Nationalteams Nachwuchs • 27.06.2026

Die Schweizer Nationalmannschaft der Jahrgänge 2006 und jünger verpasst trotz einer starken und disziplinierten Anfangsphase eine Überraschung zum Start der 15. Airport Trophy. Gegen eine physisch robuste französische Auswahl gaben elf torlose Minuten vor der Pause den Ausschlag für die deutliche Niederlage.
Im stimmungsvollen, aber extrem heissen Glutofen der Ruebisbachhalle in Kloten startete die Mannschaft von Cheftrainer Petr Hrachovec hochmotiviert in die wichtige EM-Vorbereitungsphase. Das Ziel war klar: Gegen die europäische Top-Konkurrenz wichtige Wettkampfhärte sammeln und sich vor heimischem Publikum von der besten Seite zeigen.
Disziplinierter Start und plötzlicher Bruch vor der Pause
Die Schweizer Equipe erwischte einen Start nach Mass. Rückraum-Mitte-Akteur Tiago Cuencas übernahm von der ersten Sekunde an viel Verantwortung, dirigierte das Angriffsspiel mit hoher Dynamik und erzielte auch den ersten Treffer für die Gastgeber. Die Schweizer Defensive stand kompakt und zwang die Franzosen immer wieder in lange Angriffe. Bis zur 19. Minute entwickelte sich ein absolut offener Schlagabtausch auf hohem Niveau, bei dem die Eidgenossen beim Stand von 8:8 spielerisch vollkommen ebenbürtig agierten.
Danach folgte jedoch der vorentscheidende Bruch im Schweizer Spiel. Nach einem vergebenen Siebenmeter und einer darauffolgenden Zweiminutenstrafe geriet der Schweizer Motor im Angriff komplett ins Stocken. Frankreich agierte in der Deckung nun deutlich aggressiver und unterband den Spielfluss der Gastgeber frühzeitig. Die bittere Konsequenz: Die Schweiz blieb von der 19. Minute an bis zum Pausenpfiff elf Minuten lang ohne eigenen Torerfolg. Die abgeklärten Franzosen nutzten diese offensive Durststrecke gnadenlos aus und bestraften die Schweizer Ballverluste mit einem schnellen 6:0-Lauf zum 9:14-Pausenstand.
Frankreichs Physis setzt sich durch, Lüthi sorgt für Akzente
Auch nach dem Seitenwechsel war es Cuencas, der den ersten Akzent setzte und die Torlos-Phase beendete. Die Schweiz stabilisierte sich vorübergehend, doch der Rückstand pendelte sich zunächst bei fünf Toren ein. Den Hausherren fiel es zunehmend schwerer, die kompakte französische 6:0-Verteidigung spielerisch zu knacken. In dieser Phase verzettelte sich das Schweizer Team zu oft in wenig erfolgreichen Einzelaktionen.
Da der Druck der französischen Deckung hoch blieb, sah sich die Schweiz immer wieder gezwungen, Würfe aus ungünstigen, schlecht vorbereiteten Positionen zu nehmen. Diese überhasteten Abschlüsse machten es der gegnerischen Hintermannschaft leicht und verhalfen dem französischen Torhüter zu einer exzellenten Fangquote, da er viele dankbare Bälle entschärfen konnte.
Als Tiago Cuencas, der bis dahin der Ursprung fast jeder gefährlichen Schweizer Aktion war, in der 45. Minute eine wohlverdiente Verschnaufpause auf der Bank erhielt, verlor die Offensive kurzzeitig die Struktur und der Rückstand wuchs schnell auf zehn Tore (14:24) an. Ein positiver Lichtblick in der zweiten Halbzeit war der Auftritt von Alessandro Lüthi: Er übernahm im Rückraum die Initiative, setzte sich mehrfach mit viel Energie durch und betrieb mit seinen Treffern wichtige Resultatkosmetik. In den Schlussminuten liess Frankreich jedoch nichts mehr anbrennen und brachte den klaren 21:31-Sieg sicher über die Zeit.
Kollektive Konstanz als Schlüssel für das Spanien-Spiel
Die Niederlage fällt am Ende um ein paar Tore zu hoch aus, zeigt der SHV-Auswahl aber präzise auf, woran in den verbleibenden Tagen bis zur U20-Europameisterschaft in Rumänien gearbeitet werden muss. Die ersten 20 Minuten haben bewiesen, dass das Team spielerisch durchaus konkurrenzfähig ist. Um solche Spiele offen zu gestalten, fehlt es der Mannschaft jedoch noch an der nötigen Cleverness bei der Chancenauswahl sowie an der Breite im Kader.
Viel Zeit zum Nachdenken bleibt den Schweizern nicht. Bereits am Samstagabend wartet mit dem amtierenden U19-Vizeweltmeister Spanien der nächste Brocken. Gegen die spielstarken Iberer wird eine kollektive Steigerung im Angriffsspiel nötig sein, um vor den heimischen Fans in Kloten zu punkten.
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