Die Ungarn: Ein Team an der Schwelle zum nächsten Schritt

Nationalteam Männer  •  23.01.2026

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Ungarn gilt seit Jahren als Geheimfavorit, doch der letzte Schritt fehlt noch. Gegen die Schweiz trifft ein physisch robustes Team mit klarer Spielidee auf ein junges Team, das über Tempo und klare Spielidee überzeugen will.

Ungarn gilt seit Jahren als eines der konstanten Teams knapp nach der europäischen Topspitze, oft als Geheimfavorit gehandelt, bislang aber ohne den ganz grossen Durchbruch an einem Major-Turnier. Die Entwicklung ist dennoch klar sichtbar: Nach einem enttäuschenden Heimturnier an der EURO 2022 (Rang 15) steigerte sich das Team kontinuierlich, belegte Rang 5 an der EURO 2024, das beste EM-Ergebnis der Verbandsgeschichte, sowie Rang 8 an den Weltmeisterschaften 2023 und 2025. Seit der Übernahme durch Cheftrainer Chema Rodríguez im Jahr 2022 hat das Team an Struktur und Reife gewonnen. Ungarn tritt heute mit einer spannenden Mischung aus jungen Leistungsträgern und erfahrenen Führungsspielern an. Spieler wie Bence Imre (91), Fazekas Gergö (24) oder Zoran Ilić haben sich früh auf höchstem Klubniveau etabliert und bringen internationale Erfahrung aus Bundesliga, Champions League und European League mit. Ergänzt wird das Gerüst durch routinierte Akteure wie Bence Bánhidi oder Adrián Sipos, die dem Team physische Präsenz und Stabilität verleihen.

Spielerisch zeichnet sich Ungarn durch eine kompakte, harte Defensive und viel Qualität im 1-gegen-1 aus. Im Angriff agieren die Magyaren mit zwei Spielmachern, suchen gezielt 1vs1-Situationen und verfügen im Rückraum über mehrere Werfer mit grosser Reichweite. Distanzwürfe aus neun bis elf Metern gehören ebenso zum Repertoire wie das Spiel über den Kreis. Gleichzeitig ist das Team physisch stark, robust im Zweikampf und schwer zu bespielen. Dass Ungarn trotz aller Qualität verwundbar bleibt, zeigte zuletzt das knappe 23:24 gegen Island im letzten Gruppenspiel. In einer intensiven Partie auf Augenhöhe fehlten in der Schlussphase Kleinigkeiten, technische Fehler, Zeitstrafen und verpasste Abschlüsse, um sich für eine starke Leistung zu belohnen. Ungarn steht damit sinnbildlich für ein Team an der Schwelle zum nächsten Schritt. Mit Erfahrung, Talent und klarer Spielidee ausgestattet, aber weiterhin gefordert, diese Qualitäten über 60 Minuten konsequent auf den Punkt zu bringen.

Die Schweiz um Portner: "We have our chances!"

Gegen Ungarn wird es vor allem auf physische Präsenz und defensive Stabilität ankommen. Die Magyaren suchen konsequent das 1vs1 und verfügen über mehrere wurfstarke Rückraumspieler; entsprechend wichtig ist es, kompakt zu stehen, Räume zu schliessen und klare Absprachen in der Abwehr einzuhalten. Gleichzeitig braucht es im Angriff Mut, Tempo und Überzeugung. Ungarns Defensive ist hart und körperlich, lässt sich aber mit Bewegung, Laufbereitschaft und klaren Entscheidungen unter Druck setzen. Entscheidend wird zudem sein, emotionale Kontrolle zu bewahren: Fehlerphasen und Unterzahlsituationen müssen minimiert werden, um Ungarn nicht in sein strukturiertes Spiel kommen zu lassen. Das Spiel wird ab 17:40 Uhr live auf SRF info zu sehen sein.

Quelle: SHV / Beni Rachad (Text) / kolektiff (Bilder)

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