Für den Handball. 59 Jahre lang: Fritz Rudin

Im Spotlight  •  14.09.2026

In der Porträtserie «Für den Handball. Ein Leben lang» würdigt und dankt der Schweizerische Handball-Verband vier langjährigen Schiedsrichter-Funktionären. Fritz Rudins Karriere war geprägt von den Olympischen Spielen, WM-Finals, Europacups und zahlreichen internationalen Einsätzen. Nun, nach fast sechs Jahrzehnten im Dienst des Handballs, verabschiedet sich Fritz Rudin.

Barcelona, 1992. 20 Teams aus 18 Nationen kämpfen bei den Olympischen Sommerspielen um Gold, Silber und Bronze. Mittendrin: ein Schweizer Schiedsrichtergespann.

Fritz Rudin und sein langjähriger Partner Roger Schill stehen auf dem Handballfeld und pfeifen auf der grössten Bühne des Weltsports.

Für Rudin ist es der Höhepunkt einer Laufbahn, die ihn quer durch die Schweizer Hallen bis an die internationale Spitze führt. Das Duo gehört zu den renommiertesten Schweizer Schiedsrichtergespannen auf der internationalen Handball-Bühne.

Nun geht eine aussergewöhnliche Karriere zu Ende. Nach fast sechs Jahrzehnten im Dienst des Handballs verabschiedet sich Fritz Rudin.

Von Basel auf die grosse Handball-Bühne

Eine Zeitreise zurück nach Basel: Fritz Rudin wird 1946 geboren und wächst in der Stadt auf. Bis 1990 steht er für die Vereine RTV 1879 Basel, TV Muttenz und Uni Basel selbst auf dem Spielfeld. Parallel dazu beginnt sein Weg als Schiedsrichter.

Den Schiedsrichter-Anwärterkurs besucht Rudin bereits 1967. Er durchläuft alle Ligen, 1980 erfolgt die NLA-Promotion, ab 1983 pfeift er gemeinsam mit Roger Schill. 1985 erfolgt die IHF-Promotion, ein Jahr später steht Rudin auch international auf der Platte.

Gemeinsam mit Roger Schill entwickelt er sich zu einem eingespielten Gespann, das bald weit über die Schweizer Landesgrenzen hinaus gefragt ist.

1989 folgt ein weiterer Meilenstein: An der Juniorinnen-Weltmeisterschaft in Nigeria leiten Rudin und Schill das Finalspiel zwischen der UdSSR und Südkorea. Ein Jahr später steht Rudin auch an der Frauen-Weltmeisterschaft in Südkorea im Einsatz.

Dann geht es nach Barcelona.

Der Olympia-Einsatz 1992 reiht sich ein in eine lange Liste internationaler Höhepunkte. Welt- und Europameisterschaften, Europacup-Partien und Champions-League-Spiele führen das Duo durch die grossen Hallen Europas. Über Jahre hinweg gehören Rudin und Schill zum festen Kreis der internationalen Spitzen-Schiedsrichter.

🔥 Be the spark – werde Schiedsrichter*in!

No fire without a spark: Jede grosse Schiedsrichterkarriere beginnt mit einem ersten Schritt. Mit einem ersten Spiel, einer ersten Halle, einem ersten Pfiff. Was daraus entstehen kann, zeigen die Geschichten unserer langjährigen Schiedsrichter-Funktionäre.

Vielleicht ist dein erster Pfiff der Anfang deiner eigenen Geschichte.
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Die Pfeife bleibt nicht für immer – die Verbundenheit schon

1996 erfolgt Rudins Rücktritt als IHF- und NLA-Schiedsrichter. Doch mit dem Ende seiner aktiven Schiedsrichterkarriere ist für ihn längst nicht Schluss. Dem internationalen Handball bleibt er eng verbunden.

Von 2007 bis 2016 ist er als EHF-Delegierter im Einsatz und begleitet Spiele auf europäischem Spitzenniveau – darunter Champions-League-Partien sowie Halbfinals und Finalturniere im Europacup.

Auch beim Schweizerischen Handball-Verband bringt Rudin seine Erfahrung ein. Von 2000 bis 2020 ist er als Delegierter tätig, später auch als Beobachter. Sein Wissen, das er über Jahrzehnte gesammelt hat, gibt er damit an die nächste Generation weiter.

Ein Leben für den Handball

Fritz Rudins Karriere ist untrennbar mit seinem langjährigen Partner Roger Schill (verstorben am 05. Dezember 2009) verbunden. Gemeinsam haben die beiden den Schweizer Handball auf höchster internationaler Ebene vertreten und über Jahre hinweg geprägt.

1987 feiert der Nordwestschweizer Handballverband die 20-jährige Schiedsrichter-Tätigkeit von Fritz Rudin, 2007 wird er für seine Verdienste zum Ehrenmitglied ernannt.

Was von einer solchen Karriere bleibt, sind aber nicht nur Einsätze, Titel und grosse Bühnen. Fritz Rudin hat den Handball über Jahrzehnte mitgeprägt, viele Stunden in den Sporthallen verbracht, Begegnungen, Verantwortung und die Leidenschaft für den Sport geteilt.

Der Schweizerische Handball-Verband zieht den Hut vor dir, lieber Fritz. Wir danken dir herzlich für deine Treue, dein unglaubliches Engagement und dein Herzblut für den Handballsport.

Quelle: SHV / Elena Hatebur (Text); zVg (Bild)

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