Achterbahn der Gefühle im Jarun-Sand: Schweizer U17-Teams beweisen Moral in Zagreb

Handball Schweiz  •  07.07.2026

260 Beach Frauen

Die Beachhandball-Europameisterschaft der Altersklasse U17 (YAC) in Zagreb bot alles, was diesen Sport so faszinierend macht: Dramatik bis zur letzten Sekunde, glühende Hitze und Schweizer Teams, die mit viel Herzblut um jeden Zentimeter Sand kämpften. Während die Männer sich den 9. Platz sicherten, war das Turnier der Frauen von grossem Fortschritt, aber auch von bitterem Quäntchen fehlendem Glück geprägt.

U17 Männer: trotz schlechtem Start schafft das Team sich in der Endabrechnung den 9. Platz zu sichern

Das Turnier begann für die männliche U17 mit einer harten Bewährungsprobe. Im wegweisenden Auftaktspiel gegen Norwegen zeigten die Schweizer eine hervorragende Leistung, mussten sich jedoch nach einem nervenaufreibenden Shootout geschlagen geben – ein herber Dämpfer zu Beginn. Auch im zweiten Spiel gegen die Beachhandball-Grossmacht Ungarn fehlte nicht viel; die Schweiz hielt phasenweise exzellent mit, verlor jedoch knapp.

Unter maximalem Druck stehend, bewiesen die jungen Schweizer im dritten Gruppenspiel gegen Italien wahre Grösse. Mit einem verdienten Sieg sicherten sie sich den Einzug in die Hauptrunde. Dort wehte der Wind jedoch rau: Trotz ansprechender Leistungen reichte es nur für einen Sieg, wodurch die Qualifikation für das Viertelfinale leider verpasst wurde.

Doch die Mannschaft liess die Köpfe nicht hängen und konzentrierte sich auf die Platzierungsspiele. Im Duell gegen Schweden schlug die Stunde von Jan Bruderer. Er bestätigte seinen Ruf als herausragender Shootout-Spezialist, indem er vier von fünf schwedischen Versuchen entschärfte und seinen Kasten fast völlig sauber hielt. Da die Schweizer Schützen ihre Versuche souverän verwerteten, war der Sieg perfekt. Den krönenden Abschluss bildete das Spiel um Platz 9 gegen Rumänien. Clever, routiniert und mit bemerkenswerter Kaltblütigkeit diktierten die Schweizer das Geschehen, zwangen den Rumänen ihr Spiel auf und hielten sich strikt an das taktische Konzept. Ein verdienter 9. Schlussrang als Lohn für eine enorme Steigerung im Turnierverlauf.

U17 Frauen: Viel Herz, viel Pech und die Lotterie des Shootouts

Die Schweizer Juniorinnen starteten in einer anspruchsvollen 5er-Gruppe in die Vorrunde. Trotz eines Sieges und zahlreicher spielerisch starker Phasen reichte es in der Endabrechnung der Tabelle leider nicht für den Einzug in die Hauptrunde.

Der weitere Turnierverlauf war ein Spiegelbild der Ambivalenz im Sport: Die Schweizerinnen zeigten teilweise begeisternde Halbzeiten, in denen sie ihre Gegnerinnen klar dominierten. Doch oft schlich sich in den entscheidenden Momenten die Nervosität ein. Führungen konnten nicht über die Zeit gerettet werden, was die Spiele regelmässig in das gefürchtete Shootout zwang. In dieser sprichwörtlichen «Lotterie» klebte den Schweizerinnen das Pech an den Händen – mehrfach zog man den Kürzeren.

Trotz der knappen Niederlagen ist das Fazit positiv: Der spielerische Fortschritt im Vergleich zu früheren Turnieren war unübersehbar. Mit etwas mehr Wettkampfglück, einem ausgewogenen Spielplan und abgeklärteren Nerven wäre eine deutlich bessere Platzierung im Bereich des Möglichen gewesen. Die gezeigte Leistung macht jedoch grosse Hoffnung für die Zukunft dieser jungen Talente.

Quelle: SHV

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