Der Weg zum Anpfiff: Wie 1’190 Teams ihren Spielplan bekommen

13.08.2026

In einigen Ligen hat die neue Saison gerade begonnen hat, in anderen steht der Startschuss kurz bevor. Hinter jedem Anpfiff steckt der komplexe Spielplan für sämtliche gemeldete Teams der Handball-Schweiz. Für die Saison 2026/27 kommt dabei erstmals ein neues digitales Tool zum Einsatz.

Mittwochabend, 19.15 Uhr, Sporthalle Schachen Aarau. Endlich fällt der Startschuss für die neue Saison in der Quickline Handball League. Der erste Anpfiff 2026/2027 in der höchsten Schweizer Männer-Liga erfolgt dabei – zeitgleich mit anderen Spielen – zwischen dem HSC Suhr-Aarau und den Kadetten Schaffhausen. Mit dabei: Jannis Scheidiger, Torhüter des Heimteams. Zudem das neue Schiedsrichter-Duo aus Deutschland, David Kessler und Niclas Mild. Und auch Manuela, langjähriger Fan vom HSC Suhr-Aarau.

Damit nebst Jannis, David, Niclas und Manuela auch die weiteren Spieler, Funktionäre, Fans und Medienvertreter gleichzeitig den Weg in die Halle finden, benötigt es den entsprechenden Spieleintrag im Matchcenter auf handball.ch. Doch bis dieser dort erscheint, ist es ein langer Weg.

Hinter jedem einzelnen Spiel stecken zahlreiche Entscheidungen, Vorgaben und unterschiedliche Bedürfnisse. Bis jetzt war dieser Spielplanungs-Prozess stark von menschlicher Arbeit geprägt. Vereinsmeldungen mussten ins Excel übertragen, Teams verschiedenen Gruppen zugeteilt und die entsprechenden Daten anschliessend manuell ins System eingegeben werden.

Zwischen Erfahrung und Automatisierung
Mit der Saison 2026/27 hat sich dieser Prozess verändert. Erstmals wurde der Spielplan mithilfe eines automatisierten Tools erstellt. Wie dieses Zusammenspiel zwischen Maschine und Mensch funktioniert? Die Team-Anmeldungen fliessen direkt in den Prozess ein und das System kann auf Basis dessen unter Berücksichtigung der Modi der verschiedenen Ligen einen ersten Spielplan berechnen. Das neue Tool kann grosse Mengen an Informationen schnell verarbeiten und wiederkehrende Arbeitsschritte übernehmen. So entstehen erste Gruppeneinteilungen und Spielansetzungen, welche auch geografische Faktoren berücksichtigen.

Doch der Computer übernimmt die Spielplanung nicht allein. Er unterstützt die Menschen, die dafür verantwortlich sind. Der Computer rechnet, der Mensch entscheidet. Denn ein Spielplan lässt sich nicht auf Zahlen und Regeln reduzieren. Vielleicht gibt es einen speziellen Vereinswunsch. Vielleicht passt eine automatische Einteilung im konkreten Fall nicht. Oder eine besondere Konstellation verlangt nach einer individuellen Lösung.

Für die Saison 2026/27 sind insgesamt 1’190 Teams gemeldet – von der SPL und QHL über die Kategorien U13 und Ü30 bis hin zur Inklusionsliga. Insgesamt umfasst der Spielplan derzeit 7’898 Partien. Darunter auch das Spiel vom HSC Suhr-Aarau gegen die Kadetten Schaffhausen vom vergangenen Mittwoch, wo das neue Schiedsrichter-Duo Kessler/Mild erstmals ein Spiel der höchsten Schweizer Männer-Liga leitete. Jannis Scheidiger gelingen zwar einige starke Paraden, doch auch er kann die Niederlage gegen den Vize-Schweizermeister nicht verhindern. Das Heimteam verliert unter den Augen von Manuela mit 20:28.

Natürlich hoffen Jannis und Manuela darauf, dass der HSC Suhr-Aarau in dieser Saison möglichst erfolgreich ist und der Einzug in die Finalrunde der besten sechs Teams gelingt. Zu diesem Zeitpunkt kommt auch wieder das neue digitale Spielplanerstellungs-Tool zum Zuge. Nach dem Ende der Hauptrunde werden für sämtliche Ligen Playoffs, Auf-/Abstiegsspiele und Platzierungsspiele geplant. So steigert sich die Anzal Spiele weiter. In der vergangenen Saison standen am Ende insgesamt 12’649 Spiele zu Buche. Wie viele es in der Saison 2026/27 sein werden, wird sich zeigen.

Spielplanerstellungs-Tool 2.0
Während der laufenden Spielzeit soll sich das Tool weiterentwickeln. Es gilt, «Kinderkrankheiten» des Systems weiter zu eliminieren, zusätzliche Erfahrungen zu sammeln und die wertvollen Feedbacks der Vereine in die Anpassungen miteinfliessen zu lassen. Und dann beginnt das Zusammenspiel von Mensch und Maschine von Neuem, bis am Ende der Spielplan für die Saison 2027/28 steht.

In knapp einem Jahr wird Manuela erneut das Matchcenter besuchen und nach dem ersten Saison-Spiel ihres Lieblingsvereins Ausschau halten. Und dann resultiert aus ihrer Sicht hoffentlich im Unterschied zu diesem Jahr ein Sieg für den HSC Suhr-Aarau.

Quelle: SHV; Daniela Wicky

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