Nationalteams Nachwuchs • 03.01.2026

Zum Auftakt ins neue Jahr bestreitet das Schweizer U18-Frauen-Nationalteam ein internationales Kräftemessen. Beim traditionsreichen Dreikönig-Turnier im badischen Bühl trifft die Auswahl auf körperlich starke Aktivteams aus der 3. Liga in Deutschland und Frankreich – ein bewusst gewählter Härtetest auf dem Weg zu den grossen Saisonzielen.
Für Nationaltrainer Jürgen Fleischmann ist das Turnier seit Jahren ein fixer Bestandteil der Jahresplanung. «Wir absolvieren schon seit Jahren jeweils zum Jahresanfang einen Lehrgang in Steinbach. Am Ende nehmen wir jeweils am Dreikönig-Turnier teil. Hier können wir gegen körperlich starke Teams aus der 3. Liga in Deutschland und Frankreich gute Erfahrungen sammeln», sagt Fleischmann. Gerade der direkte Vergleich mit erfahrenen Aktivspielerinnen biete wertvolle Erkenntnisse für den weiteren Entwicklungsprozess.
Sportlich reist das Schweizer Team nicht ohne Ambitionen nach Bühl. Ein Grossteil der Spielerinnen der Jahrgänge 2008 und 2009 ist bereits zum dritten Mal dabei und kennt die Intensität des Turniers. «Ich erwarte schon, dass wir um den Turniersieg mitspielen können», betont Fleischmann. Gleichzeitig soll das Turnier auch als Lernfeld für die jüngeren Spielerinnen dienen: «Die Spielerinnen mit Jahrgang 2010 sollen wichtige Erfahrungen gegen Aktivteams sammeln.»
Der Blick des Trainerstabs reicht dabei weit über den Jahresanfang hinaus. Das klare Fernziel sind die U18-Weltmeisterschaften im kommenden Sommer. Die jüngste Vergangenheit stimmt zuversichtlich: Silber am European Youth Olympic Festival (EYOF) und Rang fünf an den U17-Europameisterschaften unterstreichen die internationale Konkurrenzfähigkeit. «Das Team hat erneut bewiesen, dass wir um Medaillen mitspielen können», so Fleischmann. Allerdings habe sich in den jüngsten Länderspielen gegen Topnationen wie Deutschland, Frankreich, Kroatien und die Niederlande gezeigt, dass auf höchstem Niveau oft Kleinigkeiten entscheiden. «An diesen Details arbeiten wir momentan in den Trainings und an den Spielen.»
Nach der zweiwöchigen Weihnachtspause steht zu Beginn des Lehrgangs auch Geduld im Vordergrund. «Da läuft erfahrungsgemäss nicht alles rund», sagt Fleischmann. Neben der Athletik liegt der Fokus klar auf der Defensive. «In den vergangenen Länderspielen in Frankreich hatten wir in der Deckungsarbeit immer wieder Durchhänger. Hier wollen wir uns stabilisieren.»
Internationale Turniere wie das Dreikönig-Turnier spielen dabei eine zentrale Rolle in der individuellen Entwicklung der Spielerinnen. «Begegnungen, in denen die Spielerinnen am Limit spielen müssen, sind immer gut. Sie zeigen schnell auf, in welchen Bereichen wir noch arbeiten müssen», erklärt Fleischmann. Gleichzeitig wachse ein Teil der Spielerinnen gerade in solchen Spielen über sich hinaus. «Zudem spielen in den Gegnerteams vielfach Spielerinnen mit Vergangenheit in der 1. Bundesliga. Von solchen abgezockten Spielerinnen kann man sich einiges abschauen.» Als grosse Stärke dieses Jahrgangs sieht Fleischmann nach wie vor die spielerische Qualität. «Das hat sich bereits vor eineinhalb Jahren beim Gewinn des U16-Europameisterschaftstitels gezeigt.» Da das Team körperlich eher zu den kleineren gehöre, sei ein schnelles, variables Spiel entscheidend, um international erfolgreich zu sein. Entwicklungsbedarf sieht der Nationaltrainer vor allem in der Abwehr gegen physisch starke Gegnerinnen. «Hier können wir nur mit viel Einsatz, Laufbereitschaft und einem kooperativen Deckungsverhalten dagegenhalten.
Unabhängig vom Tabellenplatz formuliert Fleischmann klare Wünsche für das Turnier: «Wichtig ist uns, sowohl die individuelle als auch die mannschaftliche Entwicklung voranzutreiben.» Besonders gespannt ist er auf die Akzente der jüngsten Aufgebotenen aus dem U16-Jahrgang. Und ganz zum Schluss fügt er mit einem Schmunzeln an: «Und ja, am Schluss wollen wir das Turnier schon gewinnen.»
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