Nach dem letzten Feinschliff - das Team ist bereit!

Nationalteam Männer  •  13.01.2026

101 Vorschau Oslo

Nach intensiven Tagen in Winterthur folgte bewusst ein Schnitt. Den Tag nach dem zehnten Yellow-Cup-Triumph erhielten die Spieler des Schweizer Nationalteams frei: Zeit für Familie, Freunde und jene Menschen, die in den vergangenen Wochen oft nur am Telefon präsent waren. Ein kurzer Moment des Durchatmens, bevor der Fokus endgültig auf Oslo gerichtet wurde.

Als gemeinsames Teamevent stand am Sonntagabend ein Spielbesuch bei den ZSC Lions in der Swiss Life Arena auf dem Programm. Jenem Ort, an dem 2028 die Heim-Europameisterschaft stattfinden wird. Ein symbolischer Rahmen, der den Spielern nochmals vor Augen führte, wofür sie aktuell arbeiten: für ein Turnier, das nun unmittelbar bevorsteht und für eine Zukunft, die im Schweizer Handball greifbar geworden ist.

Zu Wochenbeginn kehrte das Team von Nationaltrainer Andy Schmid in den Trainingsmodus zurück. Die Eindrücke aus dem Yellow Cup wurden aufgearbeitet, Details geschärft, Abläufe verfeinert. Es ging nicht mehr um Grundsätzliches, sondern um Nuancen: Entscheidungsfindung unter Druck, Ballkontrolle in kritischen Phasen, Abstimmung in der Defensive. Genau jene Punkte, die Schmid nach dem Turniersieg offen angesprochen hatte. Der Erfolg in Winterthur war verdient und wichtig, aber er offenbarte auch jene kleinen Schwankungen, die auf EM-Niveau schnell bestraft werden. Sportlich lieferte der Yellow Cup dennoch wertvolle Bestätigung. Die Breite im Kader ist da, das Tempo hoch, der Spielwitz sichtbar. Vor allem die Comebacks von Nikola Portner und Manuel Zehnder verliehen den Tests unter Realbedingungen zusätzliche Bedeutung. Portner brachte nach seiner Rückkehr sofort Stabilität ins Tor, Zehnder setzte mit seiner Rückkehr ausgerechnet in Winterthur ein emotionales Ausrufezeichen. Acht Tore im Auftaktspiel gegen die Ukraine, Präsenz, Mut, Verantwortung. Vieles erinnerte daran, weshalb er als einer der prägenden Spieler dieser Generation gilt. Gleichzeitig bestätigte das Turnier, was sich in den letzten Monaten abgezeichnet hat: Dieses Team funktioniert nicht über Einzelspieler, sondern über ein kollektives Verständnis von Leistung. Unterschiedliche Formationen, wechselnde Rollen, Verantwortung auf vielen Schultern: die Schweiz ist variabler und reifer geworden. Dass im «Finalspiel» gegen Nordmazedonien trotz komfortabler Pausenführung nochmals eine schwierige Phase überstanden werden musste, passt ins Gesamtbild: bereit, aber noch nicht fertig. Und genau darin liegt die Chance.

Am Mittwoch reist das Team nun nach Oslo. Ab dann gibt es keinen Testlauf mehr, keine Korrekturschlaufe. Die EM 2026 beginnt mit dem Schlüsselspiel gegen die Färöer, das für den weiteren Turnierverlauf richtungsweisend sein wird. Danach warten Slowenien und Montenegro, zwei Gegner mit völlig unterschiedlichem Profil, aber identischem Anspruch an Konzentration und Disziplin. Die Vorbereitung ist abgeschlossen. Der Yellow Cup ist Geschichte, die Erkenntnisse sind gezogen, der Fokus geschärft. Jetzt geht es los. Die Europameisterschaft 2026 kann starten.

Quelle: SHV / Beni Rachad (Text); Nikolai Lehmann (Bild)

Das könnte dich auch interessieren

Der SHV ist der nationale Fachverband und das Kompetenzzentrum für den Handballsport in der Schweiz.
Der SHV ist Mitglied von Swiss Olympic sowie des Weltverbands IHF und der Europäischen Handball Föderation EHF.

Schweizerischer Handball-Verband ,
Tannwaldstr. 2, 4600 Olten
Tel +41 31 370 70 00 -
shv-fsh@handball.ch


Zum Seitenanfang