Knapp am Coup vorbei: Schweizer U20 unterliegt Spanien

Nationalteams Nachwuchs  •  28.06.2026

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Die Schweizer U20-Nationalmannschaft verpasst trotz einer starken und disziplinierten Leistung eine Überraschung am zweiten Spieltag der 15. Airport Trophy. Gegen den amtierenden U19-Vizeweltmeister und Titelverteidiger Spanien führte die Auswahl von Petr Hrachovec über weite Strecken, muss sich nach einer offensiven Schwächephase im zweiten Durchgang aber denkbar knapp geschlagen geben.

Nach dem harten Dämpfer gegen Frankreich präsentierte sich die Schweizer Equipe in der Ruebisbachhalle in Kloten wie ausgewechselt. Von der ersten Minute an war eine enorme kollektive Energie auf dem Spielfeld und der Bank zu spüren. Das Heimteam ging die Aufgabe gegen den Favoriten mit grossem Mut und taktischer Disziplin an.

Entschlossener Auftakt und verdiente Pausenführung
Ein personeller Wechsel zeigte sofort Wirkung: Rino Hochuli, der am Vortag überzählig war, rückte in den Kader und eröffnete auf dem rechten Flügel direkt mit viel Zug. Die Schweiz erwischte den besseren Start und ging früh mit 3:1 in Front. Spanien agierte mit einer sehr offensiven Deckungsvariante, was den Eidgenossen im Angriffsspiel jedoch entgegenkam. Vor allem Spielmacher Tiago Cuencas nutzte die Räume mit seiner Schnelligkeit geschickt aus.

Beim Stand von 6:3 für die Schweiz in der 8. Minute sah sich der spanische Coach bereits gezwungen, ein frühes Timeout zu nehmen. Doch die Schweizer Abwehr blieb stabil, feierte jede gelungene Aktion leidenschaftlich und hielt den Favoriten auf Distanz. Als Torhüter Lino Schneider die Kugel nach einem Ballgewinn per Weitwurf im leeren spanischen Tor zum 12:9 unterbrachte, bebte die Halle. Die Schweizer Effizienz blieb hoch, sodass es mit einer hochverdienten 18:14-Führung in die Kabine ging. Unter den Zuschauern rieb man sich verwundert die Augen und stellte sich die Frage: Wie lange kann die Schweiz dieses hohe Niveau gegen den Favoriten halten?

Taktische Umstellung bringt den Schweizer Einbruch
Auch die ersten Minuten nach dem Seitenwechsel gehörten den Gastgebern. Nils Epp agierte im Rückraum deutlich zielstrebiger als noch am Vortag und setzte wichtige Akzente. Ein spektakulärer Kempa-Trick bedeutete die 20:15-Führung, und beim Stand von 23:17 schien die Sensation zum Greifen nah.

In der Folge stellten die Iberer ihre Deckung jedoch um und agierten noch offensiver – sie attackierten die Schweizer teilweise bereits an der Mittellinie. Gegen dieses aggressive Pressing verlor das Schweizer Angriffsspiel zusehends an Struktur. Die Schweizer sahen sich immer wieder zu überhasteten Würfen aus ungünstigen Situationen gezwungen oder rieben sich in Einzelaktionen auf. Es folgte der entscheidende Knackpunkt: Zwischen der 35. und der 47. Minute blieb die Schweiz über zehn Minuten lang ohne eigenen Torerfolg. Spanien bestrafte diese Fehler im Spielaufbau eiskalt, konterte per Gegenstoss und drehte die Partie mit einem 8:0-Lauf auf 25:23.

Hitzige Schlussphase in der Ruebisbachhalle
Wer dachte, das Spiel sei nun gelaufen, sah sich getäuscht. Die Schweizer mobilisierten die letzten Kraftreserven. Angetrieben von Cuencas, der mit insgesamt 12 Treffern zum unbestrittenen Leader avancierte, kämpfte sich das Team zum 26:26-Ausgleich zurück. Die Partie war nun von intensiven Zweikämpfen und viel Hektik geprägt.

In der Schlussphase kochten die Emotionen auch auf den Bänken hoch. Nach einem lautstark reklamierten, aber nicht gepfiffenen Fussspiel der Spanier verlor die Schweizer Bank in der 57. Minute die Fassung und kassierte eine vermeidbare Zeitstrafe. Obwohl die Schweizer die Unterzahl schadlos überstanden, legte Spanien in der Crunchtime durch den treffsicheren Sergio Sanchez Vidan zum 33:32 vor. Im letzten Schweizer Angriff, wenige Sekunden vor dem Ende, war die spanische Deckung erneut extrem dicht. Cuencas musste in einer schwierigen Situation den Abschluss über den massiven spanischen Block suchen – der Ball strich jedoch über die Querlatte.

Wertvolle Erkenntnisse vor dem Klassiker gegen Deutschland
Die hauchdünne Niederlage ist aufgrund des Spielverlaufs schmerzhaft, doch die Leistung ist ein grosses Versprechen für die nahende U20-Europameisterschaft in Rumänien. Das Schweizer Team hat bewiesen, dass es mit einer internationalen Top-Nation über weite Strecken absolut auf Augenhöhe agieren kann. Tiago Cuencas wurde folgerichtig als bester Schweizer Spieler ausgezeichnet, auf der Gegenseite war Sergio Sanchez Vidan der entscheidende Faktor.

Der Fokus richtet sich nun komplett auf den Sonntag. Im prestigeträchtigen Klassiker gegen Deutschland will die Schweizer Auswahl die Leistung bestätigen und sich für den grossen Aufwand mit den ersten Punkten des Turniers belohnen.

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Quelle: Airport Trophy (Text); Benjamin Faes (Bilder)

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