Erfolgreicher Sommer für die Schweizer U-Nationalteams

Nationalteams Nachwuchs  •  12.08.2026

267 Juniors

Vier Schweizer Nachwuchs-Nationalteams standen in diesem Sommer an internationalen Grossanlässen im Einsatz. Die Bilanz fällt bemerkenswert aus: Die U18-Frauen bestätigen mit WM-Rang 5 ihre Zugehörigkeit zur Weltspitze, die U21-Männer egalisieren mit Rang 8 an der EM ein Schweizer Bestresultat, die U16-Frauen spielen sich an der European Open auf Platz 4. Einzig die U19-Männer bleiben mit Rang 17 an der EM unter ihren eigenen Erwartungen. Der Überblick über einen intensiven Schweizer Nachwuchs-Sommer.

U21-Männer: EHF EURO in Rumänien

Die Schweizer U21-Auswahl hat an der U20-Europameisterschaft in Rumänien ein starkes Ausrufezeichen gesetzt. Das Team von Petr Hrachovec beendete das Turnier auf dem 8. Schlussrang und egalisierte damit das bisher beste Schweizer Resultat auf dieser Stufe aus dem Jahr 2012.

Die Basis legte die Schweiz in der Vorrunde mit drei klaren Siegen gegen die Türkei, Serbien und die Färöer Inseln. Als Gruppensieger zog sie in die Hauptrunde ein und sicherte sich gleichzeitig die Qualifikation für die U21-WM im nächsten Jahr. Nach einer knappen Niederlage gegen Deutschland folgte mit dem 29:26 gegen Frankreich der grosse Exploit und der Einzug in den Viertelfinal. Dort war Weltmeister Dänemark zu stark, auch die Klassierungsspiele gegen Frankreich und Spanien gingen verloren. Der positive Gesamteindruck blieb trotzdem: Die Schweiz überzeugte mit Tempo, solidarischer Abwehrarbeit und einem jungen Kollektiv. Besonders Tiago Cuencas prägte das Spiel auf Rückraum Mitte und wurde mit 67 Toren drittbester Torschütze des Turniers.

Schlussklassierung: 8. Rang
Turnier:
EHF EURO 2026
Datum: 8. bis 19. Juli 2026
Ort: Cluj-Napoca und Turda, Rumänien
Turnierseite: EHF EURO U20 Männer

U19-Männer: EHF EURO in Belgrad

Die U19-Männer beenden die EHF EURO in Belgrad auf dem 17. Schlussrang. Nach dem Turnier bleibt das Gefühl, dass mehr möglich gewesen wäre: Das Ziel waren die Viertelfinals, mindestens aber Rang 15 und damit die Qualifikation für die U19-WM 2027. Beides verpasste die Schweiz nach Rückschlägen in der Vor- und Zwischenrunde.

Der Start ins Turnier prägte die weitere Ausgangslage. Gegen Ungarn lag die Schweiz in der Schlussphase vorne, verlor aber 30:33. Nach dem Sieg gegen Montenegro und der Niederlage gegen Island war die Hauptrunde bereits weg. Besonders bitter wurde es in der Zwischenrunde: Nach dem 38:44 gegen Israel reichte auch der 32:28-Sieg gegen Tschechien wegen zwei fehlender Tore nicht für die Klassierungsspiele um die Plätze 9 bis 16. Positiv war die Reaktion danach. Die Schweiz gewann ihre letzten vier Spiele gegen Tschechien, die Türkei, die Slowakei und Norwegen und sicherte sich so immerhin Rang 17. Persönlich stach Janis Thomann heraus, der mit 66 Treffern drittbester Torschütze des Turniers wurde. Auch Ben Zimmermann überzeugte, unter anderem mit seinem Wechsel vom linken Flügel in den Rückraum. Die WM-Hoffnung lebt nur noch über eine mögliche Wild Card.

Schlussklassierung: 17. Rang
Turnier: EHF EURO 2026
Datum: 29. Juli bis 9. August 2026
Ort: Belgrad, Serbien
Turnierseite: EHF EURO U18 Männer

U18-Frauen: Weltmeisterschaft in Rumänien

Die Schweizer U18-Frauen liefern an der Weltmeisterschaft in Rumänien das nächste starke Resultat dieser Generation. Das Team von Nationaltrainer Jürgen Fleischmann beendet das Turnier auf dem 5. Schlussrang und bestätigt damit seine Zugehörigkeit zur erweiterten Weltspitze.

In der Vorrunde setzte sich die Schweiz mit Siegen gegen Slowenien, Algerien und Serbien souverän durch. In der Hauptrunde folgte nach einem Fehlstart gegen Japan eine starke Reaktion und ein 41:31-Sieg, ehe die Schweizerinnen gegen Europameister Slowakei verloren. Als Gruppenzweite zogen sie dennoch in den Viertelfinal ein. Dort war die erste WM-Medaille greifbar nahe: Gegen den späteren Weltmeister Spanien führte die Schweiz in der zweiten Halbzeit mit drei Toren, musste sich am Ende aber knapp 25:27 geschlagen geben. Bemerkenswert war die Reaktion auf diese Enttäuschung. In den Klassierungsspielen besiegte die Schweiz zuerst Asienmeister China 38:25 und danach Europameister Slowakei 37:31. Dies gelang trotz des Ausfalls von Abwehrchefin und Kreisläuferin Cristina Hofstetter. Ein weiteres Ausrufezeichen setzte Lauryn Mierzwa: Die 16-jährige Linksaussen wurde mit 71 Toren Torschützenkönigin der WM.

Schlussklassierung: 5. Rang
Turnier: IHF Women’s Youth U18 World Championship 2026
Datum: 29. Juli bis 9. August 2026
Ort: Rumänien
Turnierseite: IHF U18-WM Frauen

U16-Frauen: European Open in Göteborg

Die U16-Frauen haben die European Open in Göteborg auf dem starken 4. Schlussrang beendet. Als Titelverteidigerinnen reiste die Schweizer Auswahl mit hohen Erwartungen nach Schweden und zeigte erneut, dass sie in diesem Jahrgang zu den besten Teams Europas gehört.

Schon in der Vorrunde überzeugten die Schweizerinnen mit stabiler Defensive und viel Widerstandskraft. Nach Siegen unter anderem gegen Portugal und Deutschland schaffte das Team den Sprung in die entscheidende Turnierphase. Im Viertelfinal gelang gegen Serbien ein deutlicher 33:19-Sieg. Im Halbfinal gegen Ungarn fehlten nach Verlängerung nur wenige Details, auch das Spiel um Platz drei gegen Kroatien ging mit 23:24 äusserst knapp verloren. Trotz der beiden bitteren Niederlagen zum Abschluss fällt die Bilanz sehr positiv aus. Die Schweiz konnte sich gegen starke internationale Konkurrenz behaupten und nimmt wertvolle Erfahrungen für die nächsten Entwicklungsschritte mit.

Schlussklassierung: 4. Rang
Turnier: Women’s 16 European Open 2026
Datum: 28. Juni bis 4. Juli 2026
Ort: Göteborg, Schweden
Turnierseite: EHF European Open U16 Frauen

Quelle: SHV / Beni Rachad (Text); EHF/kolektiff (Bild)

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