Kerstin Kündig tritt aus dem A-Nationalteam zurück

Nationalteam Frauen  •  04.02.2026

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Nach 15 Jahren im Dress des Schweizer A-Nationalteams hat Kerstin Kündig ihren sofortigen Rücktritt vom Nationalteam erklärt. Mit 114 Länderspielen und 289 Toren beendet eine der wichtigsten Spielerinnen der Schweizer Handballgeschichte ihre internationale Karriere; als Leaderin, Kapitänin und Gesicht einer Generation, die den Schweizer Frauenhandball auf ein neues internationales Niveau geführt hat.

Kündig debütierte 2012 im Alter von 18 Jahren für die Schweiz. Was damals als erster Schritt begann, entwickelte sich über die Jahre zu einer aussergewöhnlichen Nationalteam-Karriere. Aus der talentierten Rückraumspielerin wurde eine zentrale Führungspersönlichkeit, die Verantwortung übernahm, voranging und den Weg für historische Erfolge ebnete. Als eine der ersten Schweizerinnen wagte sie früh den Schritt in europäische Topligen, gewann nationale Titel in der Schweiz, holte Meisterschaften und Pokale in Deutschland und feierte 2025 mit dem Gewinn der EHF European League einen historischen internationalen Klubtitel. Als erste Schweizer Handballerin überhaupt.

Meilensteine für den Schweizer Frauenhandball
Kerstin Kündig steht daher sinnbildlich für den sportlichen Aufschwung des Schweizer Nationalteams. 2022 war sie Teil des Teams, das sich erstmals in der Geschichte des Schweizer Frauenhandballs für eine EM-Endrunde qualifizierte. Zwei Jahre später folgte die Heim-EM, bevor die Schweiz 2025 diese Entwicklung mit der ersten Teilnahme an einer Weltmeisterschaft krönte. «Ich bin stolz auf die 15 Jahre im Nationalteam. Wir durften in dieser Zeit Meilensteine erreichen, von denen wir früher nie glaubten, sie einmal erreichen zu dürfen», sagt Kündig rückblickend. Besonders die erstmaligen Qualifikationen für EM und WM seien Erlebnisse, an die sie sich «sehr gerne» erinnere. Das Heim-EM-Turnier bezeichnet sie als absolutes Highlight: getragen von tausenden Schweizer Fans sei es gelungen, den Traum von der erstmaligen Hauptrunden-Teilnahme an einer EM zu verwirklichen.

Über Jahre hinweg war Kündig weit mehr als nur Spielmacherin im Rückraum. Sie übernahm die Rolle der Kapitänin, führte das Team durch Höhen und Tiefen und wurde für viele junge Spielerinnen zum Vorbild. Ihre Spielweise prägte das Gesicht des Teams. Gleichzeitig war sie auch abseits des Spielfelds eine wichtige Stimme: reflektiert, bodenständig und klar in ihren Botschaften. Dass sie nun den Platz freimacht, sieht sie selbst als bewussten Schritt: «Jetzt freue ich mich, den Weg dieses jungen Teams zu verfolgen und stolz auf jede Spielerin zu sein. Ich weiss, wie viel Potential in diesen Talenten steckt und dass jede ihren Weg gehen wird.»

Mit dem Rücktritt von Kerstin Kündig verliert das Schweizer Nationalteam eine ihrer prägendsten Persönlichkeiten. Ihr Vermächtnis bleibt: als Wegbereiterin, als Kapitänin und als Symbol dafür, was mit Beharrlichkeit, Mut und Teamgeist möglich ist. Der Schweizer Frauenhandball sagt danke: für 114 Länderspiele, 289 Tore und 15 Jahre voller Einsatz für das Nationalteam.

Quelle: SHV (Text); Adrian Ehrbar (Bild, Archiv)

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