Top-Ligen • 30.05.2026

Der HC Kriens-Luzern schreibt Handballgeschichte: Die Innerschweizer gewinnen die Finalserie der Quickline Handball League gegen die Kadetten Schaffhausen und feiern den ersten Meistertitel der Clubgeschichte. Für den HCKL ist es der bislang grösste Erfolg der Vereinsgeschichte und der eindrückliche Schlusspunkt einer Finalserie, in der Kriens-Luzern im entscheidenden Moment bereit war.
Es war von Beginn weg zu spüren, dass in dieser Partie mehr auf dem Spiel stand als ein weiterer Finalsieg. Kriens-Luzern konnte Geschichte schreiben, Schaffhausen musste vor eigenem Publikum den Matchball abwehren. Entsprechend konzentriert starteten beide Teams. Das Tempo war hoch, die Abschlüsse kamen früh, nach elf Minuten stand es bereits 9:9. In dieser Startphase war noch nichts von Nervosität zu sehen, weder beim Titelanwärter aus der Innerschweiz noch beim amtierenden Meister, der sich mit sichtbarem Willen gegen das drohende Saisonende stemmte. Schon in der ersten Halbzeit zeigte sich, wie schmal die Linie zwischen Kontrolle und Kontrollverlust in diesem Spiel war. Die Kadetten gerieten in der 13. Minute in doppelte Unterzahl, Kriens-Luzern nutzte diese Phase konsequent und zog bis zur 17. Minute auf 13:10 davon. Die Innerschweizer spielten in dieser Phase mit viel Geduld, setzten den siebten Feldspieler ein und fanden immer wieder Lösungen gegen die Schaffhauser Defensive. Gleichzeitig wurde die Partie körperlicher. Sinnbildlich dafür stand das harte Einsteigen von Zoran Markovic gegen Luca Sigrist in der Luft – eine Szene, die zeigte, mit welcher Wucht um diesen Titel gekämpft wurde. Schaffhausen aber blieb im Spiel. Die BBC Arena war voller als noch eine Woche zuvor, der Gästesektor komplett besetzt, die Stimmung laut und ausgelassen. Die Kadetten verkürzten immer wieder, ohne die Partie vor der Pause drehen zu können. Kurz vor dem Seitenwechsel brachte Moreno Car die Halle erstmals richtig zum Kochen. Der Torhüter parierte zweimal stark und traf dann selbst über rund 40 Meter ins leere Krienser Tor. Statt einer klareren Führung für den HCKL stand es zur Pause nur 21:20.
Nach dem Seitenwechsel kippte das Spiel kurzzeitig. Schaffhausen kam mit Wucht aus der Kabine, glich aus, Car parierte erneut, und eine Krienser Unterzahl nutzten die Kadetten zur ersten Führung seit längerer Zeit. Als Kriens-Luzern wenig später sogar in doppelte Unterzahl geriet, erhöhte Schaffhausen auf zwei Tore Vorsprung. In dieser Phase schien die BBC Arena bereit, den amtierenden Meister zurück in die Serie zu tragen. Doch genau dort zeigte Kriens-Luzern die Reife eines künftigen Meisters. Zwei Fehlwürfe der Kadetten blieben nicht unbestraft, auch eigene technische Fehler warfen den HCKL nicht aus dem Rhythmus. In der 38. Minute war die Partie beim 23:23 wieder ausgeglichen. Danach entwickelte sich ein Finalspiel auf Messers Schneide. Schaffhausen legte vor, Kriens-Luzern antwortete. Car hielt einen Siebenmeter und sein Team im Spiel, auf der Gegenseite liess der HCKL nicht locker. Dieser gewann am Ende deutlich mit 33:39.
Dass Kriens-Luzern diesen Abend am Ende für sich entschied, passt zur Geschichte dieser Finalserie. In Spiel eins holte sich der HCKL auswärts das Break, in Spiel zwei bestätigte er das Momentum in der ausverkauften Pilatus Arena. In Spiel drei musste er nun den härtesten Widerstand brechen: ein Schaffhauser Team mit dem Rücken zur Wand, eine laute BBC Arena und eine Partie, in der die Kadetten mehrfach nahe daran waren, die Serie zu verlängern. Stattdessen geht der Meistertitel erstmals nach Kriens-Luzern. Für den HCKL ist es der grösste Erfolg der Clubgeschichte und der Abschluss einer Finalserie, in der die Innerschweizer ihre ganze Entwicklung auf den Punkt brachten. Für die Quickline Handball League ist dieser Final ein starkes Signal: volle Hallen, grosse Emotionen, ein Duell mit Geschichte und ein neuer Meister, der seinen Moment genutzt hat.
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