Nationalteams Nachwuchs • 28.07.2026

Nie war ein Schweizer Nachwuchs-Nationalteam erfolgreicher als die aktuellen U18-Juniorinnen. An der WM in Rumänien planen sie den nächsten Coup.
Gold an den U16-European Open (2024). Silber am Europäischen Olympischen Jugend-Festival (2025). Rang fünf an der U17-EM (2025). Die Juniorinnen mit den Jahrgängen 2008 und 2009 reihen einen Exploit an den nächsten. Nun sind sie auf dem Weg nach Rumänien, um an der U18-WM ein weiteres Ausrufezeichen zu setzen. «Eine Garantie gibt es nicht, aber natürlich hoffen wir, auch in diesem Jahr wieder mit den Top-Nationen mithalten zu können. Dafür werden wir alles geben», sagt Nationaltrainer Jürgen Fleischmann. Ziel sind die Viertelfinals, auch der Traum von einer Medaille sei nicht vermessen. «Allerdings nehmen wir Schritt für Schritt, damit sind wir immer gut gefahren.»
Los geht es am Mittwoch mit dem Spiel gegen Slowenien (15.15 Uhr), die weiteren Gegner in der Vorrunden-Gruppe H heissen Algerien (Donnerstag, 15.15 Uhr) und Serbien (Samstag, 17.30 Uhr). «Die Auslosung könnte einfacher sein», vermerkt Fleischmann, «Spiele gegen Teams aus dem Balkan sind per se unbequem. Doch wenn wir auf unserem normalen Level spielen, sollten wir sie schlagen können und die Vorrunde als Gruppenerste abschliessen.» Für den Einzug in die Hauptrunde der Top 16 müssen die Schweizerinnen mindestens Platz zwei belegen.
Dass sich seine Auswahl erfolgreich gegen Widerstände auflehnen kann, hat sie vor einem Jahr in mehrfacher Hinsicht bewiesen. Am Europäischen Olympischen Jugend-Festival in Skopje stürmte sie nicht nur auf Platz zwei, sondern liess sich auf von den miserablen Bedingungen in der Unterkunft nicht aus dem Tritt bringen. «Wir waren im 14. Stock untergebracht. Der Lift funktionierte nicht, der Rauchmelder hing lose an der Decke. Wir hatten kein Wasser, dafür Mäuse und Ungeziefer in den Zimmern. Diesbezüglich kann uns nichts mehr schocken», berichtet Fleischmann.
Auf dem Platz gefallen die U18-Juniorinnen mit spielerischen und taktischen Skills. Grössenmässig sind sie zwar meistens unterlegen, Fleischmann bezeichnet sie schmunzelnd als «Zwergentruppe». Mit einem vielseitigen Angriff und einer offensiven Deckung machen sie dieses Manko jedoch wett. Den Hauptgrund, weshalb sie konstant auf internationalem Spitzenlevel performen, schildert Fleischmann so: «Viele Spielerinnen stehen nicht nur im Kader von SPL-1-Teams, sondern kommen dort auch zum Einsatz.» Der Härtetest ist jedenfalls gelungen, das Spiel gegen eine männliche U17-/U15-Auswahl Schaffhausens wurde mit einem Tor Differenz gewonnen.
Als Spielmacherin fungiert Lisa Herger (Spono Eagles), die in der abgelaufenen Saison sogar zur Newcomerin des Jahres in der SPL 1 gewählt worden ist. Sekundiert wird sie von Nora Emmenegger (Spono; Rückraum rechts) und Noëlle Osterwalder (Rückraum links), wobei Letztere bereits den Sprung ins Ausland wagt: In der kommenden Spielzeit wechselt Osterwalder von Yellow Winterthur nach Sola in Norwegen. Ihr Comeback nach einjähriger Pause wegen eines Kreuzbandrisses gibt Yellows Nora Heer. «Wir sind froh, dass sie wieder am Start ist», sagt Fleischmann. «Nora bringt im Rückraum mit ihren Shooter-Qualitäten eine neue Komponente rein.»
Auch die Qualität auf den Flügeln ist hoch: Linksaussen Lauryn Mierzwa (LC Brühl) stand 2025 im Allstar-Team der U17-EM, rechts sorgt Emma Heer (Yellow) für Unruhe. Abgerundet wird das voraussichtliche Starting Lineup mit der unberechenbaren Cristina Hofstetter (wechselt von Brühl zu Yellow) am Kreis, während es im Tor keine klare Nummer eins gibt: Je nach Gegner und Form kommen Jael Billeter (Herzogenbuchsee), Larissa Trümpler (LK Zug) oder Leandra Setz (Spono) zum Einsatz.
Mi. 29.07.26, 15:15 (CH-Zeit), Schweiz – Slowenien
Do. 30.07.26, 15:15 (CH-Zeit), Schweiz – Algerien
Sa. 01.08.26, 17:30 (CH-Zeit), Schweiz – Serbien
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