Handball Schweiz • 22.02.2026

Winterthur stand heute ganz im Zeichen des Cupfinals: Bereits ab 11:30 Uhr wurde in der WIN4 Arena um die ersten Titel des Tages gekämpft. Pfadi Winterthur und der LK Zug krönten sich in den ersten beiden Duellen bereits zum Cupsieger. Den sportlichen Höhepunkt bildete das Mobiliar Handball Cupfinal zwischen dem LC Brühl Handball und GC Amicitia Zürich. Die Stadtzürcherinnen sicherten sich den ersten Cupsieg seit 21 Jahren!
GC Amicitia erwischte den besseren Start in den Mobiliar Handball Cupfinal und legte vor. Der LC Brühl Handball brauchte einige Minuten, um ins Spiel zu finden, liess die Zürcherinnen aber nicht davonziehen und ging seinerseits mit 4:3 in Führung. Bereits in der zehnten Minute reagierte GCA-Trainer Kent Ballegaard mit einem Timeout und stellte in der Folge auf die siebte Feldspielerin um. Kurz darauf kassierte Liv Rusert jedoch eine Zeitstrafe. Brühl nutzte die Überzahl zum 5:4, ehe Lea Schärer einen Siebenmeter herausholte, den Kim Erni sicher zum 5:5 verwandelte. GC Amicitia variierte in der Startphase defensiv mit unterschiedlichen Formationen, während bei Brühl offensiv vor allem Mia Kernatsch Akzente setzte. Auf Zürcher Seite rückte Torhüterin Seraina Kuratli immer stärker in den Fokus. Leonie Aellen nutzte einen Ballverlust der St. Gallerinnen und glich per Gegenstoss zum 6:6 aus. In der Folge parierte Kuratli gleich zwei Siebenmeter und hielt ihr Team im Spiel. Beide Abwehrreihen agierten kompromisslos, Brühl wurde defensiv zunehmend bissiger, bekundete im Angriff aber weiterhin Mühe mit der starken GC-Keeperin. In der 20. Minute setzte sich Brühl erstmals mit zwei Treffern ab, doch nach einer Zeitstrafe gegen Hess nutzte GCA die Überzahl zum 8:8-Ausgleich. Kurz vor der Pause stellte GCA dann erneut auf 10:10, ging durch Aellen per Gegenstoss wieder in Führung und profitierte Sekunden vor dem Seitenwechsel von einem weiteren Big Save Kuratlis. Joline Erni traf schliesslich zum 10:12-Pausenstand.
Auch in der zweiten Halbzeit blieb das Spiel intensiv und umkämpft. GC Amicitia verteidigte den Zwei-Tore-Vorsprung zunächst souverän und hielt Brühl bis zur 40. Minute auf Distanz. Die St. Gallerinnen erzielten zwar immer wieder den Anschlusstreffer, mussten defensiv jedoch mehrere Siebenmeter hinnehmen. In der 45. Minute setzte sich GCA erstmals mit drei Treffern ab, profitierte von technischen Fehlern Brühls und stellte wenig später gar auf plus vier. Die kompakte Zürcher Abwehr, getragen von einer starken Seraina Kuratli, sorgte nach 50 Minuten für eine Fünf-Tore-Führung. Brühls Trainer Raphael Kramer reagierte mit dem siebten Feldspieler und sein Team verkürzte auf 19:23. Eine Zeitstrafe gegen Lorena Baljak bremste die Aufholjagd jedoch. In der 53. Minute nahm Kent Ballegaard seine zweite Auszeit, der Vorsprung war von fünf auf drei Tore geschrumpft. In Überzahl traf Neu-Nationalspielerin Lea Schärer für GCA, doch Brühl blieb dran.
In der Schlussphase setzte Kerstin Kündig mit einem wuchtigen Schlagwurf ein Ausrufezeichen und besiegelte den 26:25 Cupsieg für GC Amicitia.
Nach 21 Jahren holt sich GC Amicitia wieder den Cupsieg und stemmt erstmals in dieser Konstellation eine nationale Trophäe in die Höhe. Es ist die logische Konsequenz einer kontinuierlichen Aufbauarbeit der vergangenen Jahre und der endgültige Beweis, dass sich das Kräfteverhältnis im Schweizer Frauenhandball am verschieben ist.

