Zentralvorstand

Wort des Präsidenten

01.09.2026 | Pascal Jenny

Das abgelaufene Berichtsjahr 2025/26 war wiederum ein Jahr voller Emotionen – mit vielen Höhepunkten, ein paar Tiefschlägen, aber vor allem mit ganz vielen Erlebnissen, die ich und wir alle im Handballsport erleben durften. Ich möchte vorweg schicken, dass mich die Entwicklung unserer gemeinsamen Sache, unseres Herzensprojektes «Schweizer Handball», mit grossem Stolz erfüllt.

Das Männer-Nationalteam unter der Leitung von Andy Schmid hat an der EM in Norwegen, Schweden und Dänemark schöne Erfolge feiern können. Die Spiele gerade gegen Spitzenteams wie Slowenien, Island oder Kroatien haben unsere Jungs auf höchstem Niveau bestritten und damit bewiesen, dass sie ein Versprechen für die Zukunft sind. Das wird auch im Ausland gesehen, wo uns internationale Experten immer wieder auf ihre «Teams to watch»-Listen setzen, weswegen die Ernüchterung in der Community nach dem Ausscheiden in der Qualifikation für die WM 2027 auch umso grösser war. Rückschläge wie diese passieren leider, wir müssen sie aber nutzen, um uns umso mehr auf den Höhepunkt der nächsten Jahre vorzubereiten, die Heim-EM 2028!

Das Frauen-Nationalteam, trainiert von Knut Ove Joa, hat an der WM in den Niederlanden und Deutschland ebenfalls weitere Fortschritte auf dem langfristigen Weg zeigen können, der uns (wie auch die Herren!) an die Olympischen Spiele 2032 in Brisbane bringen soll. Besonders erfreulich ist die Tatsache, dass es jetzt schon nicht mehr primär ums Dabeisein geht, sondern die Resultate an den Grossanlässen im Zentrum stehen – so soll es sein! Umso mehr habe ich mich natürlich über die souveräne Qualifikation für die EM gefreut, die Ende dieses Jahres in fünf zentral- und osteuropäischen Ländern stattfindet; ich freue mich darauf, dass im Dezember wieder viele Schweizer Fans das Team vor Ort in der Vorrunde in Cluj-Napoca (ROU) und hoffentlich dann auch in der Hauptrunde unterstützen werden.

Für die Stärke der Nationalteams sind natürlich drei weitere Aspekte von grosser Wichtigkeit. Erstens haben wir in der Nachwuchsarbeit mit der Erweiterung der Academy wiederum einen Schritt nach vorne machen können. Zweitens stelle ich fest, dass immer mehr Spieler*innen voll auf den Spitzenhandball setzen und einen Wechsel in eine ausländische Topliga anstreben und auch vollziehen. Und drittens entwickeln sich auch die Schweizer Spitzenligen weiter. Weitere Infos dazu folgen in den Abteilungsberichten.

Die ganz grosse Mehrheit der Handballerlebnisse ist aber weniger öffentlich sichtbar und findet nicht an der Spitze statt, sondern in den Breitensportligen. Ich habe immer wieder das Privileg, auch dort präsent zu sein und die Begeisterung, den Enthusiasmus und das unglaubliche Engagement aller Spieler*innen, Trainer*innen, Betreuer*innen, Schiedsrichter*innen und Fans aufzusaugen, die das Herz unseres Sportes sind. Wir möchten als Verbandsspitze noch besser verstehen, wie wir diese Bewegung maximieren können, und haben dafür und für eine noch fokussiertere Unterstützung der Vereine den Grundstein gelegt. Wir müssen mit der Energie, die wir alle für unseren geliebten Handballsport aufbringen, sorgfältig umgehen, um noch mehr davon zu erhalten. Es gibt noch zu viele Menschen in der Schweiz, die sich noch nicht mit dem Handball-Virus angesteckt haben und die wir gerne abholen möchten, von Heerbrugg über Petit-Lancy und Schaffhausen bis Bellinzona, wo die Associazione Pallamano Ticino unserem Sport mit grossem Erfolg hilft, auch in der italienisch-sprachigen Schweiz weiter zu wachsen.

Als Verband haben wir auch dieses Jahr wieder finanziell erfolgreich abschliessen können (es sei hiermit auf den Finanzbericht verwiesen). Sehr erfreulich ist dabei die Treue unserer Sponsoren, der langjährigen wie auch der neuen, denen allen ich an dieser Stelle für die Unterstützung danken möchte. Wir haben auch die nationale und internationale Vernetzung weiter vorantreiben können. Als Vizepräsident von Swiss Olympic sehe ich immer wieder, dass der SHV in vieler Hinsicht als Vorbild angesehen wird, zum Beispiel bei Diversität und Inklusion, Professionalität und Mittelverwendung. Persönlich durfte ich im Dezember auch ein Highlight erleben, als ich in das Council des Internationalen Handballverbandes IHF gewählt wurde, wo ich die Grossanlässe (WM und olympische Spiele) verantworte. Auch hier erfahre ich sehr viel Wertschätzung für die Arbeit des SHV und Bewunderung für die breite Verankerung in den Vereinen.

Das Allerwichtigste im abgelaufenen Berichtsjahr war aber wiederum die Menschlichkeit, mit der wir alle uns in unserem Sport engagieren. Resultate, Finanzen, Tabellen und Vereine sind wichtig und begleiten uns jeden Tag. Was mich aber zutiefst bewegt, sind die Gesichter, Gespräche und Gedankenaustausche, die uns zu einer einzigartigen Community machen und die mich nicht nur voller Stolz zurückblicken, sondern auch mit unbändiger Zuversicht in die Zukunft schauen lässt.


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