Die erste U16-WM: Ein Funke für die neue Generation

Nationalteams  •  08.10.2026

Eine neue Bühne, neue Gegner und eine besondere Premiere: Das Schweizer U16-Team reist zur ersten IHF-Weltmeisterschaft nach Marokko. Dort trifft das Team auf Argentinien, Ägypten und Russland und will sein Potenzial gegen die internationale Konkurrenz unter Beweis stellen.

Das Schweizer U16-Nationalteam mit dem Jahrgang 2010/11 hat in diesem Sommer bereits gezeigt, welches Potenzial in ihm steckt. An den European Open in Göteborg erreichte das Team von Jürgen Fleischmann den starken vierten Rang und konnte dabei unter anderem den späteren Europameister Deutschland bezwingen. Gegen Ungarn und Kroatien fehlte nur wenig, um den Sprung auf das Podest zu schaffen. Die Erfahrungen aus Göteborg nimmt das Team nun mit in die nächste grosse Herausforderung: In Marokko steht die erste IHF U16-Weltmeisterschaft auf dem Programm. Für die Spielerinnen ist es die erstmalige Gelegenheit, sich auf dieser Stufe mit Teams aus verschiedenen Kontinenten zu messen und weitere wertvolle Erfahrungen auf internationalem Niveau zu sammeln.

Eine Weltmeisterschaft bringt dabei weit mehr als nur sportliche Vergleiche mit sich. Für die Spielerinnen ist das Turnier eine besondere Erfahrung und gleichzeitig eine wichtige Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln. Begegnungen gegen unterschiedliche Spielstile und unbekannte Gegner fordern Flexibilität und Anpassungsfähigkeit. Gerade auf dieser Altersstufe können solche Erfahrungen prägend sein und den Spielerinnen wichtige Impulse für ihren weiteren Weg geben. Gleichzeitig bietet die WM die Möglichkeit, sich gegen starke Konkurrenz zu beweisen und zu sehen, wo das eigene Team im internationalen Vergleich steht.

Eine besondere Herausforderung bringt dabei der Spielball mit sich. Da an der WM ohne Harz gespielt wird, verändern sich gewisse Abläufe und das Spielgefühl grundlegend. Pässe und Würfe fühlen sich anders an, auch das Tempo und die Sicherheit im Spiel können dadurch beeinflusst werden. Das Schweizer Team konnte sich bereits eine Woche in Tenero mit dem harzfreien Ball vertraut machen und erste Erfahrungen mit den ungewohnten Bedingungen sammeln. Dennoch wird die Umstellung während des Turniers eine zusätzliche Aufgabe sein, auf die sich die Spielerinnen einstellen müssen. Entscheidend wird sein, wie schnell sie das neue Spielgefühl auch unter Wettkampfbedingungen annehmen können.

Auch die Gruppengegner versprechen spannende und anspruchsvolle Spiele. Mit Argentinien, dem amtierenden Südamerika-Meister, Ägypten und Russland warten drei Nationen, über deren aktuelle Stärke nur wenige Informationen vorliegen. Gerade in dieser Altersstufe ist eine Einschätzung im Vorfeld schwierig, da sich die einzelnen Jahrgänge unterschiedlich entwickeln und es kaum direkte Vergleichsmöglichkeiten gibt. Ausser den anderen europäischen Nationen Deutschland und Ungarn kennt das Team also noch keine der teilnehmenden Nationen aus eigener Erfahrung. Entsprechend schwierig ist es, im Vorfeld ein klares Bild davon zu erhalten, was die Schweizerinnen in den einzelnen Partien erwartet.

Erschwert wird die Vorbereitung zusätzlich durch das begrenzte Videomaterial. Während von bekannten europäischen Gegnern meist deutlich mehr Informationen verfügbar sind, ist die Datenlage bei anderen Nationen wesentlich dünner. Besonders Russland ist schwer einzuschätzen: Nach längerer Abwesenheit nimmt das Land erstmals wieder mit einer Wildcard an einem internationalen Turnier teil. Entsprechend wenig ist über den aktuellen Jahrgang und dessen Spielweise bekannt. Auch bei Argentinien und Ägypten fehlen die direkten Vergleichsmöglichkeiten. Das bedeutet für das Schweizer Team, dass es sich nicht in jedem Fall detailliert auf einen Gegner vorbereiten kann, sondern während der Spiele schnell Lösungen finden und auf das Geschehen auf dem Feld reagieren muss.

Gerade darin liegt aber auch der besondere Reiz einer solchen Weltmeisterschaft. Nicht alles lässt sich im Vorfeld planen oder einschätzen. Die Spielerinnen werden auf Situationen treffen, die sie aus ihrem bisherigen Umfeld kaum kennen, und müssen gemeinsam mit dem Trainerteam Lösungen entwickeln. Neben den Resultaten geht es deshalb auch darum, Erfahrungen zu sammeln, Verantwortung zu übernehmen und als Team an den Herausforderungen zu wachsen.

Für das Schweizer U16-Team beginnt in Marokko damit ein neues Kapitel. Die starken Leistungen aus dem Sommer haben gezeigt, dass die Generation 2010/11 international mithalten kann. Nun gilt es, diese Erfahrungen auf die nächste Stufe mitzunehmen und sich einer neuen Herausforderung zu stellen. Wie weit der Weg in diesem Turnier führt, lässt sich im Vorfeld nur schwer prognostizieren. Klar ist jedoch: Die erste U16-Weltmeisterschaft bietet den Spielerinnen eine einmalige Bühne, um sich zu beweisen, neues zu lernen und den nächsten Schritt auf ihrem Weg zu machen.

Spiele der Vorrunde

ARG -SUI            Freitag, 16. Oktober 2026, 12:45 (UTC +2)

EGY - SUI           Sonntag, 18. Oktober 2026, 17:15 (UTC +2)

SUI - RUS           Dienstag, 20. Oktober 2026, 12:45 (UTC +2)

Alle Spiele der Schweizerinnen in der Vorrunde finden in Agadir (Marokko) in der Salle Al Inbiaat Omnisport statt. Die Spiele können voraussichtlich auf YouTube über den IHF Competitions Kanal gestreamt werden.

Kaderliste

  • Alchenberger Barblin, Spono Eagles

  • Brandt-dit-Siméon Viola, HSG Aareland

  • Ebinger Lucienne, Club 72 Köniz

  • Erny Liana, Yellow Winterthur

  • Fäh Malinna, HSG Aareland

  • Hansen Leana, Spono Eagles

  • Hasler Nina, LK Zug Handball

  • Häusler Zoé, Yellow Winterthur

  • Kanoute Adja, Handball Nordwest

  • Läber Zoé, HSG Aareland

  • Lehmann Svea, Spono Eagles

  • Muheim Hannah, LC Brühl

  • Roth Carla, Handball Nordwest

  • Schäpper Malin, GC Amicitia Zürich

  • Stauffacher Anna Cristina, GC Amicita Zürich

Quelle: SHV / Olivia Franz (Text); zVg. (Bild)

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