Nationalteams Nachwuchs • 03.08.2026

Die Schweizer verpassen nach Niederlagen gegen Ungarn und Island die Hauptrunde. Trotzdem streben sie an der U18-EM weiterhin nach einem Top-Ergebnis.
«Ich habe in der Vorbereitung viele Spiele gesehen und stelle fest: Mit unserem Niveau gehören wir in die Top 8.» Mit dieser Einschätzung stieg der Schweizer U19-Nationaltrainer Predrag Milicic in die U18-Europameisterschaft. Die Enttäuschung ist deshalb gross, die Viertelfinals sind für die zweitälteste Nachwuchsauswahl des SHV nämlich nicht mehr erreichbar: Nach Niederlagen gegen Ungarn (30:33) und Island (28:33) resultiert in der Gruppe D nur der dritte Platz. Damit verpasst die Schweiz die Hauptrunde der besten zwölf Teams, dank des speziellen Modus kann sie aber weiterhin maximal Neunte werden. Dazu später mehr.
Schlüsselspiel fürs Weiterkommen war der Startmatch gegen Ungarn, der bis in die Schlussminuten auf beide Seiten hätte kippen können. Zur Pause lag die Schweiz mit zwei Toren zurück (14:16), nach dem Seitenwechsel waren es vorübergehend sogar fünf Minustreffer (15:20), in der 46. Minute lag sie aber wieder mit einem Tor vorne (25:24). «Wir haben dieses Spiel einen Monat lang vorbereitet. Viel hat am Ende nicht gefehlt, ein paar Prozente. Wir begingen kleine, leichte Fehler», bedauerte Milicic. Hinzu kam der Ausfall des rechten Aufbauers Quentin Fuchs. Nach einer rüden Intervention von hinten machte er einen Misstritt und zog sich einen Bänderriss im Fuss zu.
Nach dem Pflichtsieg gegen Montenegro (36:28) hätte es einen Exploit gegen Gruppenfavorit Island gebraucht, um sich doch noch den für die Hauptrunde nötigen, zweiten Platz zu sichern. Tatsächlich hielten die Schweizer gut mit, liessen sich nie abschütteln, eine Überraschung rückte allerdings nicht in Reichweite. Wenn Torhüter Lino Schneider einen wichtigen Ball abwehrte, vergaben sie im Gegenzug ebenfalls eine Topchance oder schenkten den Ball mit einem Fehlpass wieder her. Oder sie rannten in Überzahl in ein Stürmerfoul.
Am Ende mangelte es der Schweiz an Konsequenz, Genauigkeit und zuweilen auch etwas an einer einheitlichen Linie der Schiedsrichter, um im Konzert der Grossen zu bleiben. Der Viertelfinal ist damit nicht mehr erreichbar, allerdings kann die Schweiz über die Zwischenrunde noch bis auf Platz neun vorstossen. «Wir haben deshalb keine Zeit, um zu trauern und zu weinen. Wir machen nun einen Restart und stellen uns sofort auf die neue Aufgabe ein. Wenn man schon ein paar Spiele in den Knochen hat und müde ist, zeigt sich die Qualität», betont Milicic.
In der Zwischenrunde trifft die Schweiz in der Gruppe 2 am Montag auf Israel (14.30 Uhr) und am Dienstag auf Tschechien (14.30 Uhr). Die Israeli haben bisher überrascht, gefallen mit aggressiver Abwehrarbeit und einem überragenden Schlüsselspieler im Angriff (Yonathan Pelach), liegen aber in Reichweite der Schweizer. «Israel hat bisher den einen oder anderen Gegner aus der Ruhe gebracht. Wir werden Pelach in die Schranken weisen und als Team auftreten müssen», erläutert Milicic die Marschroute.
Über Tschechien macht er sich derweil noch keine Gedanken. «Wie auf einer Baustelle in Italien oder Frankreich arbeiten wir nicht überall etwas, sondern konkret an einem Punkt. Alles andere lenkt nur ab», vermerkt Milicic mit einem Schmunzeln. Fest steht: Um sich für die Klassierungsspiele der Plätze 9 bis 16 zu qualifizieren, müssen sie entweder die Gruppe gewinnen oder der beste Zweitplatzierte der drei Zwischenrunden-Gruppen sein. Minimalziel ist eine Klassierung innerhalb der Top 15, um sich für U19-WM im Jahr 2027 zu qualifizieren.
Der SHV ist der nationale Fachverband und das Kompetenzzentrum für den Handballsport in der Schweiz.
Der SHV ist Mitglied von Swiss Olympic sowie des Weltverbands IHF und der Europäischen Handball Föderation EHF.
Schweizerischer Handball-Verband
,
Tannwaldstr. 2, 4600
Olten
Tel +41 31 370 70 00
-
shv-fsh@handball.ch