WM 2027 in Deutschland findet ohne die Schweiz statt

Nationalteam Männer  •  17.05.2026

123 EM AUS

Die Schweiz verpasst die WM 2027 in Deutschland auf bittere Weise. Nach dem Drei-Tore-Sieg im Hinspiel gerät das Team von Nationaltrainer Andy Schmid im Rückspiel in Faenza früh unter Druck, findet offensiv zu selten Lösungen und kann Italiens Lauf vor heimischer Kulisse nicht stoppen. Damit endet der Traum von der ersten sportlich erkämpften WM-Qualifikation seit 1995 trotz guter Ausgangslage deutlich.

Das Schweizer Männer-Nationalteam erlebt in Faenza einen bitteren Abend: Im Rückspiel der WM-Playoffs gegen Italien verpasst das Team von Nationaltrainer Andy Schmid die erste sportlich erkämpfte WM-Qualifikation seit 1995. Nach dem Drei-Tore-Sieg im Hinspiel in Zürich reiste die Schweiz mit einer guten, aber keineswegs komfortablen Ausgangslage nach Italien. Im Palasport Cattani musste sie sich vor rund viereinhalb Tausend Zuschauenden deutlich geschlagen geben und verpasste damit das Ticket für die Weltmeisterschaft 2027 in Deutschland.

Erneut missriet der Start in die Partie komplett. Italien verteidigte hart, die Schweiz fand offensiv kaum Lösungen und geriet früh unter Druck. Zwar hielt das Team den Anschluss zunächst noch und glich durch Luca Sigrist nach einer Portner-Parade zum 7:7 aus, danach übernahm Italien mit seinen Fans aber klar das Kommando. Dies führte schlussendlich nicht nur zu einem missratenen Start, sondern auch zu einer missratenen ersten Halbzeit. Durch technische Unsauberkeiten, mangelnde Abschlusseffizienz, Zeitstrafen und fast schon von der Kulisse eingeschüchtert verlor die Schweiz zunehmend den Rhythmus. Auch das Spiel mit sieben Feldspielern brachte keine zählbaren Impulse. Italien nutzte die Unsicherheiten konsequent aus und zog bis zur Pause auf 20:12 davon. Der Vorsprung aus dem Hinspiel war damit schon sehr früh aufgebraucht, die Schweiz stand für die vierte Halbzeit vor einer grossen Aufgabe.

Andy Schmid stellte in der Abwehr um und brachte Joël Willecke, der sofort aggressive Impulse setzte. Doch offensiv blieb vieles hektisch, die Abschlüsse kamen zu schnell und zu unpräzise. Italien erhöhte zwischenzeitlich auf plus zehn. Zwar nutzte die Schweiz einige technische Fehler der Italiener und verkürzte nach 37 Minuten auf sieben Tore, worauf Bob Hanning sein Team-Timeout nahm. Näher kam die Schweiz aber nicht. Eine harte Zeitstrafe gegen Röthlisberger, später auch eine umstrittene Strafe gegen Aellen, bremsten den Schweizer Rhythmus zusätzlich. Seravalli hielt in der 46. Minute noch einen Siebenmeter, Aellen verkürzte erneut auf minus sieben. Doch Italien liess sich vor den eigenen Fans nicht mehr aus dem Konzept bringen. Der Schweizer Innenblock fand gemeinsam mit den Torhütern zu wenig Zugriff, vorne scheiterten die schnellen Abschlüsse immer wieder an einem immer stärker werdenden Domenico Ebner. Trotz siebtem Feldspieler setzte sich Italien wieder ab und gewann die Partie mit 38:31.

Damit ist klar: Die WM 2027 in Deutschland findet ohne die Schweiz statt. Nach dem Drei-Tore-Sieg im Hinspiel ist die Hypothek aus dem Rückspiel in Faenza zu gross, um das Ticket zu lösen. Für das Schweizer Männer-Nationalteam endet der Traum von der ersten sportlichen WM-Qualifikation seit 1995 bitter.

Quelle: SHV / Beni Rachad (Text); FIGH (Bilder)

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