Nationalteams Nachwuchs • 14.04.2026

Das Schweizer U18-Frauen-Nationalteam hat im Rahmen der Vorbereitung auf die kommenden Weltmeisterschaften zwei Testspiele in Tschechien absolviert und dabei trotz zweier Siege wichtige Erkenntnisse gewonnen. Für Nationaltrainer Jürgen Fleischmann stand dabei weniger das Resultat als vielmehr die Weiterentwicklung seines Teams im Fokus.
Mit einem 29:25-Erfolg im ersten Spiel und einem knappen 29:28 im zweiten Duell konnte die Schweiz beide Partien für sich entscheiden. Dennoch fällt die Analyse differenziert aus. «Die beiden Spiele haben uns wichtige Erkenntnisse geliefert, sowohl personell als auch inhaltlich. Wir wissen jetzt noch klarer, wo wir bis zur WM ansetzen müssen», ordnet Fleischmann ein.
Im ersten Spiel zeigte die Schweiz über weite Strecken eine kontrollierte Leistung und erspielte sich zwischenzeitlich eine Führung von bis zu acht Toren. In der Schlussphase nutzte der Trainerstab die Gelegenheit, um verschiedene Varianten zu testen, wodurch der Vorsprung nochmals etwas schrumpfte. «Das Resultat war am Ende etwas knapper, weil wir auch Dinge ausprobiert haben», erklärt Fleischmann.
Deutlich mehr gefordert wurde das Team im zweiten Spiel. Die Schweizerinnen liefen dabei lange einem Rückstand hinterher und fanden nur phasenweise zu ihrem Spiel. «Wir waren nie richtig drin und sind dem Rückstand ständig nachgelaufen», so der Nationaltrainer. Zwar zeigte das Team immer wieder gute Ansätze, schaffte es jedoch nicht, diese konsequent durchzuziehen. Umso bemerkenswerter war die Schlussphase: Mit dem letzten Angriff sicherte sich die Schweiz doch noch den Sieg. «Gefühlt wäre ein Unentschieden gerecht gewesen, aber es zeigt auch die Qualität des Teams, dass sie so ein Spiel am Ende noch gewinnt.»
In beiden Spielen wurde jedoch auch deutlich, in welchen Bereichen noch Entwicklungsbedarf besteht. Vor allem in der Defensive sieht Fleischmann Verbesserungspotenzial: «Über beide Spiele war ich mit der Deckung nicht durchwegs zufrieden. In vielen Situationen waren wir zu wenig aggressiv. Wir müssen mehr investieren, um an den Ball zu kommen.» Auch im Angriff zeigte das Team ein wechselhaftes Bild. «Wir hatten gute Phasen, aber auch klare Durchhänger», analysiert der Trainer. Neben ausgelassenen Chancen sieht er insbesondere im konzeptionellen Spiel noch Luft nach oben: «Da wollen wir uns klar verbessern.»
Die beiden Partien in Tschechien liefern damit eine wertvolle Standortbestimmung auf dem Weg zur Weltmeisterschaft. Sie zeigen einerseits die vorhandene Qualität, insbesondere in engen Spielsituationen, machen aber gleichzeitig deutlich, an welchen Stellschrauben in den kommenden Monaten noch gedreht werden muss.
Resultate
Tschechien - Schweiz 25:29 (Spiel 1)
Tschechien - Schweiz 28:29 (Spiel 2)
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