Airport Trophy: Grosse Schweizer Moral nach Fehlstart gegen Deutschland

Nationalteams Nachwuchs  •  28.06.2026

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Zum Abschluss des Vierländerturniers in Kloten unterliegt die Schweiz der DHB-Auswahl in einer torreichen Begegnung knapp mit 33:35 (13:18). Trotz einer schwierigen Anfangsphase verabschiedet sich das Team von Petr Hrachovec mit einer starken Charakterleistung von den heimischen Fans.

Im letzten Spiel der diesjährigen Airport Trophy traf die Schweizer U21-Nationalmannschaft auf den EM-Mitkonkurrenten aus Deutschland. Die Anfangsphase gehörte dabei klar den Gästen, die das Geschehen auf dem Feld weitgehend dominierten. Abstimmungsprobleme im Schweizer Rückraum führten zu schnellen Ballverlusten, welche die deutsche Auswahl konsequent bestrafte.

Deutscher Blitzstart und Schweizer Reaktion
Besonders der deutsche Kreisläufer Bennet Strobel war von der Schweizer Deckung in der ersten Viertelstunde überhaupt nicht in den Griff zu bekommen und erzielte in den ersten Minuten gleich fünf Treffer für sein Team. Nationalcoach Petr Hrachovec bat früh zum Timeout, um seine Mannschaft neu einzustellen. Spielmacher Tiago Cuencas wurde in dieser Begegnung insgesamt weniger eingesetzt als an den Vortagen.

Zunächst blieb die erhoffte Stabilisierung jedoch aus. Nils Epp scheiterte kurz darauf freistehend am stark reagierenden deutschen Torhüter Finn Knaack, und die DHB-Auswahl baute die Führung weiter aus. Erst eine taktische Umstellung brachte die Wende: Die Schweiz agierte fortan im Angriff konsequent mit dem siebten Feldspieler. Während diese Massnahme im Rückzugsverhalten phasenweise noch die letzte Konsequenz vermissen liess, brachte sie offensiv den gewünschten Erfolg. Alessandro Lüthi übernahm die Verantwortung, setzte starke Akzente und hielt die Schweiz mit wichtigen Treffern im Spiel. Zur Pause lag das Heimteam im Hintertreffen, hatte sich aber spürbar gefangen.

Röttges treibt die Aufholjagd voran
Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich die Schweiz wie ausgewechselt und läutete einen extrem schnellen Schlagabtausch ein, bei dem die Tore auf beiden Seiten im Minutentakt fielen. Die Schweizer Deckung agierte nun deutlich aggressiver, und im Angriff war es vor allem Neil Röttges, den die deutsche Abwehr nie kontrollieren konnte. Er erwies sich im Eins-gegen-Eins als physisch kaum zu stoppen, blieb bei all seinen sieben Versuchen ohne Fehlwurf und brachte sein Team eigenhändig wieder bis auf zwei Tore heran.

Auch ein deutsches Timeout bremste den Schweizer Elan nur kurz. Die Schweizer Nationalmannschaft dachte nicht daran, sich abschütteln zu lassen, und blieb bis tief in die Schlussphase hinein auf Schlagdistanz zum Favoriten.

Packende Crunchtime in der Ruebisbachhalle
In den hektischen Schlussminuten mobilisierten die Schweizer Junioren nochmals alle Kräfte und forderten den Deutschen alles ab. Die Sensation lag kurzzeitig in der Luft, als der Rückstand kurz vor dem Ende erneut auf zwei Tore schrumpfte. In den entscheidenden Momenten agierte die deutsche Auswahl jedoch einen Tick abgeklärter. Tom Koschek erzielte kurz vor dem Abpfiff den entscheidenden Vorentscheidungstreffer für die DHB-Auswahl, ehe Nils Epp per Siebenmeter in den Schlusssekunden den Endstand zum 33:35 herstellte.

Fazit und Turnierbilanz
Während sich Deutschland mit diesem Erfolg den zweiten Platz hinter Turniersieger Spanien sichert, beendet die Schweiz das Heimturnier zwar ohne Punktgewinn, nimmt aus diesem letzten Auftritt aber sehr wertvolle Erkenntnisse und viel Selbstvertrauen mit. Nach einem fehlerhaften Start bewies das Team grosse Moral und spielte mit dem EM-Mitfavoriten über weite Strecken komplett auf Augenhöhe.

Neben den starken Offensivleistungen von Neil Röttges (7 Tore) und Alessandro Lüthi (6 Tore) gab es für den SHV auch einen grossen persönlichen Erfolg zu feiern: Tiago Cuencas krönte sich trotz weniger Spielanteile und lediglich zwei Treffern im Abschlussspiel mit insgesamt 19 Toren zum unangefochtenen Topscorer des gesamten Turniers.

Quelle: Airport Trophy (Text); Benjamin Faes (Bild)

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