Auf dem Weg nach oben mit Seraina Kuratli

28.05.2026

Seraina Spiel

GC Amicitia Zürich krönt eine aussergewöhnliche Saison mit dem Schweizermeistertitel. Teil dieser Erfolgsmannschaft ist auch Seraina Kuratli, mit welcher wir nach dem Gewinn des Doubles sprechen konnten.

Die Zürcherinnen gewinnen das alles entscheidende fünfte Spiel der Playoff-Finalserie gegen den LC Brühl Handball und sichern sich damit den ersten Meistertitel seit der Fusion von Amicitia und GC im Jahr 2010 und den ersten Stadtzürcher Meistertitel im Frauenhandball seit 2004. Nach dem Cupsieg Ende Februar gelingt GC Amicitia Zürich damit das Double.

Massgeblich zu den beiden Titeln beitragen konnte auch die 19-jährige Torhüterin Seraina Kuratli. Sie gilt als eines der grössten Goalie-Talente der Schweiz und fungiert seit 2024 im Kader des Frauen-Nationalteams. Zudem ist sie seit dem Sommer 2022 auch Mitglied der CONCORDIA Handball Akademie und absolviert damit ihre sportliche wie schulische Ausbildung im Leistungszentrum OYM. Diesen Sommer endet aufgrund des Alters ihre Zeit in der Akademie.

Nach dem Gewinn des Doubles haben wir mit Seraina darüber gesprochen, was ihr die Erfolge mit GC Amicitia Zürich bedeuten, wie zufrieden sie mit ihrer eigenen Leistung ist und inwiefern die Akademie sie auf ihrem Weg auf die Weltbühne unterstützen kann. #RiseToTheTop

Seraina, mit welchem Gefühl bist du am Sonntag zur Finalissima angetreten?
Es war ein Mix aus verschiedenen Gefühlen. Ich war extrem nervös auf das alles entscheidende Spiel. Ich versuchte, diese Nervosität in Grenzen zu halten. Ich war aber auch voller Vorfreude und habe gesehen, welche Chance da vor uns liegt mit dem möglichen Gewinn des Meistertitels. Ich hatte das Gefühl, dass wir als Team genau wussten, was wir zu tun haben, damit es mit dem Sieg klappt. Einerseits hat uns der Cuptitel im Februar sicher geholfen, mit viel Selbstvertrauen aufzutreten. Andererseits haben uns auch die konstanten Leistungen in dieser Saison an den Titel glauben lassen. Somit ging ich grundsätzlich mit einem guten Gefühl in das Spiel.

Jetzt habt ihr es geschafft, nach über 20 Jahren wieder einen Titel zu gewinnen – und dies gleich doppelt. Was bedeuten diese beiden Erfolge für dich persönlich?
Extrem viel. Ich habe in den letzten Jahren sehr viel investiert, genau um solche Erfolge erleben zu dürfen. Dass es nun geklappt hat, ist sehr schön und für mich eine tolle Belohnung für die harte Arbeit. 

Wie zufrieden bist du mit deiner eigenen Leistung in der Finalserie?
Meine Gefühlslage hierzu ist etwas gemischt. In vielen Momenten ist es mir gelungen, sehr fokussiert und aggressiv aufzutreten und meine Leistung abzurufen. Es gab aber auch Phasen, in denen ich mit meiner eigenen Leistung nicht so zufrieden war. Vorwerfen konnte ich mir allerdings da nicht viel, weil ich jederzeit mein Bestmögliches gegeben habe. Zudem bin ich mir auch bewusst, dass man aus schwierigen Momenten viel lernen kann und diese einen für die Zukunft weiterbringen. Grundsätzlich bin ich ein eher selbstkritischer Mensch, was teilweise auch anstrengend ist für mich selbst. Der unbändige Wille, immer besser zu werden und an mir zu arbeiten, ist aber auch das, was mich auszeichnet und weiterbringt. 

Inwiefern hilft dir die CONCORDIA Handball Akademie, in entscheidenden Spielen auf möglichst hohem Niveau performen zu können?
Die Akademie hat mich schrittweise darauf vorbereitet, auf Spitzenniveau zu spielen. Ich habe da die handballerischen Grundlagen erlernt, auf die ich auch in schwierigen Momenten zurückgreifen kann. Vor allem im technischen Bereich konnte ich in der Akademie sehr stark profitieren, das hilft mir auch in entscheidenden Spielen. 

Deine Zeit in der Akademie endet im Sommer. Was nimmst du für deine Zukunft mit?
Wie bereits erwähnt, konnte ich technisch grosse Fortschritte erzielen. Aber auch im athletischen Bereich hat mich die Zeit in der Akademie extrem weitergebracht, da man im Kompetenzzentrum in Cham die perfekte Infrastruktur und Betreuung zur Verfügung hat. Auch das Zusammenleben in der Akademie hat mich geprägt und ich konnte viel dabei lernen. Damit es gut funktioniert, muss jeder seinen Teil dazu beitragen. Dadurch konnte ich mich als Mensch weiterentwickeln, was mir für meine sportliche Zukunft hilft.

Seraina Team
Quelle: SHV (Text) / Benjamin Faes, Frédéric Diserens (Bilder)

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