Top-Ligen • 27.04.2026

Die Bühne ist bereitet: In der Swiss Premium League starten am kommenden Wochenende die Playoff-Halbfinalserien. Selten war die Ausgangslage so vielschichtig wie in dieser Saison. GC Amicitia Zürich, der LC Brühl Handball, Yellow Winterthur und der LK Zug messen sich im Kampf um den Finaleinzug, doch die Vorzeichen könnten unterschiedlicher kaum sein.
So beginnt in der Swiss Premium League mit den Playoff-Halbfinals auch in der höchsten Frauenliga die entscheidende Phase der Saison. Nach einer intensiven Finalrunde, vor allem um den Kampf der Ränge zwei und drei, versprechen die beiden Serien sehr unterschiedliche Dynamiken, sowohl sportlich als auch in Bezug auf Ausgangslage und Begleitumstände.
Im ersten Halbfinal trifft Finalrundensieger GC Amicitia Zürich auf den viertplatzierten LK Zug. Die Zürcherinnen haben die laufende Spielzeit in beeindruckender Manier dominiert und sich mit 42 Punkten sowie 20 Siegen klar an die Spitze gesetzt. Besonders auffällig ist dabei nicht nur ihre Konstanz, sondern auch die Art und Weise, wie sich das Team über die gesamte Saison hinweg präsentiert hat. GC Amicitia agierte in vielen Spielen kontrolliert, effizient und mit einer bemerkenswerten Stabilität in den entscheidenden Phasen. Selbst enge Partien, wie zuletzt das Kantonsderby gegen Yellow Winterthur, konnten letztlich erfolgreich gestaltet werden, wobei Headcoach Ballegaard immer wieder Lösungen fand, um auf Drucksituationen zu reagieren.
Ein zentraler Faktor im Spiel der Zürcherinnen ist die vergleichsweise geringe Kaderbreite. Insbesondere im Rückraum und auf den Flügelpositionen liegt viel Last auf wenigen Schultern. Spielerinnen wie Kim Erni, Angelina Schläpfer oder auch Kerstin Kündig übernehmen regelmässig eine tragende Rolle und prägen das Spiel entscheidend. Gerade Kündig prägt das Spiel nicht nur sportlich, sondern auch emotional – ihr angekündigter Rücktritt auf Saisonende verleiht der aktuellen Playoff-Phase eine zusätzliche Dimension. Gleichzeitig sieht sich GC Amicitia mit einer angespannten personellen Situation konfrontiert. Mehrere verletzungsbedingte Ausfälle reduzieren die Rotationsmöglichkeiten weiter und könnten insbesondere in den Playoffs mit mehreren Spielen innerhalb kurzer Zeit eine Rolle spielen.
Der LK Zug hat sich als viertplatziertes Team der Finalrunde für die Halbfinals qualifiziert und geht mit positiven Eindrücken aus den letzten Spielen in die Serie. Die Zugerinnen zeigten zum Abschluss der Finalrunde zwei überzeugende Auftritte, unter anderem mit einem deutlichen Sieg gegen Herzogenbuchsee sowie einem klaren Erfolg gegen die Spono Eagles im entscheidenden Spiel um die eigene Playoff-Teilnahme.
Auffällig ist bei den Zugerinnen die geschlossene Teamleistung. Anders als bei anderen Teams verteilt sich die Verantwortung auf viele Spielerinnen, was dem Spiel eine gewisse Unberechenbarkeit verleiht. Trotzdem darf es auch regelmässig auf die guten Leistungen seiner Mobiliar-Topscorerin Eva Pietrasik zählen. Gleichzeitig wird das Team nun mit einer anderen Ausgangslage konfrontiert sein: Während sie sich zuletzt in Spielen ohne grossen Druck präsentieren konnte, wartet mit GC Amicitia nun ein Gegner, der über die gesamte Saison hinweg den Massstab der Liga gesetzt hat.
Das zweite Halbfinalduell zwischen dem LC Brühl Handball und Yellow Winterthur verspricht eine andere Ausgangslage. Hier treffen zwei Teams aufeinander, die sich in der Finalrunde direkt um das Heimrecht in der Halbfinalserie konkurrenziert haben. Der LC Brühl schloss die Finalrunde auf dem zweiten Rang ab und konnte sich damit den Vorrang für die Serie sichern. Die St.Gallerinnen zeigten über weite Strecken der Saison eine stabile Leistung und waren insbesondere das einzige Team, das GC Amicitia Zürich bezwingen konnte. Dennoch verlief die unmittelbare Vorbereitung auf die Playoffs nicht reibungslos. Die Niederlage gegen die Spono Eagles im letzten Spiel der Finalrunde offenbarte ihre Schwächen im Angriffsspiel sowie eine erhöhte Fehleranfälligkeit. In dieser Partie war es vor allem Torhüterin Norah Kothen, die mit zahlreichen Paraden herausragte und damit verhinderte, dass das Resultat noch deutlicher ausfiel.
Demgegenüber steht Yellow Winterthur, das die Finalrunde auf Rang drei beendete und sich ebenfalls mit konstanten Leistungen für die Halbfinals qualifizieren konnte. Die Winterthurerinnen präsentierten sich insbesondere gegen die Topteams phasenweise auf Augenhöhe, konnten jedoch nicht immer die nötige Konstanz über die gesamte Spieldauer hinweg halten. Dies zeigte sich auch im letzten Spiel gegen GC Amicitia, in dem Yellow über weite Strecken mithielt und mehrfach ausgleichen konnte, letztlich jedoch in den entscheidenden Momenten den Kürzeren zog. Charakteristisch für Yellow ist ein intensiver Spielstil mit viel Tempo und Emotion. Im direkten Vergleich mit dem LC Brühl gab es in der Finalrunde unterschiedliche Bilder: Während die Zürcherinnen die ersten zwei Begegnungen in dieser Spielzeit für sich entscheiden konnten, leckten die St.Gallerinnen ihre Wunden und zeigten sich in den letzten beiden Partien jeweils deutlich siegreich.
Beide Halbfinalserien stehen somit unter unterschiedlichen Vorzeichen. Während im Duell zwischen GC Amicitia Zürich und dem LK Zug die Dominanz des Finalrundensiegers und die Entwicklung des Herausforderers im Fokus stehen, bringt die Begegnung zwischen dem LC Brühl Handball und Yellow Winterthur eine Serie mit nur wenig Differenzen mit sich. Gemeinsam ist in beiden Serien, dass sie den Übergang von der regulären Saison in die entscheidende Phase markieren. Eine Phase, in der Details, Tagesform und Belastungssteuerung zunehmend an Bedeutung gewinnen. Alle Spiele der beiden Best-Of-Three-Serien werden vollständig auf der Streamingplattform RED+ gezeigt.
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