischen Fehler warf sich Aellen kompromisslos auf den Ball, obwohl drei Slowenen näher standen und Maros half ihm sofort wieder auf. Beim Stand von 27:20 schlichen sich jedoch erste Unsauberkeiten ein. Zwei Ballverluste in Serie brachten Unruhe ins Spiel, Schmid reagierte umgehend mit einer Auszeit. Slowenien nutzte diese Phase, wurde effizienter und kämpfte sich Mitte der zweiten Halbzeit heran. In der 47. Minute verkürzten die Slowenen auf 29:26, wenig später sogar auf zwei Tore: eine jener Dellen, die bereits nach dem Auftaktspiel thematisiert worden waren. Als Steenaerts in dieser Phase eine harte Zeitstrafe kassierte, kippte das Momentum. Slowenien nutzte die Überzahl, profitierte von grossen Lücken und bestrafte Schweizer Fehler konsequent. Innerhalb weniger Minuten entwickelte sich die Partie erneut zum Hitchcock: In der 53. Minute glichen die Slowenen zum 32:32 aus, kurz darauf gingen sie erstmals in diesem Spiel in Führung. Die Schlussphase war dann geprägt von Fehlern auf beiden Seiten, welche die Slowenen jedoch besser nutzen konnten und die zwei Punkte in trockene Tücher bringen konnten. Das Spiel endete 35:38.
SCHWEIZ - SLOWENIEN 35:38 (20:14)
MEN’S EHF EURO 2026 | Unity Arena, Baerum Oslo | 2’026 Zuschauende | SR: Jorum/Kleven (NOR)
Schweiz: Portner (11 Paraden/1 Tor), Seravalli; Meister, Rubin (4 Tore), Zehnder M. (5), Aellen (2), Röthlisberger, Küttel, Maros (2), Steenaerts (6), Laube (5), Sigrist (1), Zehnder S., Willecke, Leopold (6), Ben Romdhane (3).
Bemerkungen: 4 x 2 Minuten gegen die Schweiz, 4 x 2 Minuten gegen Slowenien. Die Schweiz spielte ohne Kusio und Wanner (beide überzählig), Portner spielte sein 150., Röthlisberger und Küttel ihr 100. Länderspiel für die Schweiz.
Der Blick muss sich nun nach vorne richten. Am Dienstag um 18:00 Uhr (ab 17:45 Uhr live auf SRF zwei) steht für die Schweiz das letzte Gruppenspiel gegen Montenegro an. Nach dem deutlichen Sieg der Färöer gegen Montenegro ist die Ausgangslage klar: Die Schweiz kann den Einzug in die Hauptrunde nicht mehr aus eigener Kraft schaffen. Voraussetzung bleibt ein eigener Sieg, gleichzeitig müssen die Färöer verlieren. Entscheidend wäre dann die Tordifferenz über alle Gruppenspiele, aktuell liegen die Färöer klar vorne. Entsprechend lautet der Fokus für den Vorrundenabschluss: sich gezielt auf Montenegro einstellen und möglichst deutlich gewinnen, um den nötigen Druck aufrechtzuerhalten und die Chance bis zum Schluss offen zu halten, bevor es auf die Schützenhilfe der Slowenen ankommt.
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