Nationalteam Männer • 26.01.2026

Island gehört seit Jahren zur erweiterten europäischen Spitze und wartet dennoch auf den nächsten grossen Wurf. Seit dem EURO-Bronzegewinn 2010 stand Island nicht mehr in einem Halbfinal – die EURO 2026 soll diese Serie durchbrechen. Der bisherige Turnierverlauf gibt Anlass zur Hoffnung.
Das Team von Snorri Steinn Guðjónsson verfügt über eine bemerkenswerte Kaderbreite, haben sich schon 13 Spieler in die Torschützenliste eingetragen. Mit Gísli Kristjánsson (10) und Ómar Ingi Magnússon (14) stehen zwei Champions-League-Sieger von Magdeburg im Zentrum des Spiels. Islands Spiel lebt von hoher Duellstärke, Tempo und variablen Angriffsformen. Im Tor vereinen die Isländer Erfahrung und Zukunft: Viktor Hallgrímsson, seit Sommer bei Barça, und Routinier Björgvin Páll Gústavsson, der seit 2006 für das Nationalteam spielt, geben dem Team Stabilität. Aus Schweizer Sicht speziell: Flügelspieler Óðinn Þór Ríkharðsson von den Kadetten Schaffhausen gehört sowohl in der QHL als auch an der EURO zu den treffsichersten Isländern.
Aktuell steht Island an der Spitze der Hauptrundengruppe II. Dies, weil sie als erstes Team des Turniers Schweden schlagen konnten. Beim 35:27 gegen die Co-Gastgeber überzeugten die Isländer mit einer dominanten ersten Halbzeit und widerstanden nach der Pause einem schwedischen Comeback in einer hitzigen Arena. Schlüssel war erneut das Gesamtpaket: hohe Wurfquote, starke Torhüterleistung und eine Abwehr, die im richtigen Moment wieder Zugriff fand.
Islands Cheftrainer Snorri Steinn Guðjónsson betonte, egelte es sofort auf die Schweiz umzuschalten; "ein gefährlicher Gegner, wenn er seine Stärken trifft." Die Schweiz ihrerseits steht in der aktuellen Tabellensituation mit dem Rücken zur Wand. Will sie sich noch Chancen für ein Weiterkommen nach Herning aufrechterhalten, muss sie gegen Island zwei Punkte einfahren. Es geht aber für die Rotweissen ebenfalls darum, an die eigenen Stärken anzuknüpfen und über 60 Minuten konsequent umzusetzen. Entscheidend wird sein, das Tempospiel wieder konsequent auf den Platz zu bringen, sowohl im Angriff als auch im Rückzug. Gegen Islands starke Eins-gegen-eins-Spieler braucht es eine kompakte, aggressive Teamabwehr und klare Absprachen im Zentrum. Im Angriff gilt es, ruhig und strukturiert zu bleiben, technische Fehler zu minimieren und die Breite des Kaders zu nutzen. Wenn es der Schweiz gelingt, die Intensität hochzuhalten, gemeinsam zu verteidigen und ihre Variabilität auszuspielen, ist auch gegen den aktuellen Gruppenleader alles möglich.
Der SHV ist der nationale Fachverband und das Kompetenzzentrum für den Handballsport in der Schweiz.
Der SHV ist Mitglied von Swiss Olympic sowie des Weltverbands IHF und der Europäischen Handball Föderation EHF.
Schweizerischer Handball-Verband
,
Tannwaldstr. 2, 4600
Olten
Tel +41 31 370 70 00
-
shv-fsh@handball.ch