Im U18-Final standen sich der LK Zug (FU18E) und der LC Brühl Handball (FU18E) gegenüber. Zur Pause war die Partie beim Stand von 15:15 völlig offen und von vielen Ballgewinnen, Paraden beider Torhüterinnen sowie einzelnen technischen Fehlern geprägt. Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Spiel zunächst ausgeglichen. Beide Teams kamen zu guten Abschlüssen, leisteten sich aber in dieser Phase immer wieder Unkonzentriertheiten im Aufbau. Mehrere Führungswechsel unterstrichen den offenen Charakter der Begegnung bis etwa zur 35. Minute.
In der Folge gelang es dem LK Zug, die Intensität in der Defensive zu erhöhen und daraus einfache Tore im Umschaltspiel zu erzielen. Während Brühl vermehrt an der gegnerischen Torhüterin oder an ungenauen Abschlüssen scheiterte, nutzte Zug seine Chancen konsequenter und setzte sich Schritt für Schritt ab. Besonders in den letzten zehn Minuten kontrollierte das Team aus Zug das Spielgeschehen und baute den Vorsprung kontinuierlich aus.
Einen entscheidenden Anteil daran hatte die Zugerin Aita Wegmann, die sowohl aus dem Rückraum als auch vom Siebenmeterpunkt immer wieder erfolgreich war und auf über zehn Treffer kam. Mit ihrer Durchschlagskraft und Konstanz gab sie der Zuger Offensive die nötige Stabilität in der entscheidenden Phase. Am Ende stand ein klarer 31:26-Erfolg für den LK Zug, der sich nach einer lange ausgeglichenen Partie vor allem dank einer stärkeren Schlussphase den Cupsieg sichern konnte. Damit holen sich die Zugerinnen den Pokal von den St. Gallerinnen zurück.

Pfadi Winterthur startete konzentriert in die Partie und erspielte sich in der Anfangsphase durch strukturierte Angriffe und eine stabile Defensive den ersten Vorsprung. Die HSG Nordwest hielt zunächst gut dagegen, hatte jedoch zunehmend Mühe, klare Torchancen zu verwerten. Bis zur Pause konnte Pfadi diesen Vorsprung halten und ging mit einer verdienten 14:10-Führung in die Halbzeit.
Nach dem Seitenwechsel erhöhte Pfadi Winterthur dann das Tempo und nutzte technische Fehler sowie Fehlwürfe des Gegners konsequent aus. Mehrere schnelle Tore sorgten früh für eine Vorentscheidung, während die HSG trotz grossem Einsatz nur phasenweise zum Abschluss kam. Der Vorsprung wuchs, auch wegen des 7. Feldspielers auf Seiten HSG, stetig an und Pfadi kontrollierte das Spielgeschehen über weite Strecken souverän.
Besonders auffällig war Torhüter Eren Besimli (Nr. 16), der mit zahlreichen Paraden, darunter auch bei Siebenmetern und freien Würfen, wichtige Akzente setzte und dem Gegner immer wieder den Rhythmus nahm. Seine starke Leistung, die mit der Bestplayer-Auszeichnung gewürdigt wurde, trug entscheidend dazu bei, dass Pfadi Winterthur den Vorsprung absichern und schliesslich einen klaren 34:21-Erfolg feiern konnte.

Der SHV ist der nationale Fachverband und das Kompetenzzentrum für den Handballsport in der Schweiz.
Der SHV ist Mitglied von Swiss Olympic sowie des Weltverbands IHF und der Europäischen Handball Föderation EHF.
Schweizerischer Handball-Verband
,
Tannwaldstr. 2, 4600
Olten
Tel +41 31 370 70 00
-
shv-fsh@handball.ch