Matchball in Schaffhausen: Kriens-Luzern greift nach dem QHL-Meistertitel

Top-Ligen  •  29.05.2026

227 Hck Titel?

Die Ausgangslage ist klar, die Spannung maximal: Am Samstagabend kann in der BBC Arena die Entscheidung in der Finalserie der Quickline Handball League fallen. Der HC Kriens-Luzern führt im Playoff-Final gegen die Kadetten Schaffhausen mit 2:0 und reist mit drei Matchbällen zum amtierenden Schweizer Meister. Für die Innerschweizer geht es um den ersten Meistertitel der Clubgeschichte. Für die Kadetten geht es darum, vor eigenem Publikum die Serie am Leben zu halten.

Die ersten beiden Spiele haben gezeigt, wie viel Qualität in diesem Final steckt und wie viel Momentum aktuell auf Seiten des HCKL liegt. Zum Auftakt gelang Kriens-Luzern in Schaffhausen ein eindrücklicher 37:33-Auswärtssieg. Am Mittwoch folgte in der ausverkauften Pilatus Arena der nächste starke Auftritt: Mit 41:36 stellte das Team von Thomas Zimmermann die Serie auf 2:0.

Dabei war Spiel zwei, im Gegensatz zu Spiel 1, lange ein offener Schlagabtausch und eine deutliche Reaktion der Schaffhauser sichtbar. Zur Pause stand es 20:20, beide Teams spielten mit hohem Tempo, viel Körperlichkeit und grosser Entschlossenheit. Nach dem Seitenwechsel aber fand Kriens-Luzern immer besser in den Flow. Marin Šipic war am Kreis kaum zu stoppen, Luca Sigrist übernahm im Rückraum viel Verantwortung, und auch National-Torhüter Scheidiger drehte so richtig auf. Den Kadetten gelang es nicht, dem entgegenzuhalten und mussten erneut erleben, wie konsequent Kriens-Luzern Fehler bestraft.

Nun also Spiel drei. Matchball Kriens-Luzern. Alles oder nichts für Schaffhausen. Dass diese Affiche grosse Geschichten schreiben kann, haben die vergangenen Jahre gezeigt. Bereits vor zwei Jahren standen sich die beiden Teams im Playoff-Final gegenüber. Damals entwickelte sich eine hochdramatische Serie, die erst in einem fünften und entscheidenden Spiel entschieden wurde. Auch vor drei Jahren duellierten sich die Kadetten und Kriens-Luzern im Final. Die Serie ging damals über vier Spiele, inklusive eines denkwürdigen Siebenmeter-Krimis. Auf der Platte stand damals noch Andy Schmid, heute Nationaltrainer der Schweiz.

Beide Serien entschieden die Kadetten für sich. Genau diese Geschichte macht das dritte Finalspiel am Samstag so brisant. Schaffhausen kennt die grossen Finalmomente. Die Kadetten wissen, wie man Titel gewinnt, wie man Drucksituationen aushält und wie man Serien dreht. Doch diesmal ist die Ausgangslage eine andere: Kriens-Luzern tritt mit grosser Überzeugung auf, spielt offensiv mit enormer Wucht und wirkt in den entscheidenden Phasen bisher abgeklärter. Für die Kadetten ist die Aufgabe klar. Sie brauchen einen Sieg. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Vor eigenem Publikum in der BBC Arena soll der erste Schritt zum Comeback auf dem Weg zum historischen fünften Titel in Serie gelingen. Das Team von Hrvoje Horvat zeigte sich in Spiel zwei bereits verbessert, agierte phasenweise entschlossener und hatte seine Momente. Doch gegen ein derzeit entfesseltes Kriens-Luzern braucht es den absoluten Willen über 60 Minuten, gemeinsam mit der Energie von den Rängen.

Für Kriens-Luzern bietet sich derweil die ebenso historische Chance. Ein Sieg in Schaffhausen und der Meistertitel geht erstmals an den HC Kriens-Luzern. Nach dem Cuptriumph vor drei Jahren, nach mehreren grossen Playoff-Duellen und nach einer Finalgeschichte voller Emotionen könnte der HCKL am Samstag den letzten Schritt machen. Doch gerade in einer Best-of-Five-Serie ist der letzte Sieg oft der schwierigste.

Die BBC Arena wird damit zur Bühne für ein Spiel, das alles mitbringt: Tradition gegen Aufbruch, Heimstärke gegen Momentum, Titelverteidiger gegen Titeltraum. Können die Kadetten den Matchball abwehren und die Serie zurück nach Kriens bringen? Oder trägt Kriens-Luzern das Meister-Rennen bereits am Samstag über die Ziellinie? Die Antwort gibt es am Samstagabend in Schaffhausen. Anwurf in der BBC Arena ist um 18 Uhr.

Quelle: SHV / Beni Rachad (Text); Alexander Wagner (Bild)

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