Für den Handball. 53 Jahre lang: Paul Waldburger

Im Spotlight  •  16.09.2026

In der Porträtserie «Für den Handball. Ein Leben lang» würdigt und dankt der Schweizerische Handball-Verband vier langjährigen Schiedsrichter-Funktionären. 1973 leitete Paul Waldburger sein erstes Spiel noch ohne nennenswerte Erfahrung. Nun, rund 53 Jahre später, endet eine Funktionärslaufbahn, die ihn von den regionalen Hallen bis auf die internationale Bühne führte.

Eine volle Halle. Die Zuschauer sitzen nur knapp anderthalb Meter vom Spielfeldrand entfernt. Der Lärm ist so gewaltig, dass selbst die Pfiffe der Schiedsrichter beinahe untergehen.

Veszprém gegen Trieste. Champions League. Für Paul Waldburger ist es eine jener Erinnerungen, die geblieben sind. «Die Halle war pumpenvoll», erzählt er später.

Mittendrin: Waldburger und sein langjähriger Partner Heinz Hartmann. Ein Schweizer Schiedsrichtergespann auf einer der grössten Bühnen des europäischen Handballs.

Dass Waldburger einmal dort landen würde war 1973 noch längst nicht absehbar. Damals leitete er sein erstes Spiel noch ohne nennenswerte Erfahrung. Es sollte der Beginn einer 53 Jahre dauernden Laufbahn werden, die ihn von den regionalen Hallen bis in den internationalen Spitzenhandball und später in verschiedene Funktionen beim Verband führte.

Schritt für Schritt nach oben

Sein Weg führt Waldburger zunächst durch die regionalen Ligen bis in die NLA. Dort etabliert er sich als verlässlicher Schiedsrichter im Schweizer Spitzenhandball.

Eine wichtige Konstante dabei ist Heinz Hartmann. Gemeinsam bilden die beiden über viele Jahre ein Gespann, das einander vertraut, und entwickeln jene Sicherheit, die es braucht, wenn auf dem Spielfeld Entscheidungen innerhalb von Sekunden fallen müssen.

Anfang der 1990er-Jahre öffnet sich für die beiden die internationale Bühne. Nach einem Lehrgang in Paris werden Waldburger und Hartmann in den internationalen Kreis aufgenommen. In den folgenden Jahren kommen mehr als 70 internationale Begegnungen zusammen, die Waldburger gemeinsam mit seinem Partner pfeift.

Auch jene Partie in Verzprém, bei der die Atmosphäre beinahe selbst zum Gegenspieler wurde, gehört dazu. Für Waldburger ist dabei eines stets besonders wichtig: die Verbindung zu seinem Partner. In einem Interview beschreibt er später, dass ein Gespann nur dann erfolgreich sein könne, wenn man «mit seinem Partner auf und neben dem Spielfeld harmoniert».

🔥 Be the spark – werde Schiedsrichter*in!

No fire without a spark: Jede grosse Schiedsrichterkarriere beginnt mit einem ersten Schritt. Mit einem ersten Spiel, einer ersten Halle, einem ersten Pfiff. Was daraus entstehen kann, zeigen die Geschichten unserer langjährigen Schiedsrichter-Funktionäre.

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Vom Spielfeld an die Seitenlinie

Auch nach seiner internationalen Schiedsrichterkarriere bleibt Waldburger dem Handball eng verbunden.

Seit den 2000er-Jahren engagiert er sich beim Schweizerischen Handball-Verband als Delegierter und im Fachbereich Talentförderung. Später kommt die Tätigkeit als Beobachter dazu.

Waldburgers Perspektive verändert sich dabei. Er tauscht die Entscheidungen auf dem Feld gegen die Begleitung und Beurteilung der nächsten Generation. Mit seinem Know-how und seiner jahrzehntelangen Erfahrung leistet er einen wichtigen Beitrag.

53 Jahre für den Handball

Zwischen seinem ersten Einsatz 1973 und jetzt liegen 53 Jahre. Es ist eine lange Zeitspanne, in der sich der Schweizer Handball verändert hat. Waldburger hat dabei selbst ein Stück Geschichte mitgeschrieben.

2007 wird Paul Waldburger für seine Verdienste zum Ehrenmitglied des Nordwestschweizer Handballverbands (NWS) ernannt.

Seine Laufbahn führt ihn von den ersten Spielen in den regionalen Hallen bis in die lautesten Arenen Europas. Vom Schiedsrichter zum Delegierten, zum Talentförderer und zum Beobachter.

Mit dem Ende dieses Kapitels verneigt sich der Schweizerische Handball-Verband vor dir, lieber Paul. Mit tatkräftigem Einsatz und grosser Verlässlichkeit hast du unzählige Spiele, Entscheidungen und Begegnungen geprägt. Für deine ruhige Konsequenz, deine fachliche Klarheit und deine Leidenschaft bedanken wir uns herzlich.

Quelle: SHV / Elena Hatebur (Text); zVg (Bild)

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