Breitensport und Vereinsentwicklung

Jahresbericht

01.09.2026 | Delia Dünser

Die Vereine bilden das Herzstück des Schweizer Handballs. Mit ihrem täglichen Engagement schaffen sie Bewegung, Gemeinschaft und unvergessliche Erlebnisse. Der SHV setzte in der letzten Saison gezielt Impulse, um Vereine zu stärken, die Partizipation zu erhöhen und den Handball für alle zugänglich zu machen.

Strategische Neuausrichtung: Breitensport, Partizipation & Vereinsentwicklung
In der letzten Saison wurde der Bereich Partizipation zu Breitensport & Vereinsentwicklung. Was vorher ein eigenständiger Bereich war, gehört jetzt zu einer gemeinsamen Struktur – so lassen sich Synergien nutzen und Vereine, Spielbetrieb, Schiedsrichter*innen und Handballförderung besser aufeinander abstimmen. Seit dieser Zusammenführung liegt die Gesamtverantwortung für den Bereich bei Delia Dünser. Als Leiterin Breitensport & Vereinsentwicklung verantwortet sie seither die Bereiche Spielbetrieb & Schiedsrichter, Handballförderung sowie Vereine & Regionen. Diese organisatorische Weiterentwicklung unterstreicht den hohen Stellenwert, den der Breitensport in der vergangenen Saison innerhalb des Verbandes erhalten hat. Partizipation wird dabei nicht mehr als eigenständiges Thema verstanden, sondern als Querschnittsaufgabe, die alle Handlungsfelder verbindet. Teilhabe entsteht dort, wo Vereine gestärkt werden, Angebote niederschwellig zugänglich sind und Menschen die Möglichkeit erhalten, sich aktiv im Handball einzubringen.

Vereinsentwicklung
Mit der Vereinsumfrage 2026 führte der SHV erstmals eine umfassende Bestandsaufnahme bei den Schweizer Handballvereinen durch. Die Beteiligung war erfreulich hoch: 142 Vereine aus allen sieben Regionen nahmen teil. Die Ergebnisse zeigen einen Handball, der insgesamt wächst, gleichzeitig aber strukturell an Grenzen stösst. 50 % der Vereine berichten von einem Mitgliederzuwachs, lediglich 9 % von einem Rückgang. Weiter ist zu erkennen: 67,6 % nennen die Überlastung im Ehrenamt und fehlende Nachfolge als grösste Herausforderung, und mit 74,6 % ist der grösste Wunsch der Vereine an den Verband nicht operativer, sondern ideeller Natur – mehr Sichtbarkeit und Wertschätzung für den Breitensport. Diese Erkenntnisse fliessen direkt in die Arbeit des neu lancierten Breitensport Think Tanks ein und werden im September 2026 vertieft kommuniziert.

Fairplay fördern
Mit der Vergabe des Fairplay-Preises setzte der SHV in der Saison 2025/26 erstmals ein sichtbares Zeichen für Respekt, Fairness und eine positive Spielkultur im Breitensport. Ausgezeichnet wurden 12 Teams (Top 3 pro Kategorie), die diese Werte auf dem Spielfeld vorleben und damit zu einem respektvollen Miteinander beitragen.

Mehr Mädchen und Frauen für den Handball
Mit der Kampagne «starch gmacht» setzte der SHV einen strategischen Schwerpunkt zur Förderung von Mädchen und Frauen im Handball. Die Initiative verfolgt das Ziel, die Zahl der weiblichen Lizenzen bis 2032 von heute rund 7000 auf 10000 zu steigern. Authentische Vorbilder machen sichtbar, welche vielfältigen Rollen Frauen im Handball übernehmen können – als Spielerinnen, Trainerinnen, Schiedsrichterinnen, Funktionärinnen oder Freiwillige.

Inklusion nachhaltig verankern
Der inklusive Handball entwickelte sich in der letzten Saison weiter. Inzwischen bieten neun Vereine inklusive Handballangebote an. Neue Initiativen in der Region Bern, in Belen/Nesslau sowie bei Handball Emmen zeigen, dass sich das Angebot regional verankert und kontinuierlich wächst. Somit entwickelt sich die TogetherLeague erfreulich weiter: Bestehende Teams festigten ihre Strukturen, neue Vereine bereiteten den Einstieg in den Spielbetrieb vor und weitere Turniere wurden erfolgreich organisiert. Ein weiterer Meilenstein war der Einsatz des ersten inklusiven Mediateams beim Länderspiel gegen Italien im Zürcher Hallenstadion am 13. Mai. Zudem wurde Handball an den National Summer Games 2026 in Zug erstmals offiziell ins Sportprogramm aufgenommen, ein bedeutender Schritt für die Sichtbarkeit und Anerkennung des inklusiven Handballs in der Schweiz.

Auch international sorgte der inklusive Handball für Erfolge: Das Unified-Handball-Nationalteam nahm im Juni 2026 erstmals offiziell an den Nationalen Summerspielen Saarland von Special Olympics Deutschland teil und krönte diese Premiere mit dem Gewinn der Goldmedaille.

Ausblick
Im kommenden Jahr stehen die Handlungsfelder aus der Vereinsumfrage 2026 im Fokus: Gemeinsam mit Vertreter*innen aus den Vereinen werden sie im neu lancierten Breitensport Think Tank aufgegriffen und in konkrete Massnahmen überführt. Ebenso rückt die Stärkung von Ehrenamt & Vereinsentwicklung weiter in den Vordergrund – denn nur fähige, gut aufgestellte Vereine können die Basis für einen starken Schweizer Handball bilden.


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