Die Kroaten: Erfahrung, Umbruch und hohe Ambitionen

Nationalteam Männer  •  25.01.2026

131 Croatia

Mit Kroatien wartet in der Hauptrunde ein Gegner mit grosser Tradition, enormer Erfahrung und klaren Titelambitionen. Der Vize-Weltmeister bringt physische Stärke, taktische Disziplin und eine neue Generation an Führungsspielern auf die Platte. Gleichzeitig wissen die Kroaten um die Qualitäten der Schweiz und nehmen sie ernst.

Kroatien gehört seit Jahrzehnten zur europäischen Spitze und bestreitet in Malmö bereits seine 17. EHF-EURO-Endrunde in Serie. Als Vize-Weltmeister 2025 reist Kroatien mit grossen Ambitionen an, der Traum vom ersten europäischen Titel ist weiterhin präsent. Nach dem enttäuschenden Abschneiden an der EURO 2024 leitete Kroatien einen Umbruch ein. Mit Dagur Sigurdsson steht seit 2024 ein international höchst erfahrener Trainer an der Seitenlinie, der für Struktur, aggressive Defensive und taktische Klarheit steht. Unter ihm gewann Kroatien an der WM 2025 Silber; ein klares Signal der Stabilisierung.

Gleichzeitig markiert dieses Turnier den Beginn einer neuen Ära: Erstmals fehlt eine ganze Generation um Duvnjak, Karačić und Pešić. Die Verantwortung trägt nun eine neue Achse, angeführt von Ivan Martinović (51), der sich an der WM als Führungsspieler etablierte. Trotz Verletzungssorgen um seine Personalie gab der kroatische Verband gestern Entwarnung und teilte mit, dass Martinović heute auflaufen würde. Auf dem Flügel sorgt Mario Šoštarić (6) mit seiner Effizienz und Erfahrung für Torgefahr. Kroatiens Spiel lebt weiterhin von einer physischen, sehr aggressiven Abwehr, oft in einer variablen 5:1-Formation, sowie von mentaler Stärke. Genau diese Mentalität hebt auch der Schweizer Nationaltrainer Andy Schmid hervor. Auffällig ist der grosse Respekt gegenüber der Schweiz. Kroatische Stimmen betonen, dass die Schweiz an diesem Turnier mehr verdient hätte und ein sehr ausgewogenes Team stellt. Die Zahlen untermauern dies: Die Schweiz erzielt bislang mehr Tore pro Spiel und liegt auch bei den Torhüterparaden vorne, Kroatien punktet dagegen mit Erfahrung und Konstanz. Dass die Schweiz Kroatien schlagen kann, zeigte sich bereits im Herbst, als die Nati ein Testspiel in Kriens mit 30:28 gewann. Kroatien kennt die Schweizer Qualitäten und nimmt sie ernst.

Die Schweiz: Mutig bleiben und die Kontrolle behalten

Gegen Kroatien wird entscheidend sein, dass die Schweiz ihre Struktur über die ganzen 60 Minuten bewahrt. Die aggressive kroatische Abwehr, oft in einer variablen 5:1, verlangt klare Entscheidungen, Geduld im Angriff und saubere Abläufe, insbesondere im Zentrum. Technische Fehler und überhastete Abschlüsse würden Kroatien in die Karten spielen. Defensiv gilt es, die körperliche Präsenz im Rückraum früh anzunehmen und die Wurfzonen von Martinović & Co. einzugrenzen. Gleichzeitig bleibt das Umschaltspiel ein Schlüssel: Wenn die Schweiz ihr Tempo auf die Platte bringt und konsequent den Weg nach vorne sucht, kann sie Kroatien vor Probleme stellen. Mental braucht es zudem jene Ruhe in engen Spielphasen, die zuletzt phasenweise fehlte. Die Erfahrungen aus den Spielen gegen Slowenien und Ungarn sind dabei wertvoll: Führungen absichern, Druck aushalten und als Team geschlossen bleiben, auch wenn das Momentum kurz kippt.

Quelle: SHV / Beni Rachad (Text); kolektiff (Bild)

Das könnte dich auch interessieren

Der SHV ist der nationale Fachverband und das Kompetenzzentrum für den Handballsport in der Schweiz.
Der SHV ist Mitglied von Swiss Olympic sowie des Weltverbands IHF und der Europäischen Handball Föderation EHF.

Schweizerischer Handball-Verband ,
Tannwaldstr. 2, 4600 Olten
Tel +41 31 370 70 00 -
shv-fsh@handball.ch


Zum Seitenanfang