Transformation ist selten bequem. Aber sie ist die Voraussetzung dafür, dass Wachstum möglich wird.
Wachstum entsteht nicht in den wenigen Wochen eines Grossanlasses. Es entsteht in den vielen kleinen Entscheidungen dazwischen, dann wenn Menschen Verantwortung übernehmen, Prioritäten setzen, Vertrauen schaffen und gemeinsam den Mut haben, neue Wege zu gehen. Genau diese vielen kleinen Entscheidungen haben das vergangene Geschäftsjahr geprägt.
Nach etwas mehr als einem Jahr als CEO des Schweizerischen Handball-Verbands bin ich heute noch überzeugter als zu Beginn: Die kommenden Jahre bieten unserem Verband eine historische Chance. Gleichzeitig verlangen sie von uns Fokus, Ausdauer und die Bereitschaft, Veränderungen nicht nur anzustossen, sondern konsequent umzusetzen.
Wir sprechen oft über Transformation. Dabei wird leicht vergessen, dass Transformation kein Projekt ist und kein einmaliger Veränderungsprozess. Sie ist das Ergebnis unzähliger Entscheidungen – vieler kleiner Schritte, die gemeinsam eine Richtung ergeben. Manche davon sind sichtbar, viele bleiben im Hintergrund. Gerade diese unsichtbaren Entscheidungen legen jedoch das Fundament für die Zukunft unseres Verbandes. Dieses Jahr war geprägt von genau dieser Arbeit. Wir haben Strukturen weiterentwickelt, Verantwortlichkeiten geschärft, Kompetenzen aufgebaut und begonnen, unsere Organisation konsequent auf die Zukunft auszurichten. Gleichzeitig haben wir gelernt, noch klarer zu priorisieren. Denn Wirkung entsteht nicht dadurch, möglichst vieles gleichzeitig zu tun, sondern dadurch, die richtigen Dinge mit Konsequenz zu verfolgen.
Ob dieser Weg trägt, zeigt sich jedoch selten in Organigrammen oder Strategiepapieren. Er zeigt sich in den Begegnungen mit den Menschen. Besonders in Erinnerung bleibt mir die Mitgliederversammlung 2025. Viele Vereinsvertreterinnen und -vertreter kamen mit Fragen, Ideen und konstruktiven Anregungen auf uns zu. Noch mehr aber mit der Rückmeldung, dass sie den eingeschlagenen Weg, den spürbaren Aufbruch und den neuen Drive im Verband wahrnehmen und mittragen. Solche Gespräche zeigen, dass Veränderung dann gelingt, wenn sie gemeinsam getragen wird.
Gleichzeitig bewegen wir uns in einem anspruchsvollen Spannungsfeld: Der Rückgang des Ehrenamts, begrenzte Hallenkapazitäten, Herausforderungen in der Nachwuchsgewinnung sowie steigende Anforderungen an Finanzierung und Professionalisierung begleiten uns täglich. Diese Realität fordert uns heraus, unsere Ressourcen gezielt einzusetzen und dort Wirkung zu erzielen, wo sie den Schweizer Handball langfristig am stärksten weiterbringt. Gerade deshalb richten wir unseren Blick konsequent nach vorne; die Roadmap 2032 gibt unserem Handeln eine klare Richtung und verbindet ambitionierte Ziele mit einer langfristigen Perspektive. Im Zentrum steht die Vision einer Teilnahme an den Olympischen Spielen in Brisbane. Dazwischen liegt mit der Men’s EHF EURO 2028 im eigenen Land ein bedeutender Meilenstein.
Parallel dazu prüfen wir die Beteiligung an weiteren internationalen Grossanlässen. Diese Vorhaben sind weit mehr als sportliche Ziele: Sie schaffen Sichtbarkeit, stärken unsere Vereine, begeistern Kinder und Jugendliche und eröffnen neue Chancen für Partnerschaften und nachhaltiges Wachstum.
