Nationalteam Frauen • 09.04.2026

Es ist vollbracht! Bereits bei der ersten von zwei Gelegenheiten schaffen die Schweizer Frauen die Qualifikation für die Europameisterschaft im kommenden Dezember. Der deutliche 13:32-Sieg über die Bosnierinnen reichte aus, um alles klarzumachen. Es wird die dritte EM mit Schweizer Beteiligung in Folge und steht exemplarisch für die strategische Entwicklung des Frauenhandballs hierzulande.
Das erste Aufeinandertreffen in Winterthur im vergangenen Oktober zeigte das Gefälle zwischen den beiden Mannschaften in aller Deutlichkeit auf. Gleich mit 35:19 besiegte die Mannschaft von Knut Ove Joa die Bosnierinnen. Trotzdem waren auch jetzt die Kräfteverhältnisse wieder ähnlich klar. Diesmal fehlte allerdings neben der zurückgetretenen Kersting Kündig auch die nach wie vor verletzte Leaderin Tabea Schmid. Dafür kam SPL-Topscorerin Leonie Aellen am Kreis zu ihrem Debut in der Nationalmannschaft.
In Cazin, einer Stadt nahe der kroatischen Grenze, spielte die Nati souverän auf und liess nie Fragezeichen am Punktgewinn aufkommen. Gleich im ersten Angriff erzielte Flügelspielerin Era Baumann per Heber die Führung. Nach dem Ausgleich zum 1:1 gab ihre Mannschaft diese nicht mehr her. Mehrere Paraden von Kapitänin Lea Schüpbach, darunter auch ein Fangball, legten den Grundstein zu einer erfolgreichen Startphase. Im Positionsangriff zeigten die Schweizerinnen Geduld, waren aber auch durch schnelle Gegenstösse erfolgreich. Die Anspiele über das ganze Feld waren teils waghalsig, aber oft von Erfolg gekrönt. Bereits nach zehn Minuten schien die Messe gelesen: Avril Frei netzte mit ihrem ersten persönlichen Treffer zur 3:8-Führung ein. Die Bosnierinnen bemühten sich um ihre Treffer, kamen aber nicht gegen eine gut eingestellte Deckung an. Nach rund zwanzig Minuten begann Trainer Ove Joa, erste Wechsel vorzunehmen. Unter dem neuen Personal fand sich auch die junge Rückraumspielerin Yara Brunett vom LK Zug. Zum Pausenpfiff stand ein diskussionsloses 7:21 für die Schweiz auf der Anzeigetafel.
Fahrige zweite Hälfte macht keinen Unterschied mehr
Im zweiten Durchgang setzte der Trainerstaff noch mehr auf die Breite des Kaders. Seraina Kuratli konnte sich zwischen den Pfosten beweisen und auf den Flügelpositionen stand neu links Giuliana Manduca und rechts Louise Truchot. Obwohl die Abläufe im Angriff nicht immer funktionierten, blieb besonders die Abwehr mehr als standhaft. Ganze zehn Minuten gelang den Bosnierinnen kein einziger Treffer. So nahm das Spiel weiter seinen Lauf, wobei nun Kuratli wie vorher Schüpbach ihr Können zur Schau stellte. Kuratli beendete die Partie mit einer Fangquote von 57%, bei ihrer Positionskollegin waren es 56%. Gegen Ende des Spiels fand auch Torhüterin von Bosnien-Herzegowina, Zorana Jurcevic, ihren Rhythmus und parierte einige Flügelwürfe, sowie einen Siebenmeter. Zwischen der 48. und 59. Minute blieben die Schweizerinnen ohne Treffer. Am Ende machte dies aber keinen Unterschied mehr, die Bosnierinnen waren schlicht und einfach zu harmlos.
Beste Torschützin der Schweizerinnen war Nuria Bucher, die insgesamt acht Treffer verbuchen konnte, sieben davon vom Penaltypunkt. Dahinter erzielten mit Mia Emmenegger, Era Baumann und Daphne Gautschi drei Spielerinnen je vier Tore.
Stimme zum Spiel von Co-Trainer Raphael Kramer
«Unser Ziel war, dass wir das Spiel schnell auf unsere Seite zwingen. Das ist uns absolut gelungen. Obwohl wir in beiden Durchgängen einige Fehler zu viel gemacht haben, sind wir grundsätzlich zufrieden. Was wir dringend verbessern müssen, ist die Wurfausbeute in der Schlussphase. Es ist die erste EM-Qualifikation aus eigener Kraft im Schweizer Frauen-Handball und es zeigt, wie weit wir mittlerweile schon gekommen sind. Wir werden diesen Sieg und die Qualifikation heute Abend gebührend feiern und uns dann auf Italien konzentrieren. Wir als Mannschaft wollen weiter vorankommen und auch dieses Spiel vor heimischer Kulisse gewinnen.»
Am kommenden Sonntag in der Saalsporthalle Zürich gegen Italien
Obwohl die EM-Teilnahme bereits Tatsache ist, steht noch ein Heimspiel in der Qualifikationsphase an. Die Italienerinnen sind am Sonntag in der Saalsporthalle zu Gast. Die Azzurre können sich auch noch für die Europameisterschaft qualifizieren, weil die vier besten Gruppendritten ebenfalls an der Endrunde teilnehmen können. Sie verloren ihr vorletztes Qualifikationsspiel deutlich mit 20:35 gegen die Niederländerinnen. Das Spiel in der bereits fast ausverkauften Zürcher Saalsporthalle wird um 18 Uhr angepfiffen. Vor würdiger Kulisse und bei packender Stimmung soll die Qualifikation abgeschlossen und die erfolgreichen Spiele gebührend gefeiert werden. Stehplatz-Tickets sind an der Tageskasse erhältlich.
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Bosnien-Herzegowina - Schweiz 13:32 (7:21)
WOMEN'S EHF EURO 2026 QUALIFIERS | Sportski Centar Salih Omercevic, Cazin | SR: Geraets/Geraets (NED)
Schweiz: Schüpbach (9 Paraden), Kuratli (8); Bucher (8/7), Baumann (4), Emmenegger (4), Gautschi (4), Goldmann (3), Manduca (3), Frei (2), Snedkerud (2), Altherr (1), Erni J. (1), Truchot, Brunett, Kähr, Aellen
Bemerkungen: 5 x 2 Minuten gegen die Schweiz, 1 x 2 Minuten gegen Bosnien-Herzegowina.
Die Euro findet vom 3. – 20. Dezember in Polen, Rumänien, Tschechien, der Slowakei und in der Türkei statt. An welchem Standort und gegen welche Gegnerinnen die Schweiz spielen wird, zeigt sich nach der Auslosung. Diese geht bereits kommenden Donnerstag, dem 16. April um 18 Uhr, im polnischen Katowice über die Bühne.
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