WM-Quali-Woche: Tagebuch mit Samuel Zehnder

28.05.2026

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Vom 10. bis 18. Mai nahm Samuel Zehnder am Lehrgang des Männer-Nationalteams teil, wobei zum Ende dieser Woche das WM-Ticket gesichert sein sollte. Im Rahmen eines Mini-Tagebuchs gewährt Samuel exklusive Einblicke – leider ohne das erhoffte Happy End.

Sonntag
«Heute bin ich in den Nati-Lehrgang eingerückt. Es ist jedes mal eine Freude, zusammen mit den Jungs für die Schweiz spielen zu dürfen. Grundsätzlich fühle ich mich gut, bin aber auch ein bisschen müde, da wir mit Lemgo gestern Abend noch in Flensburg gespielt haben und ich somit eine lange Anreise nach Winterthur hatte. Diese Woche haben wir eine gemeinsame Mission: Wir wollen zwei Siege gegen Italien, so dass wir uns für die WM 2027 in Deutschland qualifizieren. Das steht über allem. Ich persönlich möchte natürlich auch meinen Teil dazu beitragen, indem ich eine gute Leistung zeige und so dem Team helfen kann.»

Montag
«Heute stehen das erste Hallentraining und die ersten Team-Meetings auf dem Programm. Jetzt, wo der Lehrgang gestartet ist und wir alle wissen, um was es geht, rückt das Spiel vom Mittwoch im Hallenstadion immer mehr in den Fokus. Die Vorbereitung soll ein gemeinsames Verständnis dafür bringen, wie wir gegen Italien spielen wollen. Es ist toll, dass es nun so richtig losgeht.» 

Dienstag
«In der Zwischenzeit habe ich mich gut akklimatisiert und von den Reisestrapazen erholt. Zum Sportlerleben gehören Reisen dazu. In den vergangenen Jahren habe ich gelernt, wie ich die damit verbundene Müdigkeit schnell wieder wegbringe. Am besten gelingt mir dies dadurch, dass ich im Rahmen von Trainings wieder Belastung reinkriege, so wie aktuell im Lehrgang. Zudem war ich auch in der Sauna. Das hat gut getan. Heute steht ein freier Nachmittag auf dem Programm, welchen ich nutzen werde, um den Kopf abzuschalten. Ich werde vielleicht einen Kaffee trinken gehen oder mich meinem Buch widmen. Zurzeit lese ich gerade das siebte Buch von Narnia.»  

Mittwoch
«Es gilt ernst, wir spielen am Abend im Hallenstadion gegen Italien. Ich habe gut geschlafen und bin auch nicht aufgeregter als sonst. An einem Spieltag habe ich keine speziellen Rituale, sondern schätze wiederkehrende Abläufe. Wir haben bereits eine Team-Aktivierung hinter uns. Am Nachmittag werde ich mich sicher nochmals kurz hinlegen und ausruhen. Sobald wir dann zum Hallenstadion fahren, werde ich ungefähr alles gleich machen wie jedes Mal: Meine Schuhe putzen und nochmals duschen gehen. So nimmt dann alles seinen Lauf. Ich freue mich extrem darauf, vor Heimpublikum spielen zu dürfen.» 

Donnerstag
«Gestern Abend haben wir zwar gewonnen, es war aber etwas knapper als erhofft. Der Sieg ist insofern wichtig, dass wir zeigen konnten, dass wir Italien schlagen können. Man muss sich aber klar bewusst sein, dass dies nur der erste Schritt war. Die WM-Quali ist in dem Sinne wie ein Spiel, das 120 Minuten dauert. Darum zählt der Sieg von gestern Abend nur wie eine gewonnene Halbzeit. Die Entscheidung fällt dann am Sonntag in Italien. Mit meiner eigenen Leistung bin ich grundsätzlich zufrieden. Ich habe eine Viertelstunde gespielt und habe in dieser Zeit das gemacht, was ich konnte. Nun gilt es, uns gut zu erholen und wichtige Erkenntnisse aus dem Spiel gestern zu ziehen.» 

Freitag
«Heute reisen wir mit dem Team nach Italien. An einem Reisetag lese ich sehr gerne oder mache etwas für die Uni. So kann ich die Zeit sinnvoll nutzen. Dazwischen trinke ich auch gerne einen Kaffee mit meinen Teamkollegen, um die Zeit etwas abwechslungsreicher zu gestalten. Auf Reisen trage ich eine Armkette mit den Initialen meines Sohnes. Das ist kein "abergläubischer" Glücksbringer an sich, aber eine schöne Begleitung.» 

Samstag
«Wir sind gestern gut in Italien angekommen. Bei Lehrgängen habe ich übrigens immer denselben Zimmergenossen, das ist Joël Willecke. Wir spielen ja auch zusammen bei Lemgo, auf Reisen mit dem Verein teilen wir uns allerdings das Zimmer jeweils nicht. Ich freue mich darauf, morgen nochmals gegen Italien zu spielen. Grundsätzlich mag ich Heim- und Auswärtsspiele gerne, es hat beides seinen Reiz. Was ich immer sehr cool finde, sind viele Leute in der Halle. Das pusht mich so oder so. Aber natürlich ist ein Heimspiel schon etwas spezieller, weil man mehr Leute im Publikum kennt und die Mehrheit der Fans einen supportet.» 

Sonntag
«Das alles entscheidende Spiel der WM-Quali steht an. Heute kommt es sicher darauf an, dass wir unsere Basics gut machen. Wir müssen gut verteidigen und generell das spielen, was uns stark macht. Zudem wollen wir von Anfang an mit Leidenschaft und Agressivität auftreten. Hier haben wir kein Heimpublikum im Rücken, welches uns nach einem schwächeren Start pusht. Darum erachte ich es als wichtig, dass wir in der ersten Minuten besser spielen als im Hallenstadion. Von den Italienern erwarte ich grundsätzlich einen sehr engagierten Auftritt. Sie spielen Zuhause und werden daran glauben, dass sie gegen uns gewinnen können.» 

Montag
«Wir haben es nicht geschafft. Es ist leider überhaupt nicht so ausgegangen, wie wir alle uns das erhofft haben. Zu realisieren, dass wir nächstes Jahr nicht an der WM dabei sein werden, tut sehr weh und macht mich traurig. Das, was wir für unser grosses Ziel investiert haben, hat keine Früchte getragen. Nichtsdestotrotz sind wir Leistungssportler und Rückschläge gehören leider dazu. Aus meiner Sicht bringt es immer mehr, positiv zu bleiben. Es geht weiter und so hart es auch ist, muss man aus solchen Situationen lernen und für die Zukunft etwas mitnehmen. Jetzt gerade fühle ich mich aber leer und sehr enttäuscht.» 

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Quelle: SHV (Text) / Franzi H. Photography (Bilder)

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