Nationalteam Männer • 04.01.2026

Mit dem Zusammenzug an diesem Wochenende hat das Schweizer Männer-Nationalteam offiziell die finale Phase der EM-Vorbereitung eingeläutet. In wenigen Tagen beginnt in Oslo die Europameisterschaft 2026 und die Ausgangslage unterscheidet sich deutlich von jener früherer Turniere. Die Schweiz reist nicht mehr als reiner Aussenseiter an, sondern als Team, das sich seinen Platz auf der grossen Bühne in den letzten Jahren Schritt für Schritt erarbeitet hat.
Der Blick zurück lohnt sich. An der EM 2024 sorgte die Nati mit dem sensationellen Unentschieden gegen Olympiasieger Frankreich für einen der emotionalsten Schweizer Handballmomente der letzten Jahre. Auch wenn das Weiterkommen am Ende verpasst wurde, war klar: Dieses Team kann mit den Grossen mithalten. Was folgte, war kein Strohfeuer. An der WM 2025, welche gleichzeitig den ersten Grossanlass von Nationaltrainer Schmid kennzeichnete, bestätigte die Schweiz ihre Entwicklung eindrücklich, zog in die Hauptrunde ein und klassierte sich schliesslich auf Rang 11, das beste WM-Resultat seit 30 Jahren. Mit einem Durchschnittsalter von rund 24 Jahren stellte die Schweiz dabei das jüngste Team des gesamten Turniers. Dass diese Leistungen kein einmaliger Ausreisser waren, zeigte zuletzt der November-Lehrgang: In zwei intensiven Testspielen gegen Vizeweltmeister Kroatien agierte die Schweiz über weite Strecken auf Augenhöhe, führte phasenweise und belohnte sich in Kriens vor ausverkaufter Arena mit einem 30:28-Erfolg, ein weiterer Beleg dafür, dass das Nationalteam inzwischen auch gegen absolute Weltklasse-Teams Lösungen findet.
Diese Erfolge bilden nun das Fundament für die EURO 2026. Die erfolgreiche Qualifikation für die Endrunde ist Ausdruck einer neu gewonnenen Konstanz. Die Schweizer Auswahl hat sich in Europa wieder auf der Landkarte positioniert; nicht durch Einzelresultate, sondern durch nachhaltige Leistungen gegen etablierte Nationen. Der Startschuss fällt heuer am 16. Januar um 20.30 Uhr in Oslo gegen die Färöer. Die Inselnation hat sich in den letzten Jahren vom Handball-Exoten zu einem ernstzunehmenden EM-Teilnehmer entwickelt. Ihr mutiger, intensiver Spielstil macht sie zu einem unangenehmen Auftaktgegner. Für die Schweiz gilt es, vom ersten Moment an bereit zu sein, denn ein gelungener Turnierstart wird in dieser ausgeglichenen Gruppe entscheidend sein. Danach warten mit Slowenien und Montenegro zwei Gegner, die unterschiedlicher kaum sein könnten und doch ähnliche Herausforderungen mit sich bringen. Slowenien gehört seit Jahren zur erweiterten europäischen Spitze, verfügt über grosse Turniererfahrung und ist taktisch wie individuell hervorragend ausgebildet. Montenegro hingegen steht für physische Härte, emotionale Intensität und kompromisslosen Abwehrhandball. Spiele gegen solche Gegner verlangen Geduld, Disziplin und die Bereitschaft, über 60 Minuten an die eigene Grenze zu gehen.
Genau hier sieht das Schweizer Team seine Chance. Das Team von Andy Schmid weiss inzwischen, dass sie auf diesem Niveau bestehen kann. Die WM 2025 hat gezeigt, dass die Schweiz auch gegen hochkarätige Gegner Lösungen findet, Spiele offen gestalten und Drucksituationen standhalten kann. Der klare Anspruch für diese EM lautet deshalb: mindestens Rang zwei in der Gruppe und der erstmalige Einzug in die Hauptrunde einer Europameisterschaft. Dass dieser Anspruch kein leeres Versprechen ist, zeigt die Art und Weise, wie sich das Team auf dieses Turnier vorbereitet. Die finale Vorbereitungsphase ist geprägt von guter Intensität, vorbereitenden Spielen am Yellow Cup (08. - 10. Januar in Winterthur) und einem ausgeprägten Konkurrenzkampf innerhalb des Kaders. Jeder weiss, dass Kleinigkeiten entscheiden können: ein Ballgewinn, ein Gegenstoss-Tor in der Schlussphase, ein gewonnener Direktvergleich.
Alle EM-Spiele mit Schweizer Beteiligung sowie die Halbfinals und der Final werden live auf SRF übertragen. Die Bühne ist bereit. Für die Schweiz beginnt in Oslo nicht einfach ein weiteres Turnier, sondern die nächste Etappe eines Weges, der in den letzten Jahren viel Vertrauen geschaffen hat, im Team selbst und im Schweizer Handball insgesamt.
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