Auch unsere Digitalisierung zeigt, wie nachhaltige Entwicklung entsteht: Das Livestreaming-Angebot RED+ war zu Beginn mit technischen Herausforderungen verbunden. Heute hat es sich zu einem qualitativ starken Produkt entwickelt, das den Schweizer Handball Woche für Woche sichtbar macht und weit über die Halle hinausträgt.
Besonders erfreulich ist weiterhin die Entwicklung des Frauenhandballs. Das ausverkaufte EM-Qualifikationsspiel gegen Italien im April in der Zürcher Saalsporthalle war weit mehr als ein sportlicher Erfolg. Gleichzeitig investieren wir gezielt in die Förderung von Mädchen und jungen Frauen. Die konkreten Entwicklungen und Projekte werden in den jeweiligen Fachberichten näher erläutert.
Bei allen strategischen Überlegungen bleibt jedoch eines unverändert: Der Schweizer Handball lebt von den Menschen, die ihn Tag für Tag mittragen. Unsere Vereine sind das Fundament unseres Verbandes. Tausende Trainer*innen, Schiedsrichter*innen, Funktionär*innen, Helfer*innen sowie unzählige Ehrenamtliche investieren Woche für Woche Zeit, Energie und Leidenschaft. Ihnen allen gilt mein aufrichtiger Dank. Ohne dieses aussergewöhnliche Engagement gäbe es weder sportliche Erfolge noch die Möglichkeit, unseren Verband weiterzuentwickeln. Ebenso danke ich dem gesamten Team der Geschäftsstelle sowie dem Zentralvorstand für das Vertrauen, die Offenheit und den gemeinsamen Gestaltungswillen. Mein Dank gilt auch unseren Partnern, Sponsoren sowie allen Menschen innerhalb und ausserhalb des Handballs, die unseren Weg mittragen.
Wenn ich an dieses Geschäftsjahr zurückdenke, bleiben mir viele Sitzungen, Strategiediskussionen und Entscheidungen in Erinnerung. Der Moment, der mich jedoch am meisten berührt hat, war das Kinderhandball-Festival in Kriens. Dort wurde sichtbar, wofür wir alle in den Vereinen, im Ehrenamt und auf der Geschäftsstelle jeden Tag arbeiten. Die leuchtenden Augen der Kinder, ihre Begeisterung und ihr unbändiger Bewegungsdrang sind der schönste Beweis dafür, dass sich jedes Engagement lohnt. Genau für diese Erlebnisse engagieren wir uns tagtäglich, denn die Zukunft entsteht nicht durch einzelne grosse Momente. Sie entsteht durch die vielen kleinen Entscheidungen, die wir jeden Tag treffen – und durch die Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam Zukunft zu gestalten.
Ich freue mich darauf, den Schweizer Handball gemeinsam mit der gesamten Handballfamilie weiterzuentwickeln.
Wer in der Schweiz Swiss Lotto, EuroMillions oder Sporttipp spielt, unterstützt damit automatisch auch den Schweizer Sport. Denn die Reingewinne von Swisslos und der Loterie Romande fliessen vollumfänglich in gemeinnützige Projekte und Institutionen in den Bereichen Sport, Kultur, Umwelt und Soziales; rund 730 Millionen Franken jährlich. Ein Teil dieses Reingewinns fliesst an die Stiftung Sportförderung Schweiz, die das Geld an den nationalen Sport weiterleitet.
Swiss Olympic profitiert seit vielen Jahren von diesen Lotteriegeldern, welche einen grossen Anteil ihrer verfügbaren Mittel darstellen. Der Dachverband des Schweizer Sports erhält jährlich rund 54 Mio. Franken, welche direkt an die Mitgliedsverbände fliessen. Eingesetzt werden die Gelder zweckgebunden im Spitzen- und Nachwuchssport sowie in der Aus- und Weiterbildung von Sportler*innen und Trainer*innen. Bis heute flossen so nahezu vier Milliarden Franken in die Förderung des nationalen Sports.
Damit dieses Fördermodell auch künftig erfolgreich ist, muss es Swisslos und der Loterie Romande möglich sein, attraktive Spiele anzubieten. Nur so gewinnen alle!