Nationalteams Nachwuchs • 05.08.2026

Die Schweizerinnen stehen an der U18-WM im Viertelfinal und treffen dort auf Spanien. Der Trainerstaff ist gefordert – nicht nur auf, sondern wegen einer lustigen Aktion auch neben dem Platz.
Sie liefern ab, die Schweizer U18-Juniorinnen, schon wieder. Wie schon in den Jahren zuvor mit Gold an den U16-European Open (2024), Silber am Europäischen Olympischen Jugend-Festival (2025) und Rang fünf an der U17-EM (2025) treffen sie im Konzert der Grossen auch an der U18-WM den richtigen Ton: Nach dem souveränen Gruppensieg in der Vorrunde setzte sich die zweitälteste Nachwuchsauswahl des SHV auch in der Hauptrunde durch: Nach einem 41:31-Sieg gegen Japan und einer 27:32-Niederlage gegen die Slowakei rückt sie als Gruppenzweite in den Viertelfinal vor. Dort warten am Donnerstag (15 Uhr) die Spanierinnen.
Die Schweizer Delegation nutzte am Dienstagabend nach getaner Arbeit die Gelegenheit, um etwas auszuspannen. Die Eltern der Spielerinnen, die auch in Rumänien zahlreich präsent sind, luden die Mannschaft zum Abendessen ein. Mehr noch: Sie sorgten mit einer Powerpoint-Präsentation für beste Unterhaltung. «Der Staff musste sich hinsetzen und dann zeigten sie uns Babyfotos ihrer Kinder. Wir mussten raten, wen wir jeweils sahen, wie viele Geschwister sie haben und welches ihre Stammklubs sind», erzählt Assistenztrainerin Caro Emmenegger und schmunzelnd hält sie fest: «Wir wurden getestet, wie gut wir unsere Spielerinnen kennen.»
Generell sorgen die Eltern, die mittlerweile eine ebenso zusammengeschweisste Gruppe bilden, für ein gutes Ambiente. In der Halle bilden sie jeweils eine kleine, rot-weisse Wand mit Schweizer Fahnen und unterstützen ihre Lieblinge lautstark. Gegen Japan war dieser Support auch nötig, denn gegen die schnellen und agilen Asiatinnen tat sich die Schweiz zunächst schwer. Japan deckte in einem 3-3-System, provozierte technische Fehler und profitierte in der Folge mit Gegenstossstoren. In der 17. Minute lagen die Schweizerinnen mit 9:13 im Rückstand. Cheftrainer Jürgen Fleischmann nahm ein Time-out. Und traf die richtigen Massnahmen.
Zum einen kam es zu einem Wechsel auf der Torhüter-Position. Jael Billeter rückte zwischen die Pfosten und nagelte ihr Gehäuse phasenweise zu. Zum anderen stellte Fleischmann, wie im Vorfeld angekündigt, vorne auf die 7-gegen-6-Variante um. «Wir sind Brasilien dankbar, weil es uns zeigte, dass dies gegen Japan funktionieren könnte», erklärt Emmenegger und bezieht sich damit auf das Vorrundenspiel der Südamerikanerinnen gegen Japan. Zwar verloren sie dieses mit 27:31, doch mit der Überzahlvariante in der Offensive machten sie dem Kontrahenten das Leben schwer.
In der Tat war Japan fortan heillos überfordert. Die Schweiz trat im Passspiel mit mehr Sorgfalt auf, drängte den Gegner auf die Sechsmeterline zurück und kam dank ihrer spielerischen Qualität immer wieder zu guten Abschlusschancen. Zur Pause war das Skore ausgeglichen (15:15), nach dem Seitenwechsel stürmten unsere U18-Juniorinnen sogar zu einem furiosen Kantersieg und baten später zum extra einstudierten Siegertänzchen. Aber: Weniger nach Plan verlief tags darauf das Duell mit Titelverteidiger Slowakei. «Das Momentum war nie auf unserer Seite, viele 50:50-Aktionen fielen gegen uns aus. Es gibt solche Tage», resümiert Emmenegger.
Zu allem Übel gesellte sich auch noch ein bitterer Ausfall: Kreisläuferin und Abwehrchefin Cristina Hofstetter erlitt einen Mittelhandknochenbruch, nachdem ihr eine Gegnerin auf die Hand gefallen war. Für sie ist das Turnier beendet. Hofstetter zu ersetzen, wird zur Herkulesaufgabe, zumal die Konkurrenz immer stärker wird. Spanien ist gemeinsam mit Ägypten das einzige Team, das alle WM-Spiele gewonnen hat. Die Schweiz bewies in den letzten Tagen jedoch viel Resilienz, arbeitete sich auch nach Rückständen zurück. «Nervös werden alle sein», sagt Emmenegger. «In entscheidenden Spielen reicht oft eine solide Leistung. Ausschlaggebend ist, wer cool bleibt, wenn es schwierig wird.»
Der SHV ist der nationale Fachverband und das Kompetenzzentrum für den Handballsport in der Schweiz.
Der SHV ist Mitglied von Swiss Olympic sowie des Weltverbands IHF und der Europäischen Handball Föderation EHF.
Schweizerischer Handball-Verband
,
Tannwaldstr. 2, 4600
Olten
Tel +41 31 370 70 00
-
shv-fsh@handball.ch