Nationalteams Nachwuchs • 15.01.2026

Zwei internationale Testspiele, zwei Niederlagen und dennoch viele wertvolle Erkenntnisse: Das Schweizer U17-Junioren-Nationalteam hat sich mit Vergleichen gegen Ungarn und Slowenien bewusst früh auf internationalem Parkett gefordert. Für Nationaltrainer Valentin Bay stand dabei weniger das Resultat als vielmehr die Standortbestimmung und die Entwicklung seiner Spieler im Vordergrund.
"Für unsere Spieler ist es sehr wichtig, möglichst früh Erfahrungen auf internationalem Parkett zu machen", erklärt Bay. Das Team trainiert seit dem vergangenen Sommer zusammen, die beiden Spiele hätten nun aufgezeigt, "wo wir stehen". Gerade der Vergleich mit Ungarn, einer seit Jahren starken Nachwuchsnation, sei dabei bewusst gesucht worden. "Wir möchten uns mit den Besten messen und uns an diesem Niveau orientieren", so Bay weiter. Entscheidend sei vor allem die individuelle Entwicklung: "Im Direktvergleich zu erfahren, in welchen Bereichen wir dabei sind und wo wir arbeiten müssen, ist sehr wertvoll. Solche Erfahrungen beschleunigen den Lernfortschritt deutlich."
Trotz der beiden Niederlagen zeigte sich Bay mit dem Auftritt seines Teams zufrieden. "Die ersten Länderspiele sind immer speziell, die Nervosität ist grösser als gewohnt", sagt er. Umso positiver bewertet er das Auftreten seines Teams: "Wir haben uns als Gemeinschaft super präsentiert und konnten in einigen Bereichen Akzente setzen." Besonders erfreulich sei gewesen, dass sich das Team vom ersten zum zweiten Spiel steigern konnte. Gleichzeitig bleibt sein Blick realistisch: "Selbstverständlich liegt noch viel Arbeit vor uns, um in diesen Spielen noch näher dran zu sein oder sie gewinnen zu können. Das ist das Ziel." Inhaltlich standen in den vergangenen Monaten klare Schwerpunkte im Zentrum der Arbeit. "Im Herbst haben wir intensiv an der Entwicklung einer stabilen Abwehr und den dazugehörigen individuellen Fähigkeiten gearbeitet", erläutert Bay. Parallel dazu sei im Angriff eine gemeinsame Spielphilosophie mit teamtaktischen Werkzeugen erarbeitet worden. "Schlussendlich wollten wir als Team gut funktionieren und die Schweiz würdig vertreten."
Nicht nur das Sportliche fordert
Neben den sportlichen Aspekten spielten auch mentale Faktoren eine zentrale Rolle. Auswärtsspiele gegen starke Gegner, fremde Atmosphäre und hoher Druck seien prägend für junge Spieler. "Spieler wachsen an und mit ihren Aufgaben", sagt Bay. Diese Erfahrungen würden motivieren, weiter an sich zu arbeiten. "Die mentalen Aspekte sind genauso wichtig wie die sportlichen. Resilienz ist für einen erfolgreichen Sportlerweg zentral." Positiv hob der Nationaltrainer hervor, dass sein Team in beiden Spielen gute Phasen zeigte – defensiv wie offensiv. "Das Team ist sehr lernwillig und kann schnell umsetzen", so Bay. Nun gehe es darum, diese Phasen zu stabilisieren. Klar benannt wurden aber auch die Baustellen: "Wir hatten deutlich zu viele einfache Ballverluste, die wir uns auf diesem Niveau nicht leisten können, ebenso eine zu tiefe Abschlussquote bei freien Würfen." Dazu komme die Gewöhnung an die Intensität und die Zweikampfhärte auf internationalem Niveau.
Bereit für den nächsten Schritt
Für Bay ist klar, worauf es für Schweizer Nachwuchsspieler ankommt, um den nächsten Schritt zu machen: "Sie brauchen früh internationale Erfahrungen, um zu sehen, wohin der Weg führen kann." Ergänzt durch gezielte Arbeit an individuellen Fähigkeiten und der Physis sowie durch die gute Unterstützung in den Vereinen, entstehe eine solide Basis. Sein Fazit fällt entsprechend differenziert, aber zuversichtlich aus: "Wir können sehr viel aus diesen beiden Spielen lernen." Für die Spieler gehe es nun darum, die individuellen Themen in den Trainingsalltag mitzunehmen, für den Trainerstab darum, die nächsten Schwerpunkte zu setzen. "Die Generation 2010/2011 hat sehr viel Potential – und wir freuen uns auf die nächsten Spiele."



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