Nationalteam Männer • 28.01.2026

Zu viele vergebene Chancen und am Ende klare Kräfteverhältnisse: Gegen Handballschwergewicht Schweden hält die Schweiz in der ersten Halbzeit zwar dagegen, wird jedoch vom schwedischen Schlussmann Palicka bezwungen. Zum Abschluss der ersten EM-Hauptrunde seit 22 Jahren unterliegt die Schweiz dem Co-Gastgeber.
Die Ausgangslage sorgte für gedämpfte Stimmung in der Malmö Arena: Nach dem kroatischen Sieg gegen Ungarn war Schweden bereits ausgeschieden. Entsprechend verhalten startete die Partie. Die Schweiz tat sich offensiv schwer, hielt aber dank eines starken Portners dagegen. Der Schweizer Keeper vereitelte in den ersten Minuten mehrere Abschlüsse, sodass sich Schweden nicht absetzen konnte (1:2 nach sieben Minuten). Eine Überzahl nutzte die Schweiz zur ersten Führung (3:2), auch wenn der Abschluss weiter harzig blieb. Portner prägte die erste Halbzeit mit einer Haltequote von 33 Prozent und parierte unter anderem den ersten Siebenmeter der Partie. Mit einem Gegenstoss über Portner und Samuel Zehnder sowie einem Flügeltor baute die Schweiz den Vorsprung auf 10:7 aus. Nach einem sehenswerten Fliegertor von Aellen auf Zuspiel von Steenaerts lagen die Schweizer gar mit vier Toren vorne. Doch eine harte Zeitstrafe gegen Steenaerts leitete die Wende ein. Schweden nutzte die Überzahl, fand nun auch über Torhüter Palicka besser ins Spiel und glich wenig später aus. Eine Minute vor der Pause übernahmen die Gastgeber wieder die Führung und schickten die Schweizer mit 12:14 in die Katakomben.
Auch nach der Pause fand die Schweiz offensiv nicht in den Rhythmus. Nach bereits 16 Fehlwürfen vor dem Seitenwechsel setzte sich das Bild fort: Die Abschlüsse blieben unpräzise, defensiv fehlte der Zugriff. Schweden nutzte dies konsequent und zog auf 13:17 davon. Beim 14:19 nach 35 Minuten reagierte Andy Schmid mit seiner zweiten Auszeit, doch die erhoffte Wirkung blieb aus. Technische Fehler hielten die torlose Phase am Leben, auch eine offensivere Abwehr brachte keine Wende. Zusätzlich kam in den Schweizer Köpfen Palicka dazu: Abschlüsse landeten an der Torumrandung, während Schweden weiter davonzog. Nach sieben torlosen Minuten wechselte Schmid im Tor, Seravalli kam und setzte mit einer Parade ein Zeichen. Erst Kusio erlöste die Schweiz nach elf Minuten ohne Treffer. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich Schweden jedoch bereits auf 15:24 abgesetzt. In der 46. Minute folgte Schmid’s letzte Auszeit, bewusst ohne Taktiktafel. Doch auch danach blieb Schweden klar überlegen, baute den Vorsprung weiter aus und führte ab der 50. Minute erstmals zweistellig, zwischenzeitlich sogar mit 13 Toren Vorsprung. Die Schweiz muss sich zum EM-Hauptrundenabschluss Handballschwergewicht Schweden 21:34 geschlagen geben.
SCHWEIZ - SCHWEDEN 21:34 (12:14)
MEN’S EHF EURO 2026 | Malmø Arena, Malmø | 7’689 Zuschauende | SR: Alvarez/Bustamante (ESP)
Schweiz: Portner (8 Paraden), Seravalli (2P.); Meister, Rubin (6 Tore), Aellen (1), Röthlisberger, Kusio (1), Küttel (2), Maros, Sigrist (1), Steenaerts (2), Laube, Zehnder S. (4), Willecke, Leopold (1), Ben Romdhane (3).
Bemerkungen: 2 x 2 Minuten gegen die Schweiz, 1 x 2 Minuten gegen Schweden. Die Schweiz spielte ohne Scheidiger, M. Zehnder und Wanner (alle überzählig).
Mit dem Spiel gegen Schweden endet für die Schweiz die Hauptrunde der Europameisterschaft und damit die erste EM-Hauptrundenteilnahme seit 22 Jahren. Am morgigen Tag tritt das Team die Heimreise an, im Gepäck die ersten EM-Hauptrunden-Punkte, wertvolle Erfahrungen auf höchstem Niveau und ein deutliches Zeichen der sportlichen Entwicklung.
Auch ohne Schweizer Beteiligung bleibt das Turnier hochspannend: Am Finalwochenende wird sich entscheiden, welche Teams den Titel holen. Der Blick richtet sich zugleich bereits nach vorne. Die EHF EURO 2028 in der Schweiz, Spanien und Portugal wirft ihre Schatten voraus und markiert das nächste grosse Etappenziel - registrere dich jetzt für alle Vor-Infos zur Heim-EM! Zuvor steht jedoch die IHF Men’s World Championship 2027 an: Die Schweiz wird für Phase 3 der Qualifikation aus Lostopf 1 gezogen und trifft damit auf einen nominell schwächeren Gegner; eine Chance, den eingeschlagenen Weg konsequent fortzusetzen. Gespielt wird die WM-Quali vom 13.05.2026 - 17.05.2026.
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