Nationalteams Nachwuchs • 07.07.2026

Die Schweizer starten am Mittwoch in Rumänien in die U20-EM. Trainer Petr Hrachovec spricht über die eigene Mannschaft, Gegner und Ziele.
«Wenn wir uns an den Plan halten, können wir phasenweise mit den Besten der Welt mithalten. Wenn nicht, dann geht es schnell in die Hose.» Die Analyse von U21-Nationaltrainer Petr Hrachovec ist prägnant und bezieht sich auf das Abschneiden der Schweizer an der Airport-Trophy. Am traditionellen Vorbereitungsturnier in der Klotener Ruebisbachhalle trafen sie mit Frankreich, Spanien und Deutschland auf absolute Topteams, die auch an der bevorstehenden U20-EM zu den Favoriten zählen werden. Fazit: Die Schweiz verlor zwar alle Spiele, steigerte sich in kurzer Zeit aber markant.
Im Startspiel gegen Frankreich (21:31) gab es nichts zu holen, gegen Spanien rückte sogar ein Sieg (32:33) in Reichweite, gegen Deutschland missriet lediglich die Startphase (33:35). «Wir hatten eine kurze Vorbereitung, doch die Zeit reichte, um alles anzuschauen, was wir anschauen wollten. Wir mussten es einfach im Schnellzug-Tempo machen», berichtet Hrachovec und er fügt an: «Die Mannschaft hat super mitgemacht, in jedem Training wirklich konzentriert gearbeitet. Nun geht es darum, dass wir das Gelernte umsetzen.»
Das sind die Schweizer Schlüsselspieler
Erstmals Gelegenheit dazu haben die Schweizer am Mittwoch (13.30 Uhr, live auf EHF TV), wenn sie im Startspiel der Gruppe B auf die Türkei treffen. Die weiteren Konkurrenten sind Serbien (Do 18.30 Uhr) und die Färöer Inseln (Sa 18.30 Uhr). Um in die Zwischenrunde (Top 12) vorzustossen, braucht es mindestens Platz zwei. «Das ist unser Ziel. Unsere Gruppe ist aber schwierig und sehr ausgeglichen, jeder kann jeden schlagen», sagt Hrachovec und mit Blick auf die Stärkeverhältnisse im Feld der 24 Nationen hält er fest: «Wir wissen ungefähr, wo wir stehen – zwischen Rang 10 und 22.»
Die Schweizer reisten mit einem 16-Mann-Kader ins rumänische Cluj-Napoca. Ein Schlüsselspieler ist Regisseur Tiago Cuencas (Pfadi Winterthur), der als Einziger bereits im A-Nationalteam debütiert hat. Neben ihm soll Nils Epp (Kriens-Luzern) im rechten Aufbau viel Zug aufs Tor entwickeln. In der Abwehr steht der Innenblock im Fokus, wo sich Moritz Heinl (St. Otmar St. Gallen), Alessandro Lüthi (BSV Bern), Mathis Rüegger (Pfadi Winterthur) und Neil Röttges (Emmen) die Verantwortung teilen. Auch Torhüter Lino Schneider (Baden-Endingen, ab neuer Saison beim HSC Suhr Aarau) kann wichtige Akzente setzen.
Erreichen des Viertelfinals wäre ein Exploit
Hrachovec betont allerdings, dass es in seiner Equipe keine Superstars gebe: «Unsere Stärke ist das Kollektiv, wir verfügen über eine tolle Truppe mit einem sehr guten Zusammenhalt.» Wie die Auftritte an der Airport-Trophy offenbarten, liegen die Vorzüge der Schweizer U21-Junioren in der Offensive, wo sie auf schnelle und flexible Vorträge setzen. Ausbaufähig ist die Arbeit in der Defensive. Zwar steigert sich die SHV-Auswahl auch in dieser Hinsicht von Tag zu Tag – um das System und die Kommunikation zu verfeinern, wünschte sich Hrachovec aber noch etwas mehr Zeit.
Viel Zeit bleibt allerdings nicht mehr, am Mittwoch müssen die Schweizer gegen die Türkei bereits liefern. Beim ersten Gegner thematisiert Hrachovec im Vorfeld vor allem die Qualität des Rückraums und der bulligen Kreisläufer. Serbien performe derweil mit typischem Balkan-Handball – «eingespielt, technisch versiert und mit individueller Klasse». Und die Färinger? Sind voraussichtlich nicht mehr ganz so stark wie vor einem Jahr, als sie die U21-WM auf dem dritten Platz abschlossen, doch ihr 7-gegen-6-Angriff ist weiterhin sehr effektiv. Zusammengefasst: Vieles scheint möglich für die Schweiz – vom Vorrunden-Aus bis zum Exploit in Form einer Viertelfinal-Qualifikation.
08.07.2026, 14.30 Uhr Schweiz – Türkei, BT Arena Cluj
09.07.2026, 19.30 Uhr, Schweiz – Serbien, BT Arena Cluj
11.07.2026, 19.30 Uhr, Schweiz – Färöer, FAR Arena Turda
Bolt Noah, 2006; TSV St. Otmar St. Gallen (FR)
Cuencas Tiago, 2007; Pfadi Winterthur (RM)
Dörwaldt Andrin, 2006; TSV St. Otmar St. Gallen (FL)
Epp Nils, 2007; HC Kriens-Luzern (RR)
Halilovic Davud, 2006; BSV Bern (KL)
Heinl Moritz, 2007; TSV St. Otmar St. Gallen (RM)
Herbst Joel, 2006; Handball Stäfa (RM)
Hochuli Rino, 2006; Handball Emmen (FR)
Hodler Fynn, 2007; TV Steffisburg (TH)
Lüthi Alessandro, 2007; BSV Bern (RM)
Petrig Nico, 2008; GC Amicitia Zürich (FL)
Pietrek Valentin, 2006; TV Birsfelden (RL)
Röttges Neil, 2007; Handball Emmen (RL)
Rüegger Mathis, 2007; Pfadi Winterthur (KL)
Schneider Lino, 2008; HSG Baden-Endingen (TH)
Ugiagbe Manoy, 2006; Kadetten Schaffhausen (RL)
Leitung
Petr Hrachovec, Nationaltrainer
Lukas Maag, Assistenztrainer
Dragan Marjanac, Torhütertrainer
Katrin Stepanek, Physiotherapeutin
Florian Smayra, Teamarzt
Der SHV ist der nationale Fachverband und das Kompetenzzentrum für den Handballsport in der Schweiz.
Der SHV ist Mitglied von Swiss Olympic sowie des Weltverbands IHF und der Europäischen Handball Föderation EHF.
Schweizerischer Handball-Verband
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