U20 EM Männer: Schweizer schaffen Exploit und fordern nun den Weltmeister

Nationalteams Nachwuchs  •  15.07.2026

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29:26-Sieg gegen Frankreich und Qualifikation für die Viertelfinals – die Schweizer sorgen an der U20-Europameisterschaft weiterhin für Furore. Nun wartet Handball-Macht Dänemark.

«Das können wir nicht hoch genug einschätzen. Deshalb nehmen wir jedes Kompliment gerne an.» Lukas Maag, der Assistenztrainer der Schweizer U21-Nationalmannschaft, weiss um die Bedeutung des Exploits vom Dienstagabend. Im zweiten Spiel der Hauptrunde an der U20-EM siegten die Schweizer gegen keinen Geringeren als Frankreich und zogen damit in die Viertelfinals ein. 29:26 stand es am Ende, und damit komplett anders als vor zweieinhalb Wochen an der Airport-Trophy. Damals verlor die Schweiz zum Auftakt des Vorbereitungsturniers gegen Frankreich mit 21:31.

Es war praktisch ein Start-Ziel-Sieg gegen die älteste Juniorenauswahl der «Grande Nation». Nur einmal führten die Franzosen, in der 5. Minute mit 2:1, ansonsten marschierte der vermeintliche Underdog vorneweg. Ausgezeichnet im Spiel war von Beginn weg Torhüter Lino Schneider. «In seinem Stellenbeschrieb steht, dass wir von ihm eine Abwehrquote von 30 Prozent brauchen. Sonst haben wir keine Chance», erklärt Maag. Schneider verbuchte in der ersten Halbzeit formidable 47 Prozent, die Schweiz führte mit bis zu sechs Toren Differenz, zur Pause lautete das Skore 14:10.

«Kein Spieler trägt nur die Physiotherapie-Tasche»

Näher als auf zwei Tore kamen die Franzosen nach dem Seitenwechsel nicht mehr heran. Zwar wurde es brenzlig, die Fehlerquote in unserem Angriff war zu hoch. Doch die Schweizer kämpften heroisch, illustriert durch Nils Epp, der nach einem Schlag mit einem Kopfverband auf den Platz zurückkehrte und weiterhin unerschrocken in jedes Duell stieg. «Es ist uns gelungen, eine Einheit zu formen, es hat sich ein Wir-Gefühl entwickelt. Jeder hat seine Aufgabe, egal ob er 5 oder 50 Minuten spielt. Es gibt keine Alibi-Jobs, kein Spieler trägt nur die Physiotherapie-Tasche», betont Maag.

Erstaunlich: Die SHV-Auswahl stieg mit viel Vertrauen in die schnelle Offensive ins Kontinentalturnier, mittlerweile hat sich aber auch die Abwehr auf ein erstaunliches Niveau emporgehievt. Die Schweizer verteidigen taktisch klug, der Innenblock mit Mathis Rüegger und Moritz Heinl strahlt viel Sicherheit aus. Heinl setzte gegen Frankreich unverhofft auch vorne markante Akzente, vom Penaltypunkt und im linken Aufbau steuerte der 19-jährige St. Galler wichtige Treffer bei. «Er hat sich in der Deckung in einen Flow gespielt. Mit jedem Foul wird er einen Zentimeter grösser und etwas breiter», sagt Maag.

Viertelfinal vor den Augen des Startrainers

Die Schweiz beendet die Hauptrunde auf dem zweiten Platz – unmittelbar hinter dem physisch wuchtigen Deutschland mit Kiel-Shootingstar Rasmus Ankermann, gegen das man am Montag die bisher einzige Niederlage kassiert hat (30:32). Damit stehen die Schweizer für viele überraschend im Viertelfinal, am Donnerstag (16 Uhr, EHF TV) treffen sie dort auf Weltmeister Dänemark. «Ein tougher Gegner», findet Maag, «aber es ist doch eine geile Sache, wenn Nikolaj Jacobsen auf der Tribüne sitzt», vermerkt er in Anlehnung an den prominenten Chefcoach von Dänemarks A-Nationalteam.

Im Schweizer Staff wird man sich mit Videoanalyse erneut akribisch auf den Gegner vorbereiten. Die Spieler legen den Fokus angesichts des enorm intensiven Programms (sechstes Spiel innert neun Tagen) auf die Regeneration. Und so stellt sich die Frage: Was ist mit diesem Team noch möglich? «Gegen Dänemark sind wir der Aussenseiter», sagt Lukas Maag, aber: «Wir werden nicht die weisse Fahne schwenken. Wieso sollen wir sie an diesem einen Tag nicht schlagen können? Was wir uns erarbeitet haben, ist nur als Einheit und als Team möglich. Es fühlt sich an, als ob wir einen Spieler mehr auf dem Platz hätten.»

Telegramm Schweiz - Frankreich 29:26 (14:10)

Team Schweiz: Heinl Moritz 8 Tore, Cuengas Tiago 6, Epp Nils 6, Ugiagbe Manoy 3, Hochuli Rino 2, Lüthi Alessandro 1, Röttges Neil 1, Halilovic Davud 1, Petrig Nico 1, Bolt Noah, Herbst Joel, Pietrek Valentin, Rüegger Mathis, Dörwaldt Andrin. 

Quelle: Handballworld AG

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