Zehn Tore gegen Gidsel. Jetzt geht es gemeinsam gegen die Weltspitze.

Nationalteams  •  03.11.2026

Felix Aellen fordert mit Eisenach die Füchse Berlin, Noam Leopold trifft für Nantes zweistellig und Mathieu Seravalli sammelt Paraden: Die Schweizer Nationalspieler bringen starke persönliche Leistungen in die Nationalteamwoche mit. Morgen Mittwoch wartet in Porto Portugal. Am Sonntag folgt gegen Dänemark das Rekordspiel in der Swiss Life Arena.

Sechs Würfe, sechs Tore. Felix Aellen hatte am Sonntag eine nahezu perfekte erste Halbzeit gespielt. Sein ThSV Eisenach führte gegen die Füchse Berlin mit 16:10, nach der Pause wuchs der Vorsprung sogar auf sieben Treffer. Die Überraschung gegen eines der besten Teams Deutschlands war greifbar. Dann übernahm Mathias Gidsel. Der dänische Welthandballer führte Berlin mit zwölf Toren zum 32:29-Sieg. Aellen beendete die Partie mit zehn Treffern. Ein Schweizer Spielmacher, der einen Favoriten ins Wanken bringt. Ein dänischer Ausnahmekönner, der das Spiel trotzdem noch dreht. Am Sonntag werden sich ihre Wege bereits wieder kreuzen: wenn die Schweiz Dänemark in der Swiss Life Arena empfängt.

Aellen und Leopold bringen Tore mit
Für Aellen war der Auftritt gegen Berlin die Bestätigung einer starken persönlichen Phase. Bereits im vorherigen Bundesligaspiel in Göppingen hatte er elf Tore erzielt, bei elf Versuchen. Insgesamt 21 Treffer aus den letzten beiden Ligaspielen sind ein deutliches Signal vor den Aufgaben mit der Schweiz.

Auch Noam Leopold reist mit reichlich Torgefahr an. Der Links­aussen erzielte beim Champions-League-Aus von Nantes in Plock zehn Treffer. Wenige Tage später liess er beim 46:37 gegen Cesson-Rennes elf Tore aus zwölf Würfen folgen. Fünfmal trat er zum Siebenmeter an, fünfmal traf er. Die europäische Enttäuschung und die persönliche Abschlussstärke liegen bei ihm derzeit eng beieinander.

Luca Sigrist verabschiedete sich am Sonntag mit einem Erfolg in die Nationalteamwoche. Beim hart erkämpften 25:24 von Melsungen in Wetzlar steuerte er einen Treffer bei. Zuvor hatte sich die MT mit einem Unentschieden in Skopje für die Hauptrunde der Champions League qualifiziert. Sigrist sammelt in seiner ersten Saison in Deutschland Erfahrungen in Spielen, in denen bis zum letzten Angriff jeder Ball zählt.

Argumente aus der heimischen Liga
Die guten Nachrichten kommen ebenso aus der Schweiz. Luka Maros erzielte für die Kadetten acht Tore beim Europacup-Sieg in Chambéry und zehn beim Auswärtssieg in Thun. Torhüter Mathieu Seravalli überzeugte gegen Basel mit 17 Paraden und in Thun mit einer Abwehrquote von 42 Prozent. Beim Cup-Erfolg in Emmen am vergangenen Samstag hielt er bereits vor der Pause zwölf Würfe. Auch die beiden Pfadi-Rückkehrer Tiago Cuencas und Mehdi Ben Romdhane haben Argumente gesammelt. Beim Sieg gegen Suhr Aarau traf Cuencas mit sämtlichen sieben Versuchen, Ben Romdhane verwertete alle sechs Würfe. Zusammen: 13 Abschlüsse, 13 Tore.  Für Andy Schmid ergeben sich damit spannende Möglichkeiten. Ohne Manuel Zehnder und Lenny Rubin bietet diese Woche anderen Spielern die Gelegenheit, Verantwortung zu übernehmen. Die jüngsten Clubauftritte zeigen, dass mehrere von ihnen dafür bereitstehen.

Zuerst Porto: Die erste Prüfung wartet morgen
Bevor sich der Blick nach Zürich richtet, wartet eine anspruchsvolle Auswärtsaufgabe. Morgen Mittwoch, 4. November, trifft die Schweiz um 20 Uhr Schweizer Zeit in der Super Bock Arena in Porto auf Portugal. Für beide Gastgeber der EHF EURO 2028 beginnt damit der Euro Cup und die nächste Etappe auf dem Weg zur gemeinsamen Europameisterschaft. Portugal beendete die EURO 2026 auf Rang fünf. Das Team von Paulo Pereira gehört zu den ambitioniertesten Teams Europas und will vor eigenem Publikum erfolgreich in den Wettbewerb starten. Für die Schweiz geht es darum, die individuellen Qualitäten aus dem Cluballtag schnell zusammenzuführen: gemeinsam Lösungen finden, auch unter Druck mutig bleiben und gegen einen starken Gegner über 60 Minuten bestehen.

Dann Zürich: Aus vielen Funken wird eine Rekordkulisse

Vier Tage später wartet die Swiss Life Arena. Am Sonntag, 8. November, um 16 Uhr trifft die Schweiz auf Dänemark. Olympiasieger, Weltmeister, Europameister. Ein Team, dessen individuelle Klasse Aellen am vergangenen Wochenende unmittelbar erlebt hat.

Für dieses Duell sind bereits knapp 11'000 Plätze vergeben. Damit erzielt der Verkauf über den neuen Bestwert für eine Rekordkulisse eines Nationalteamspiels auf Schweizer Boden. Die letzten Sitzplatztickets gehen morgen Mittwoch in den Verkauf. Die Schweizer bringen Tore, Paraden und Erfahrungen aus engen Spielen mit. Am Sonntag kommt die Energie von den Rängen dazu. Jeder Ballgewinn kann die Arena anzünden. Jede Parade kann den nächsten Gegenstoss auslösen. Und jede Stimme wird helfen, wenn es gegen die Weltspitze schwierig wird.

Quelle: SHV / Beni Rachad (Text); Olivia Franz (Bild)

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