MU19-Nationalteam misst sich erfolgreich mit Europas Spitze

Nationalteams Nachwuchs  •  21.05.2026

223 U19team

Das Schweizer MU19-Nationalteam hat mit den Testspielen gegen Slowenien und Serbien einen weiteren wichtigen Schritt in seiner Entwicklung gemacht. Für Nationaltrainer Predrag Milicic waren die beiden internationalen Vergleiche weit mehr als gewöhnliche Testspiele – sie dienten als Standortbestimmung gegen zwei starke Nationen und als weiterer Gradmesser für eine Generation, der intern grosses Potenzial attestiert wird.

Milicic kennt den Jahrgang bereits seit der U17-Zeit und erinnert sich an starke internationale Auftritte, unter anderem an einem Turnier auf den Färöer Inseln. «Damals haben wir gegen die Topnation Deutschland gewonnen und mussten uns nur knapp gegen Island geschlagen geben. Das war schon ein starkes Zeichen», sagt der Nationaltrainer. Viele Spieler seien inzwischen im Erwachsenenhandball angekommen, was die Entwicklung zusätzlich beschleunige. «Die Vereine leisten hier einen grossen Beitrag. Man sieht im Training, dass die Spieler bereits Erfahrungen auf hohem Niveau sammeln.»

Nach einer Phase mit weniger Ernstkämpfen kam der internationale Vergleich gegen Slowenien und Serbien laut Milicic zum richtigen Zeitpunkt. Besonders das Duell mit Slowenien hatte für ihn eine spezielle Bedeutung. Gegen denselben Gegner hatte die Schweiz zuvor noch knapp verloren. «Wir wollten Zähne zeigen und uns revanchieren», erklärt er. Gleichzeitig nutzte der Trainerstab die Gelegenheit, um neue Spieler in die breite Generation zu integrieren. Das Spiel gegen Slowenien entwickelte sich zu einem intensiven Kampf auf Augenhöhe. «In der ersten Halbzeit haben wir es verpasst, in der Abwehr noch mehr zu pushen», analysiert Milicic. Deshalb ging es mit einem Unentschieden in die Pause. Nach dem Seitenwechsel nahm die Partie weiter an Intensität zu. Die Schweiz lag vorne, Slowenien reagierte mit der typischen «Balkan-Mentalität» und erhöhte den Druck.

Die Reaktion auf das Unentschieden gegen Slowenien folgte im zweiten Spiel gegen Serbien. «Diese Wut haben wir positiv umgemünzt und ein tolles Spiel gezeigt», sagt Milicic. Gleichzeitig sieht er noch Entwicklungspotenzial darin, Führungen souverän zu verwalten und Spiele kontrolliert fertigzuspielen. Grundsätzlich zeigt sich der Nationaltrainer jedoch überzeugt vom Potenzial seines Teams. «Wir gehören zu den besten drei bis vier Teams Europas, auch wenn man das von aussen vielleicht noch nicht sieht.» Die Qualität innerhalb des Teams sei hoch, insbesondere in Details und im Abschlussverhalten. Unter der sportlichen Gesamtstruktur von Nationaltrainer Andy Schmid liege der Fokus darauf, technische und taktische Details auch unter Druck konstant umzusetzen. Genau dafür seien solche Spiele entscheidend.

Neben den sportlichen Aspekten hebt der Trainer auch die Bedeutung solcher Reisen für die Entwicklung des Teams hervor. «Jede Reise stärkt das Team. Es ist wie eine kleine Europameisterschaft», erklärt er. Gleichzeitig seien neue Länder, Hallen und Situationen auch mentale Herausforderungen für junge Spieler. «Manchmal bist du zu locker, manchmal übermotiviert. Aber genau daraus entsteht Routine.» Besonders positiv bleibt für Milicic die Erkenntnis, dass sich die Schweiz mittlerweile nicht mehr vor grossen Nationen verstecken muss. Auf die Frage, ob Slowenien und Serbien dem Team Grenzen aufgezeigt hätten, antwortet er selbstbewusst: «Nein, wir haben ihnen Grenzen aufgezeigt. Das ist das Besondere an dieser Generation.»

Quelle: SHV / Beni Rachad

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