16 Spiele in 32 Tagen – der intensive Sommer von Lino Schneider

Nationalteams Nachwuchs  •  12.08.2026

Lino Schneider Torwart An Der U20 & U18 EM

Teilnahme an der U18- und U20-EM – Lino Schneider stand im Dauereinsatz. Nun macht das 18-jährige Goalietalent den nächsten Schritt und wechselt zum HSC Suhr Aarau.

Es gibt Offensivkünstler und Schlüsselspieler, die für das Toreverhindern zuständig sind. Lino Schneider gehört zur zweiten Sorte, der 1,89-Meter grosse Aargauer steht zwischen den Pfosten. Sein Sommer war sehr intensiv, «ich habe eine halbe Saison gespielt», sagt er mit Blick auf 16 Partien innerhalb von lediglich 32 Tagen. Zunächst performte er an der U20-EM in Rumänien, anschliessend stand die U18-EM in Serbien auf dem Programm. «Die Belastung war hoch. Doch ich habe mega viel gelernt und auch Spass gehabt», berichtet der 18-Jährige.

In beiden Nationalteams war Schneider die Nummer eins. Bei den Älteren relativ diskussionslos, bei den Jüngeren teilte er sich die Rolle mit dem ebenfalls sehr begabten Lou Wey. «In seinem Stellenbeschrieb steht, dass wir von ihm eine Abwehrquote von 30 Prozent brauchen. Sonst haben wir keine Chance», betonte U21-Assistenztrainer Lukas Maag während des Turniers. «Diesen Druck spüre ich schon», vermerkt Schneider, «aber dank des Vertrauens der Trainer empfand ich auch eine gewisse Lockerheit. Gegentore hake ich ab. In ein paar Sekunden kommt schon der nächste Wurf.»

Bereits als 16-Jähriger debütiert er in der NLB

Die Bilanz fällt durchzogen aus. Die U21-Junioren erreichten, auch dank eines starken Schneiders im Tor, den ausgezeichneten achten EM-Rang. Die U19-Junioren fanden aber im Kollektiv nicht zur erforderlichen Konstanz und mussten sich an ihrem Kontinentalturnier mit dem 17. Platz begnügen. «So oder so waren es mega wichtige Erfahrungen. Körperliche Belastung, Mentalität, Regeneration – an einem solch grossen Anlass lernt man enorm viel», erzählt Schneider und er fügt an: «Wenn wir das Gelernte mitnehmen, dann war es auch mit der U19-Auswahl eine gute EM.»

Seine ersten Schritte im Handball machte Lino Schneider beim TV Endingen – inspiriert von seinem Vater Patrik, der dort in der NLB gespielt hatte und ebenfalls Goalie gewesen war. «Die Rolle des Torhüters wird im modernen Handball immer wichtiger. Ohne einen guten Goalie wird es schwer, gegen Top-Mannschaften zu gewinnen. Diese Bedeutung und diese Verantwortung machen für mich den Reiz aus», erklärt Schneider. Über den Elite-Nachwuchs der HSG Aargau Ost fand er in den Aktiv-Handball, bereits im Alter von 16 Jahren debütierte er für Baden-Endingen in der NLB.

Im Handball ist er neutral, aber nicht im Fussball

In der vergangenen Saison teilte er sich die Aufgabe mit Roman Bachmann, aufgrund dessen Knieverletzung rückte er in der Rückrunde zum Stammkeeper auf. Zwar verpasste Baden-Endingen den anvisierten Aufstieg, Schneider hat die Treppe ins Oberhaus dennoch erwischt: Mit einem Dreijahresvertrag wechselt der Sportschüler und KV-Lehrling nun in die QHL zum HSC Suhr Aarau. «Lino hat das Talent und die Mentalität, die es braucht, um eines Tages die Nummer 1 bei uns, sowie in der A-Nationalmannschaft zu sein», meint Ex-Sportchef Robert Kostadinovic.

Bei Suhr Aarau beginnt er als Backup von Jannis Scheidiger, der nach einer schwierigen Saison in Kriens leihweise für ein Jahr zum HSC zurückkehrt. «Ich bin gespannt, die QHL wird nochmals eine ganz andere Erfahrung», sagt Lino Schneider und er hält fest: «Ich möchte mich weiterentwickeln, vom Flügel stabiler werden und auch athletisch den nächsten Schritt machen.» Wohin es ihn später ziehen könnte, lässt er offen: «Klar träume ich vom Ausland, doch ich bin ein Typ, der es nimmt, wie es kommt.» Vorbild? Hat er keines. Lieblingsklub? Ebenfalls nicht. «Im Handball bin ich neutral», nicht aber im Fussball, wie er schmunzelnd anmerkt: «Dort bin ich Fan des FC Basel.»

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