Die Slowenen: Der nächste Härtetest

Nationalteam Männer  •  17.01.2026

112 Slovenia

Mit Slowenien wartet der nominelle Favorit der Gruppe. Trotz zahlreicher Ausfälle bringt das Team viel Turniererfahrung, internationale Klasse und eine klare Spielstruktur mit und bleibt damit eine der grossen Herausforderungen für die Schweiz.

Slowenien startete als nomineller Favorit in die Vorrundengruppe D und bringt trotz zahlreicher Ausfälle viel Qualität und Turniererfahrung mit. Das Team qualifizierte sich mit sechs Siegen aus sechs Spielen souverän für ihre 15. Teilnahme an einer Männer-Europameisterschaft. Zuletzt belegte Slowenien Rang 6 an der EURO 2024 und schrieb mit dem Einzug in den olympischen Halbfinal 2024 in Paris nationale Handballgeschichte.

Gleichzeitig befindet sich das Team im Umbruch. Nach Paris 2024 traten mehrere erfahrene Spieler zurück, hinzu kommt eine lange Verletztenliste. Besonders schmerzlich ist der Ausfall von Topskorer Aleks Vlah, dazu fehlen unter anderem Blaž Blagotinšek, Miha Zarabec und Mitja Janc. Diese Absenzen zwingen Cheftrainer Uroš Zorman zu Anpassungen, verändern aber nicht den grundsätzlichen Anspruch der Slowenen. Trotzdem verfügt das Team weiterhin über zentrale Achsen. Mit der Rückkehr des Barça-Duos Domen Makuc und Blaž Janc steht eingespieltes und internationales Spitzenniveau im Rückraum und auf dem Flügel zur Verfügung. Makuc lenkt das Spiel mit Übersicht und Tempo, Janc sorgt mit Dynamik, Abschlussstärke und Variabilität für konstante Torgefahr. Im Tor zählt Klemen Ferlin, sofern einsatzfähig, zu den potenziellen Unterschiedsspielern.

Spielerisch setzt Slowenien weniger auf extremes Tempo als die Färöer, sondern auf strukturierte Angriffe, starke 2-gegen-2-Situationen und Distanzwürfe aus dem Rückraum. Das zeigte sich auch im spektakulären 41:40-Auftaktsieg gegen Montenegro, in dem Slowenien offensiv seine Klasse unter Beweis stellte, gleichzeitig aber auch defensive Angriffsflächen offenbarte. Slowenien tritt mit einem jungen, talentierten Team an, das trotz personeller Rückschläge auf dem Papier zu den stärksten Teams der Gruppe zählt. Für die Schweiz wartet damit der nächste Härtetest: gegen einen Gegner mit grosser Qualität, viel Selbstverständnis und der Fähigkeit, Spiele auch in engen Phasen für sich zu entscheiden.

Die Schweiz: Das Spiel mit weniger Dellen durchziehen

Gegen Slowenien wird es entscheidend sein, über die gesamten 60 Minuten Stabilität zu zeigen. Schwankungen wie im Auftaktspiel sind gegen einen strukturierten und erfahrenen Gegner besonders kostspielig. Defensiv muss es der Schweiz gelingen, früh Zugriff auf die Schlüsselspieler Domen Makuc und Blaž Janc zu bekommen, über die das slowenische Spiel massgeblich läuft. Nimmt man ihnen Zeit und Raum, verliert Slowenien an Tempo und Klarheit. Offensiv braucht es Geduld, klare Entscheidungen und Effizienz im Abschluss. Slowenien verteidigt kompakt und wartet auf Fehler, umso wichtiger wird es sein, ruhig zu bleiben, den eigenen Plan durchzuziehen und auch in engen Phasen überzeugt aufzutreten.

Quelle: SHV / Beni Rachad (Text); kolektiff (Bilder)

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