Nationalteam Männer • 16.01.2026

Geduld, Überzeugung und ein starker Wille: Die Schweiz lässt sich auch von Rückschlägen nicht aus dem Konzept bringen und kämpft sich in der zweiten Halbzeit eindrücklich zurück. In einer elektrisierenden Atmosphäre und auf Messers Schneide starten die Schweizer mit einem 28:28 Unentschieden gegen die Färöer in die EM.
"Wir spielen 60 Minuten unser Spiel", mit dieser klaren Ansage ging die Schweiz in die Partie. Vor rund 7'000 Fans entwickelte sich von Beginn weg ein intensives Spiel mit elektrisierender Atmosphäre. Den ersten Treffer erzielte Felix Aellen bereits nach 24 Sekunden, kurz darauf sorgte ein Videoreplay nach einem Halstreffer von Meister für erste Aufregung. In der Startphase setzte sodann Luca Sigrist Akzente, holte einen Siebenmeter heraus und traf wenig später selbst aus der Distanz. Defensiv zeigte sich die Schweiz aufmerksam, Portner parierte früh mehrfach, auch gegen die Kreisläufer der Färinger im 7-gegen-6. Offensiv tat sich das Team zwischenzeitlich schwer und scheiterte wiederholt am stark parierenden Pauli Jacobsen. Nach einer Durststrecke brachte ein Treffer Portners ins verwaiste Tor das 8:7, ehe Sigrist ausglich. Manuel Zehnder meldete sich bei seinem ersten Einsatz prompt mit einem Dreher an. Bis zur Pause blieb die Partie eng, die Schweiz lag knapp zurueck, zeigte jedoch bereits die geforderte Geduld im Angriff.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb Jacobsen zunächst spielbestimmend, während die Schweiz weiter auf ihren ersten Treffer warten musste. Erst in der 38. Minute erlöste Leopold das Team vom Siebenmeterstrich. In der Folge kippte das Spiel: Die Defensive stand kompakt, Portner hielt entscheidend, Leopold blieb eiskalt vom Strich. Die Schweiz kämpfte sich von einem -6 eindrücklich zurück, glich aus und ging erstmals seit dem 4:3 wieder in Führung. In der Schlussphase blieb die Partie offen. Trotz zwischenzeitlicher Zwei-Tore-Führung liessen sich die Färinger nicht abschütteln. Am Ende hielt Pauli Jacobsen den letzten Schweizer Abschluss, kurz bevor die Färöer ausgleichen konnte. Auch nach Videoreplay, den die Unparteiischen in einer "Game Changing Situation" konsultierten, blieb es beim 28:28 – ein Resultat, das den Spielverlauf widerspiegelt und den Schweizer Auftritt nach dem zwischenzeitlichen -6 belohnt.
FÄRÖER - SCHWEIZ 28:28 (15:13)
MEN’S EHF EURO 2026 | Unity Arena, Baerum Oslo | 7’216 Zuschauende | SR: Erdogan/Özdeniz
Schweiz: Portner (13 Paraden), Seravalli; Meister (1 Tore), Rubin (5), Zehnder M. (6), Aellen (2), Röthlisberger, Küttel, Maros, Steenaerts, Laube, Sigrist (3), Zehnder S., Willecke (1), Leopold (7), Ben Romdhane (2).
Bemerkungen: 4 x 2 Minuten gegen die Schweiz, 2 x 2 Minuten gegen die Färöer. Die Schweiz spielte ohne Kusio und Wanner (beide überzählig).
1. Das erwartet schwierige Auswärtsspiel
Die Partie entwickelte sich wie erwartet zu einer grossen Herausforderung. Trotz Auswärtssituation herrschte eine beeindruckende, emotionale Atmosphäre, die das Spiel zusätzlich prägte und beiden Teams alles abverlangte.
2. Starke Comeback-Qualitäten
Das Team bewies grosse mentale Stärke. Rückschläge warfen uns nicht aus der Bahn. Im Gegenteil: Wir kämpften uns eindrücklich zurück ins Spiel und übernahmen zwischenzeitlich sogar die Führung.
3. Zu tiefe Dellen im Spielverlauf
Gleichzeitig zeigte sich, dass längere Schwächephasen auf diesem Niveau teuer sind. Diese Dellen kosteten viel Energie und machten es am Ende schwer, den möglichen Erfolg vollends zu sichern.
Der Blick richtet sich nun nach vorne. Am Samstag stehen die nächsten Einheiten an, in denen an der Gegnervorbereitung sowie dem weiteren Feinschliff gearbeitet wird. Weniger als 48 Stunden nach dem ersten Hitchcock-Spiel, steht das Team um Nationaltrainer Andy Schmid wieder auf dem Platz: Am Sonntag um 20:30 Uhr gegen die Slowenen, die ihrerseits um den Gruppensieg spielen, nach dem sie eine enge Partie gegen Montenegro mit insgesamt 81 Toren gewinnen konnten. Das Spiel ist ab 20:10 Uhr live auf SRF zwei zu verfolgen (Anpfiff 20:30 Uhr).
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