Brühl wehrt Matchball ab: Die Finalserie der SWISS Premium League geht in die Belle

Top-Ligen  •  29.05.2026

226 Lcb Belle

Der Schweizer Frauenhandball bekommt sein grosses Finale. Der LC Brühl Handball hat Spiel vier der Playoff-Finalserie gegen GC Amicitia Zürich mit 24:22 gewonnen und die Best-of-Five-Serie damit zum 2:2 ausgeglichen. Am Sonntag, 31. Mai, fällt in der Zürcher Saalsporthalle die Entscheidung um den Schweizermeistertitel.

Es war die Antwort, die diese Finalserie verdient hatte. Nach der deutlichen 24:32-Niederlage in Spiel drei stand der LC Brühl Handball in der Kreuzbleiche mit dem Rücken zur Wand. GC Amicitia reiste mit dem ersten Matchball nach St. Gallen, bereit, den ersten Meistertitel seit der Fusion von Amicitia und GC im Jahr 2010 perfekt zu machen. Doch wie schon vor zwei Jahren, als der LCB gegen GCA ebenfalls eine Belle erzwang und sich später den Titel sicherte, wehrte der Rekordmeister den Zürcher Matchball ab.

Den Unterschied machte an diesem Abend eine überraschende Personalie: Denise Kaufmann. Die 23-jährige Österreicherin stand bei Brühl von Beginn weg im Tor und wurde zur prägenden Figur des Spiels. Nach ihrer Bandscheibenverletzung zum Saisonauftakt vom 30. August war es für sie erst der zweite Einsatz in neun Monaten, doch gleich einer mit maximaler Wirkung. Kaufmann gab der St. Galler Defensive Sicherheit, nahm den Zürcherinnen früh den Rhythmus und wurde zur grossen Matchwinnerin eines Abends, an dem Brühl genau jene Energie fand, die in Spiel drei gefehlt hatte. Dabei begann die Partie zunächst nach Zürcher Gusto. GC Amicitia erwischte den besseren Start und führte früh mit 3:1. Doch danach kippte die Partie. Brühl fand über die Deckung ins Spiel, bestrafte das Zürcher 7:6-Angriffsspiel mehrmals mit Treffern ins leere Tor und spielte sich in der ersten Halbzeit in einen Lauf. Besonders Ursina Schnider nutzte das Vertrauen von Trainer Raphael Kramer eindrücklich: Die 20-Jährige erzielte in der ersten Halbzeit sechs Treffer und war ein weiterer Schlüssel zur deutlichen 17:11-Pausenführung. Nach dem Seitenwechsel schien Brühl den Matchball endgültig aus den Händen der Zürcherinnen zu reissen. Die St. Gallerinnen erhöhten auf 20:12, die Kreuzbleiche war da, GCA wirkte angeschlagen. Doch diese Finalserie wäre nicht diese Finalserie, wenn sie ohne späte Wendung auskommen würde.

GC Amicitia zeigte Moral. Angeführt von einer erstarkten Defensive und Torhüterin Zoë Krüger, die mit 53 Prozent gehaltenen Bällen zur besten Zürcher Spielerin gewählt wurde, kämpften sich die Limmatstädterinnen zurück. In der gesamten zweiten Halbzeit kassierte GC nur noch sieben Gegentore - auch dank der gestiegenen Fehleranfälligkeit der Gastgeberinnen. Aus einem Acht-Tore-Rückstand wurde in der Schlussphase nochmals ein offenes Spiel. Mailee Winterberg verkürzte in der 57. Minute auf 24:22 und plötzlich war der Zürcher Traum vom Meistertitel wieder spürbar nah. Doch Brühl hielt gerade noch stand. Obwohl den Gastgeberinnen in den letzten sieben Minuten kein Treffer mehr gelang, brachten sie den Vorsprung über die Ziellinie. Beide Torhüterinnen prägten die Schlussphase, weitere Tore fielen keine mehr. Am Ende stand ein 24:22-Heimsieg, der diese Finalserie ein weiteres Mal verlängert und den Schweizer Frauenhandball am Sonntag vor sein maximal mögliches Drama stellt.

Damit wiederholt sich die Geschichte zumindest teilweise. Schon vor zwei Jahren lag Brühl im Playoff-Final gegen GC Amicitia in der Serie mit 1:2 zurück, erzwang Spiel fünf und holte am Ende den Titel. Nun steht erneut eine Belle an. Für GC Amicitia geht es weiterhin um Historisches: den ersten Meistertitel seit der Fusion und den ersten Stadtzürcher Meistertitel im Frauenhandball seit 2004. Für Brühl geht es nach wie vor um den 35. Meistertitel der Vereinsgeschichte und um die nächste grosse Final-Wende. Alles ist angerichtet: Sonntag, 31. Mai, 17.00 Uhr, Saalsporthalle Zürich. GC Amicitia gegenden LC Brühl Handball. Ein Spiel. Ein Titel. Eine Belle um die Schweizermeisterschaft.

Quelle: SHV / Beni Rachad (Text); Alexander Wagner (Bild)

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